Kennedybrücke und Sturmflutsperrwerk

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Kennedybrücke vom Tonnenhof/Radarturm

Die Kennedybrücke und das Sturmflutsperrwerk in Bremerhaven sind ein kombiniertes Wasserbauwerk. Die Klappbrücke führt über die Geeste. Das Sperrwerk schützt die Stadt vor Überschwemmung durch Sturmfluten.

Brücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nur wenig flussabwärts von der Alten Geestebrücke wurde die Brücke ab 1960 gebaut. Als einflügelige Klappbrücke mit sechs Fahrspuren entlastet sie die Alte Geestebrücke (und die Innenstadt). Mit ihrer lichten Durchfahrweite von 24 m ermöglicht sie den Schiffsverkehr zu den inzwischen stillgelegten Werften an der Geeste und zum Elbe-Weser-Schifffahrtsweg. Die Brücke ist 28,4 m breit. Die Brückenklappe ist 29,3 m lang und kann bis Beaufort 9 maschinell hochgeklappt werden. Nach der Ermordung von John F. Kennedy 1963 erhielt sie am 30. Januar 1964 dessen Namen.[1]

Sperrwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördliche Stemmtore

Unter der Brücke befindet sich das Sturmflutsperrwerk. Nach dreijähriger Bauzeit wurde es am 27. September 1961 eingeweiht. Zwei Stemmtorpaare können bei bedrohlich hohen (nordwestlichen) Sturmfluten geschlossen werden. Sie sollen verhindern, dass der Stadtteil Mitte trotz der Deiche „von hinten“ überschwemmt wird. Bereits fünf Monate nach der Einweihung verhinderte das Sperrwerk die größte Katastrophe in der Geschichte Bremerhavens. Bei der Sturmflut 1962 stürmte es am Abend des 16. Februar mit Beaufort 10. Der Wasserstand betrug 5,85 m über Normalnull. Ohne die Deiche und das Sperrwerk wären 80 % des Stadtgebietes überflutet worden und hätte die Bürgermeister-Smidt-Straße 2,85 m unter Wasser gestanden.[2]

Im Zuge der Deicherhöhungen soll ein neues Sperrwerk gebaut werden. Bei der berechneten Erhöhung des Wasserstandes durch die Erderwärmung wurden die Deiche bereits auf 8,4 m erhöht. Das alte Sperrwerk würde dann überflutet werden. Als Ort favorisiert die Stadtverwaltung derzeit den Geestevorhafen (vor dem Anleger der Weserfähre).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Harry Gabcke, Renate Gabcke, Herbert Körtge, Manfred Ernst: Bremerhaven in zwei Jahrhunderten. III. Band. 1948–1991. Nordwestdeutsche Verlagsgesellschaft, Bremerhaven 1992, ISBN 3-927857-37-8, S. 87.
  2. Uwe Schnall: Kennedy-Brücke / Sturmflutsperrwerk, in: Lars U. Scholl (Hg.): Bremerhaven – ein hafengeschichtlicher Führer. Deutsches Schiffahrtsmuseum/Ditzen, Bremerhaven 1980, S. 68–69.

Koordinaten: 53° 32′ 18,4″ N, 8° 35′ 1,9″ O