Kieler Actien-Brauerei

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Flasche

Die Kieler Actien-Brauerei war eine Brauerei in Kiel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gruppe Geber-Stahlschmidt gründete die Brauerei Consul Carl Scheibel, die 1872 in die Kieler Actien-Brauerei umgewandelt wurde.[1][2] 1895 wurde die Brauerei erheblich erweitert, dazu begab die Commerzbank für diese Brauerei eine 4,5 %-Hypothekar-Anleihe von einer Million Mark.[3][2] Von 1876 bis 1917 wurde das Brauerei-Gelände an der Max-Planck-Straße von dieser Brauerei genutzt. Die „Brauerei Zur Eiche vormals Schwensen & Fehrs in Kiel zu Kiel“ übernahm am 27. September 1930 die „Kieler Actien-Brauerei vormals Scheibel“ durch Fusion mit Wirkung ab 1. Oktober 1929. Die Eiche-Brauerei wurde 1979 von Berliner Kindl übernommen.

Gebäude an der Max-Planck-Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1846 wurden zwischen der heutigen Max-Planck-Straße und dem Kreienbarg an der Moorteichwiese von der Brauerei Willrodt unterirdische Brauerei-Betriebsräume errichtet und das Ausflugslokal „Felsenhalle“ gebaut, wozu ein achteckiger Turm gehörte, der als Hebevorrichtung für die Bierfässer und als Aussichtsturm für Gäste der Gastwirtschaft diente. Maschinengebäude, Fasslager, Böttcherei und fünf Lagerkeller wurden gebaut. 1872 wurden die Kellergewölbe erweitert.[2] Ab 1876 war das Gelände im Besitz der Kieler Actien-Brauerei und das Ausflugslokal diente ihren Direktoren als Wohnhaus. 1917 wurde der Braubetrieb auf dem Gelände eingestellt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das oberirdische Gebäude teilweise zerstört. Die Lindenallee, die zur ehemaligen Felsenhalle führt, sowie Teile des Gebäudes und der Turm existieren noch heute (Stand 2010). Das Gebäude dient als Wohngebäude (Stand 2010).

Im Dezember 2010 stürzten 100 Quadratmeter Gewölbedecke des ehemaligen Brauereikellers ein. Die weit verzweigten Gewölbekeller reichen bis unter die nahe gelegenen Mehrfamilienhäuser in der Max-Planck-Straße 16, 18 und 20, deren 50 Bewohner daher evakuiert wurden, bis Statiker zwei Tage später Entwarnungen geben konnten.[4][5][6] Einige der Gebäudegründungen gehen durch die Brauerei-Gewölbe.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Otto Glagau: Der Börsen- und Gründungs-Schwindel in Berlin. P. Frohberg, Leipzig 1876, S. 289.
  2. a b c d Kieler Nachrichten, Druckausgabe vom Freitag, den 17. Dezember 2010.
  3. Detlef Krause: Die Commerz- und Disconto-Bank 1870–1920/23: Bankgeschichte als Systemgeschichte. Franz Steiner Verlag, 2004, ISBN 3-515-08486-X, S. 150.
  4. Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag: Gewölbekeller eingestürzt – Häuser geräumt. 16. Dezember 2010, abgerufen am 7. März 2017.
  5. Kieler Nachrichten: Geräumte Mehrfamilienhäuser weiter gesperrt. (Nicht mehr online verfügbar.) 15. Dezember 2010, archiviert vom Original am 18. Dezember 2010; abgerufen am 18. Dezember 2010.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kn-online.de
  6. Kieler Nachrichten: Mehrfamilienhäuser wieder freigegeben. 17. Dezember 2010, abgerufen am 2. März 2017.

Koordinaten: 54° 18′ 44,1″ N, 10° 7′ 17,9″ O