Ket (Sprache)

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Ket
Sprecher 213 (Stand: 2010)
Linguistische
Klassifikation
Sprachcodes
ISO 639-3

ket

Verbreitung der jenisseischen Sprachen im 17. Jahrhundert (rot schraffiert) und im 20. Jahrhundert (rot)

Die ketische Sprache, auch einfach Ket, deutsch auch traditionell als Jenissei-Ostjakisch bezeichnet, ist die einzige Überlebende der jenisseischen Sprachen und gilt als isolierte Paläosibirische Sprache. Das Ketische, die traditionelle Sprache des Volks der Keten, ist vom Aussterben bedroht: Die Sprache hatte 1989 noch 537 Sprecher, 2010 waren es nur noch 213 Sprecher.

Erstmals dokumentiert wurde das Ketische 1788 im Reisetagebuch des P. S. Pallas. Matthias Alexander Castrén veröffentlichte 1858 eine erste Grammatik und ein erstes Wörterbuch des Ketischen. Eine Monographie des Amerikaners Edward Vajda aus dem Jahr 2004 ist die erste moderne Lehrgrammatik des Ketischen in englischer Sprache. Dieser lebt und arbeitet in der Jenissej-Region.

Das Tonsystem des Ketischen sieht Vajda am engsten mit dem Vietnamesischen verwandt. Im Februar 2008 stellte er seine Dene-Yenissei Hypothese vor, die Athabaskisch, Eyak und Tlingit mit Ketisch verbindet. Zu dieser Gruppe gehört z. B. auch die Sprache der Navajo.[1][2]

Das Ketische verfügt über sieben Vokal- und 12 Konsonantenphoneme und fünf Töne.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefan Georg: A Descriptive Grammar of Ket (Yenisei Ostyak). Volume I: Introduction, Phonology, Morphology. Global Oriental, Folkestone (Kent) 2007, ISBN 978-1-901903-58-4, (The languages of Asia S. 1).
  • Kausen, Ernst: Die Sprachfamilien der Welt. Teil 1: Europa und Asien. Buske, Hamburg 2013. ISBN 978-3-87548-655-1. (Kapitel 10)
  • Heinrich Werner: Die ketische Sprache. Harrassowitz, Wiesbaden 1997, ISBN 3-447-03908-6.
  • Edward J. Vajda: The Kets and Their Language. In: Mother Tongue 4, 1998, ISSN 1087-0326, S. 4–16.
  • Edward J. Vajda: Ket. Lincom Europa, München 2004, ISBN 3-89586-221-5, (Languages of the world - Materials 204).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Menschenrechtsreport Nr. 63@1@2Vorlage:Toter Link/www.gfbv.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. der Gesellschaft für bedrohte Völker@1@2Vorlage:Toter Link/www.gfbv.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., S. 46. März 2010
  2. Homepage E. Vajdas; http://pandora.cii.wwu.edu/vajda/about.htm