Ket (Sprache)

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Ket
Sprecher 537 (Stand: 1989)
Linguistische
Klassifikation
Sprachcodes
ISO 639-3:

ket

Verbreitung der jenisseischen Sprachen im 17. Jahrhundert (rot schraffiert) und im 20. Jahrhundert (rot)

Die ketische Sprache, auch einfach Ket, deutsch auch die traditionelle Bezeichnung Jenissei-Ostjakisch, ist die einzige Überlebende der jenisseischen Sprachen und gilt als isolierte Paläosibirische Sprache. Das Ketische, die traditionelle Sprache des Volks der Keten, ist vom Aussterben bedroht: Die Sprache hatte 1989 noch 537 Sprecher, 2008 waren es nur noch 200 Sprecher.

Erstmals dokumentiert wurde das Ketische 1788 im Reisetagebuch des P. S. Pallas. Matthias Alexander Castrén veröffentlichte 1858 eine erste Grammatik und ein erstes Wörterbuch des Ketischen. Eine Monographie des Amerikaners Edward Vajdas aus dem Jahr 2004 ist die erste moderne Lehrgrammatik des Ketischen in englischer Sprache. Dieser lebt und arbeitet in der Jenissej-Region.

Das Tonsystem des Ketischen sieht Vajdas am engsten mit dem Vietnamesischen verwandt. Im Februar 2008 stellte er seine Dene-Yenissei Hypothese vor, die Athabaskan, Eyak und Tlingit mit Ketisch verbindet. Zu dieser Gruppe gehört z.b. auch die Sprache der Navajo.[1][2]

Das Ketische verfügt über sieben Vokal- und 12 Konsonantenphoneme und fünf Töne.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefan Georg: A Descriptive Grammar of Ket (Yenisei Ostyak). Volume I: Introduction, Phonology, Morphology. Global Oriental, Folkestone (Kent) 2007, ISBN 978-1-901903-58-4, (The languages of Asia S. 1).
  • Kausen, Ernst: Die Sprachfamilien der Welt. Teil 1: Europa und Asien. Buske, Hamburg 2013. ISBN 978-3-87548-655-1. (Kapitel 10)
  • Heinrich Werner: Die ketische Sprache. Harrassowitz, Wiesbaden 1997, ISBN 3-447-03908-6.
  • Edward J. Vajda: The Kets and Their Language. In: Mother Tongue 4, 1998, ISSN 1087-0326, S. 4–16.
  • Edward J. Vajda: Ket. Lincom Europa, München 2004, ISBN 3-89586-221-5, (Languages of the world - Materials 204).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Menschenrechtsreport Nr. 63 der Gesellschaft für bedrohte Völker, S. 46. März 2010
  2. Homepage E. Vajdas; http://pandora.cii.wwu.edu/vajda/about.htm