Eyak (Sprache)

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Eyak †

Gesprochen in

USA (Alaska)
Sprecher
Linguistische
Klassifikation

Na-Dené

Eyak-Athapaskisch
  • Eyak

Eyak ist eine ausgestorbene Na-Dené-Sprache, die im Süden Alaskas in der Nähe der Mündung des Copper gesprochen wurde.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung Eyak stammt von einem Chugach-Sugpiaq Begriff (Igya'aq) für ein Eyak Dorf an der Mündung des Eyak Flusses.[1]

Sprachentod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marie Smith Jones (14. Mai 1918 – 21. Januar 2008 Anchorage) aus Cordova[2] war die letzte Muttersprachlerin und das letzte vollblütige Mitglied der Eyak Nation, deren Vorsteherin sie auch war. Eyak wurde ein Paradebeispiel für den Kampf gegen das anscheinend unaufhaltsame Aussterben von Sprachen weltweit.[3] Die Verbreitung des Englischen und die Unterdrückung der indigenen Sprachen sind nicht der einzige Grund für den Rückgang der Eyak Sprache. Die Nordwanderung der Tlingit nach Yakutat in vorkolonialer Zeit führte dazu, dass die Sprache der Tlingit entlang der pazifischen Küste Alaskas der der Eyak vorgezogen wurde. Eyak geriet folglich unter Druck durch seine direkten westlichen Nachbarn, den Alutiiq vom Prince William Sound sowie den Leuten vom Copper River Valley. Die Kulturen der Eyak und Tlingit begannen zu vermischen entlang der Küste und die Sprecher des Eyak wurde von den Küstentlingit absorbiert. Dies führte dazu, dass die meisten Eyak Sprecher aus gemischten Gruppen nach ein paar Generationen zu Tlingit wechselten, wie dies aus mündlichen Tlingit Überlieferungen der Gegend entnommen werden kann.[4]

Wiederbelebung des Eyak[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Marie Smith Jones’ Tod ist auch die Sprache Eyak erloschen. Dr. Michael Krauss, anerkannter Linguist und Professor Emeritus der Universität von Alaska in Fairbanks, hat jedoch über mehrere Jahre mit Jones zusammen ein Wörterbuch und eine Grammatik des Eyak erstellt.[5]

Im Juni 2010 veröffentlichte die Anchorage Daily News einen Artikel über Guillaume Leduey, einem französischen Collegestudenten mit einer unerwarteten Verbindung zum Eyak. Mit 12 Jahren hatte er begonnen, sich selbst Eyak beizubringen, mit gedruckten Materialien und Kassetten, die er vom Alaska Native Language Center erhielt. Während dieser Zeit reiste er nie nach Alaska oder sprach mit Marie Smith Jones, der letzten Muttersprachlerin.[6] Im selben Monat, als ein Artikel über ihn veröffentlicht wurde, reiste er nach Alaska und traf Dr. Michael Krauss, der Leduey mit der richtigen phonologischen Aussprache des Eyak half und weiteren Unterricht in Grammatik und Morphologie, einschließlich die morphematischen Analyse von traditionellen Eyak Geschichten, veranlasste.

Leduey wird heute als fließender Sprecher des Eyak betrachtet und ist sowohl Übersetzer als auch Lehrer des Eyak.[7]Trotz der Sprachflüssigkeit Ledueys wird Eyak als "schlafend" klassifiziert, da es keine indigenen Sprecher mehr gibt. Auf der Expanded Graded Intergenerational Disruption Scale (EGIDS) wird Eyak mit 9 als "schlafend" eingestuft.[8]

Der Eyak Preservation Council erhielt vom Alaska Humanities Forum Gelder, die es ermöglichten, eine Website, die dem Erhalt des Eyak gewidmet ist, zu betreiben. Im Juni 2014 kündigte das Eyak Language Revitalization Project ein online Programm mit dem Namen "dAXunhyuuga'" an, was "die Wörter der Menschen" bedeutet.[9]

Sprachverwandtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die engsten Verwandten des Eyak sind die athapaskischen Sprachen. Zusammen mit dem Tlingit bildet Eyak-Athapaskisch die Na-Dené-Sprachen:

  • Na-Dené
    • Tlingit
    • Eyak-Athapaskisch
      • Eyak
      • Nördliches Athapaskisch (Alaska und Yukon)
      • Pazifisches Athapaskisch (Kalifornien und Oregon)
      • Südliches Athapaskisch (Apache, Navajo im Südwesten der USA)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael E. Krauss 2006: A history of Eyak language documentation and study: Fredericæ de Laguna in Memoriam. Arctic Anthropology 43 (2):Seiten 172-217
  2. "Marie Smith" : The Economist. 7. Februar 2008.
  3. John McWhorter: "No Tears For Dead Tongues", Forbes, 21. Februar 2008
  4. Hund, Andrew. "Eyak". 2004. Encyclopedia of the Arctic. Taylor and Francis Publications. ISBN 1-57958-436-5
  5. Last Native Eyak Speaker Dead at 89 (Memento vom 7. Februar 2008 im Internet Archive) ap, 23. Januar 2008.
  6. Hopkins, Kyle. "Extinct Alaska Native language interests French student". Gefunden 15. Juli 2011.
  7. Gibbins, Jennifer. "Preserving Alaska Native culture". Gefunden 15. Juli 2011.
  8. "Ethnologue"
  9. Hintze, Heather (25. Juni 2014). "Program seeks to revitalize extinct Eyak language" . KTVA CBS 11. Gefunden 28. Juni 2014.