Ki no Kenkyukai

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Der Ki no Kenkyukai (engl. „Ki Society“, dt. „Ki-Gesellschaft“) ist die von Kōichi Tōhei gegründete Organisation für Shin-Shin-Tōitsu Dō („Weg der Einheit von Geist und Körper“), Shin-Shin-Tōitsu Aikidō („Aikidō in Einheit von Geist und Körper“) und Kiatsu (Akupressur mit Ki).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kōichi Tōhei war bis weit nach Morihei Ueshibas Tod hinaus der Chef-Ausbilder des Aikikai[1]. Nach Streitigkeiten innerhalb des Aikikai über die Entwicklung des Aikidō gründete er 1971 den Ki no Kenkyukai und verließ 1974 schließlich den Aikikai[2]. Diesem Schritt folgte auch Koretoshi Maruyama, mit dem Tohei bis zu dessen Rückzug in ein Zen-Kloster (1991) zusammenarbeitete. Das Shin-Shin-Tōitsu Aikidō (Ki Aikido) war seither dem Ki no Kenkyukai eingegliedert. Präsident des Ki no Kenyukai war bis zum Jahr 2007 Kōichi Tōhei, Nachfolger ist seit Oktober 2007 sein Sohn Shinichi Tōhei. 2012 wurde der Ki no Kenkyukai in Shin-Shin-Toitsu-Aikido-Kai umbenannt. Ki-Society bleibt weiterhin der international verwendete Name. [3]

Im Jahr 2002 verließ Kenjiro Yoshigasaki den Ki no Kenkyukai (Ki Society) und gründete einen eigenen internationalen Dachverband, die Ki No Kenkyukai Association Internationale[4]. Seither wird Ki-Aikido von zwei Verbänden vertreten. Seit 1995 hat sich Koretoshi Maruyama wieder dem Aikidō zugewandt und Aikidō-Yuishinkai entwickelt[5].

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hauptquartier der Ki no Kenkyukai (Ki Society) befindet sich in Ichikai in der Präfektur Tochigi in Japan. Nach eigenen Angaben gehören dem Verband in Japan 30.000 Personen an. Außerhalb Japans gibt es 100.000 weitere Mitglieder in 21 Ländern. Die größte Verbreitung hat Shin-Shin-Tōitsu Aikidō in Nordamerika und Hawaii. In Europa gibt es nach dem Austritt von Kenjiro Yoshigasaki aus dem Ki no Kenkyukai noch wenige Dōjō, derzeit drei in Deutschland, zwei in den Niederlanden und acht in Großbritannien, die der Organisation angehören.

Das Hauptquartier des Ki No Kenkyukai Association Internationale von Kenjiro Yoshigasaki befindet sich in Brüssel. Weltweit gehören diesem Verband über 120 Dojo an und in Deutschland werden auf der Website des Verbandes über 30 Dojo genannt, die Ki Aikido lehren[6].

Prinzipien des Shin-Shin-Tōitsu Do[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Vereinigung von Geist und Körper im Shin-Shin-Tōitsu Do hat Koichi Tohei vier Grundprinzipien aufgestellt[7], die derart aufeinander bezogen sind, dass kein Prinzip ohne die anderen realisiert werden kann und die anderen zugleich erreicht werden, wenn ein Prinzip verfolgt wird[8].

Den Einen Punkt halten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Prinzip bezieht sich auf einen bestimmten Punkt im Unterbauch, der in Japan als Ki kai tanden (das Meer aus Ki) bezeichnet wird. Dieser Eine Punkt bildet den Körperschwerpunkt, an dem der Unterleib den Oberkörper trägt, und befindet sich etwa drei Finger breit unterhalb des Bauchnabels. Das Prinzip, den Einen Punkt zu halten, besagt, dass der Geist in diesem Punkt ruhen und über ihn die Einheit von Geist und Körper realisieren soll[9].

Sich vollkommen entspannen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das zweite Prinzip besagt, dass die Einheit von Geist und Körper in vollkommener Entspannung zustande kommt. Verspannungen des Körpers oder des Geistes (z. B. Stress) zerstören die ursprüngliche Einheit und die Leistungsfähigkeit von Körper und Geist[10]. Dabei muss zwischen ausgeruhter Entspannung und Erschlaffung, der Folge geistiger und körperlicher Verspannungen, unterschieden werden. Vollkommene Entspannung ist ein kraftvoller Zustand[11].

Das Gewicht unten halten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das dritte Prinzip entspricht der Schwerkraft, die dem Körper Stabilität verleiht, und betont die Standfestigkeit und Ruhe, aus der heraus Aktivität erwächst[12]. Das Bewusstsein der natürlichen Schwere und Standfestigkeit gibt Vertrauen und unterstützt die vollkommene Entspannung[13].

Ki fließen lassen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das vierte Prinzip drückt die Einheit mit dem Universum aus. Das persönliche Ki ist eine temporäre Form des universellen Ki, aus dem es kommt und in das es zurückkehrt. Ki fließen zu lassen, benennt die Vereinigung sowohl von Geist und Körper als auch die Harmonie mit dem Universum[14]. Frei strömendes Ki entwickelt geistige und körperliche Stärke und fördere die Gesundheit, während (z. B. durch Verspannungen) blockiertes Ki Körper und Geist schwächt[15].

Shin-Shin-Tōitsu Aikidō[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Shin-Shin-Tōitsu Aikidō ist ein Aikidō-Stil, der Anfang der 1970er Jahre von Koichi Tohei entwickelt wurde. Shin-Shin-Tōitsu Aikidō und die von Schülern Tōheis begründeten Stile werden oft unter dem Begriff Ki-Aikidō zusammengefasst.

Für Ki-Aikido behalten die vier Prinzipien des Shin-Shin-Tōitsu Do ihre Gültigkeit, zusätzlich werden aber im Shin-Shin-Tōitsu Aikidō fünf Prinzipien des Aikidō benannt, die in allen Übungen und Situationen beachtet werden sollen[16]:

  • Ki fließen lassen
  • Den Geist des Partners erkennen
  • Das Ki des Partners erkennen
  • Sich an die Stelle des Partners versetzen
  • Mit Selbstvertrauen führen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ki Society (Shin-Shin-Tōitsu Aikidōkai)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stanley Pranin, Aikido Journal Online [1]
  2. Das Ki-Buch: S. 128.
  3. Homepage der Ki Society Japan.
  4. Aikido Info: Kenjiro Yoshigasaki.
  5. Aikido-Yuishinkai.
  6. Ki-Aikido Deutschland.
  7. Das Ki-Buch: S. 26-42. Ki im täglichen Leben: S. 31-58. Aikido mit Ki: S. 18-28.
  8. Das Ki-Buch: S. 39.
  9. Ki im täglichen Leben: S. 42. Aikido mit Ki: S. 21
  10. Ki im täglichen Leben: S. 49-53.
  11. Das Ki-Buch: S. 33.
  12. Das Ki-Buch: S. 33. Ki im täglichen Leben: S. 53.
  13. Das Ki-Buch: S. 36.
  14. Ki im täglichen Leben: S. 57 f.
  15. Das Ki-Buch: S 36.
  16. Maruyama/ Tohei: Aikido mit Ki, S. 52