Kisenosato Yutaka

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稀勢の里 寛
Kisenosato Yutaka
Kisenosato 08 Sep.jpg
Persönliche Daten
Wirklicher Name Yutaka Hagiwara
Geboren 3. Juli 1986
Geburtsort Ibaraki, Japan
Größe 1,87 m
Gewicht 175 kg
Karriere
Heya Tagonoura
Karrierebilanz 800–496–97
714–453–97 (Makuuchi)
Debüt März 2002
Höchster Rang Yokozuna (Januar 2017)
Turniersiege 2 (Makuuchi)
1 (Makushita)
Rücktritt Januar 2019

Kisenosato Yutaka (japanisch 稀勢の里 寛; * 3. Juli 1986 in Ibaraki als Yutaka Hagiwara (萩原 寛)) ist ein ehemaliger japanischer Sumōringer. Von 2004 bis 2019 kämpfte er in der Makuuchi-Division, der höchsten japanischen Liga. Im Januar 2017 wurde er zum 72. Yokozuna befördert, dem höchsten Rang im Sumō.[1] Am 16. Januar 2019 trat er als Yokozuna zurück und beendete somit seine aktive Karriere.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Untere Ligen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hagiwara wurde 2001 vom ehemaligen Yokozuna Takanosato rekrutiert und schloss sich dem Stall Naruto-beya an (dieser wurde 2013 in Tagonoura-beya umbenannt). Im Mai 2002 gab Hagiwara sein Debüt im professionellen Sumō, wobei er zunächst unter seinem Familiennamen kämpfte.

Nachdem er seine ersten beiden Turniere mit einer 6-1 Bilanz abschließen konnte, durfte er noch im gleichen Jahr bereits in der vierthöchsten Division (Sandanme) kämpfen. In seinem fünften Turnier in der Sandanme-Division gelang ihm eine perfekte 7-0 Bilanz. Im Stichkampf um den Turniersieg unterlag er jedoch dem erfahrenen Tenpozan. Nach dem Turnier stieg Hagiwara in die Makushita-Division auf. Im Januar 2004 gewann er das Makushita-Yusho. Im darauffolgenden Turnier gelang ihm dank seiner fünf Siege der Aufstieg in die Jūryō-Division.

Während seiner kurzen Zeit in Jūryō (drei Turniere) erzielte Hagiwara stets eine positive Bilanz (Kachi-koshi). Danach stieg er in die erstklassige Makuuchi-Division auf. Bei seinem Debüt im November 2004 war er mit 18 Jahren ungewöhnlich jung. Hagiwara erhielt von seinem Stallmeister den Ringnamen Kisenosato.

Maegashira und Junior-San’yaku[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kisenosato beim Natsu Basho 2009

Während seiner ersten fünf Turniere befand sich Kisenosato in den unteren Maegashira-Rängen. Im September 2005 machte er durch eine Bilanz von 12-3 auf sich aufmerksam, welche ihm seinen ersten Kantō-shō einbrachte. Er stieg zum Maegashira 5 auf und durfte sich im folgenden Turnier zum ersten Mal mit den stärksten Kämpfern messen.

Im Juli 2006 gab er sein Debüt als Komusubi. In den darauffolgenden Jahren pendelte er mehrfach zwischen den San’yaku- und Maegashira-Rängen. Dabei erbeutete er nach Siegen über die Yokozuna Asashōryū (Januar 2008) und Hakuhō (September 2008) seine beiden ersten Kinboshi. Im März 2009 erreichte Kisenosato zum ersten Mal den Rang eines Sekiwake. Im November 2010 gewann Kisenosato seinen dritten und letzten Kinboshi, als er die 63 Kämpfe andauernde Siegesserie von Hakuhō beendete.

Ab 2011 war Kisenosato dauerhaft in den San’yaku-Rängen etabliert. Höhepunkt des Jahres war das Turnier im September, das er mit 12-3 abschloss und damit sein erstes Jun-Yusho holte. Insgesamt sammelte er in den letzten drei Turnieren des Jahres 32 Siege und wurde daraufhin zum Ōzeki ernannt.

Ōzeki[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinem neuen Rang zeigte Kisenosato konstant gute Leistungen und konnte oft eine zweistellige Anzahl an Siegen einfahren. Im Mai 2013 war er nach 13 Tagen noch ungeschlagen, errang aber nur ein Jun-Yusho, wie auch in den drei Turnieren danach. Nach einem 13-2 im November 2013 galt er als Kandidat für eine Yokozuna-Beförderung, wofür er das nächste Turnier hätte gewinnen müssen. Im Gegensatz dazu erlitt Kisenosato im Januar 2014 sein erstes Make-koshi seit drei Jahren und war im März 2014 daher zum einzigen Mal Kadoban-Ōzeki. Einziger Höhepunkt des Jahres 2014 war ein Jun-Yusho im Mai, bei dem er 13 Siege verbuchen konnte.

2015 verlief eher unauffällig, wobei Kisenosato zwar zwei Jun-Yusho holte, jeweils aber nur auf 11 Siege kam. Dafür nahm seine Karriere 2016 wieder Fahrt auf: Dabei kam es zu der ungewöhnlichen Konstellation, dass Kisenosato die meisten Siege (69) aller Makuuchi-Kämpfer im Kalenderjahr errang, ihm der erste Turniersieg aber weiterhin verwehrt blieb. Am Ende des Jahres standen weitere vier Jun-Yusho zu Buche.

Im Januar 2017 gewann Kisenosato mit dem Hatsu Basho endlich sein erstes Yusho. Nach 14 Tagen stand er bereits als Sieger fest. Zusätzlich bezwang er am Schlusstag den Yokozuna Hakuhō und schloss das Turnier mit einer Bilanz von 14-1 ab. Daraufhin erfolgte die Ernennung von Kisenosato zum 72. Yokozuna.[2]

Yokozuna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kisenosato als Yokozuna

Durch Kisenosatos Ernennung war erstmals seit Takanohanas Rücktritt 2003 wieder ein gebürtiger Japaner im Rang eines Yokozuna. Die letzte Beförderung eines gebürtigen Japaners hatte 1998 stattgefunden (Takanohanas Bruder Wakanohana). Am 27. Januar führte Kisenosato am Meiji-Schrein seine erste Dohyo-iri-Zeremonie (Betreten des Rings) als Yokozuna durch.[3]

Im März 2017 siegte er beim Haru Basho. Am 13. Tag des Turnieres hatte er sich verletzt, konnte aber an Tag 15 durch einen Sieg über Terunofuji mit diesem gleichziehen und besiegte ihn ein weiteres Mal im Play-off. Damit holte sich Kisenosato als erster Yokozuna seit 22 Jahren den Titel bei seinem Debüt im höchsten Rang.[4] Für das Mai-Turnier wurde Kisenosato nach 16 Jahren als erster Japaner seit Takanohana als Yokozuna 1 Ost geführt.

Die folgenden anderthalb Jahre waren für Kisenosato von Verletzungen geprägt, weshalb er acht Turniere in Folge vorzeitig beendete oder gar nicht erst antrat. Erst im September 2018 erreichte er wieder ein Kachi-koshi.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Januar 2009 ist Kisenosato Eigentümer des Araiso-Kabu, was ihm ermöglicht, nach Ende seiner Karriere als Oyakata im Sumoverband zu verbleiben.[5]

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kisenosato gewinnt etwa zwei Drittel seiner Kämpfe, indem er den Gegner aus dem Ring drängt: 41 Prozent seiner Kämpfe beendet er durch Yorikiri (Hinausdrängen mit Griff am Mawashi), weitere 25 Prozent durch Oshidashi (Hinausdrängen ohne Griff am Mawashi).[6] Bei anderen Kämpfern werden diese beiden Kimarite im Durchschnitt in weniger als der Hälfte aller Kämpfe verwendet. Kisenosatos dritthäufigste Technik ist Tsukiotoshi mit 8 Prozent (Niederstoßen mit dem Arm gegen den Oberkörper des Gegners).

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Hatsu (Januar) Haru (März) Natsu (Mai) Nagoya (Juli) Aki (September) Kyushu (November) Siegquote
2002 Maezumo Jonokuchi 26 Ost
6-1
Jonidan 61 Ost
6-1
Sandanme 95 West
4-3
Sandanme 77 West
5-2
75 %
2003 Sandanme 49 West
5-2
Sandanme 21 West
3-4
Sandanme 37 Ost
7-0 D
Makushita 25 Ost
3-4
Makushita 35 West
5-2
Makushita 25 Ost
4-3
64 %
2004 Makushita 18 Ost
7-0 Y
Makushita 1 Ost
5-2
Juryo 12 West
9-6
Juryo 6 Ost
8-7
Juryo 3 West
9-6
Maegashira 16 West
9-6
64 %
2005 Maegashira 12 West
6-9
Maegashira 15 West
8-7
Maegashira 11 West
5-10
Maegashira 15 West
7-8
Maegashira 16 West
12-3
Maegashira 5 Ost
5-10
48 %
2006 Maegashira 9 Ost
8-7
Maegashira 7 Ost
10-5
Maegashira 1 Ost
8-7
Komusubi 1 West
8-7
Komusubi 1 Ost
8-7
Komusubi 1 Ost
8-7
56 %
2007 Komusubi 1 Ost
7-8
Maegashira 1 Ost
6-9
Maegashira 3 West
6-9
Maegashira 6 West
11-4
Komusubi 1 Ost
6-9
Maegashira 2 Ost
9-6
50 %
2008 Maegashira 1 Ost
10-5
Komusubi 1 Ost
8-7
Komusubi 1 Ost
10-5
Komusubi 1 Ost
6-9
Maegashira 2 Ost
6-9
Maegashira 4 Ost
11-4
57 %
2009 Komusubi 1 Ost
8-7
Sekiwake 1 West
5-10
Maegashira 4 Ost
13-2
Sekiwake 1 West
9-6
Sekiwake 1 Ost
7-8
Komusubi 1 Ost
6-9
53 %
2010 Maegashira 3 West
9-6
Komusubi 1 Ost
9-6
Sekiwake 1 Ost
8-7
Sekiwake 1 Ost
7-8
Komusubi 1 Ost
7-8
Maegashira 1 Ost
10-5
56 %
2011 Sekiwake 1 Ost
10-5
abgesagt Sekiwake 1 West
8-7
Sekiwake 1 West
10-5
Sekiwake 1 West
12-3 J
Sekiwake 1 Ost
10-5
67 %
2012 Ozeki 3 West
11-4
Ozeki 2 Ost
9-6
Ozeki 2 Ost
11-4
Ozeki 1 Ost
10-5
Ozeki 1 West
10-5
Ozeki 1 West
10-5
68 %
2013 Ozeki 1 Ost
10-5
Ozeki 1 Ost
10-5
Ozeki 1 Ost
13-2 J
Ozeki 1 Ost
11-4 J
Ozeki 1 Ost
11-4 J
Ozeki 1 Ost
13-2 J
76 %
2014 Ozeki 1 Ost
7-8
Ozeki 2 Ost
9-6
Ozeki 1 Ost
13-2 J
Ozeki 1 Ost
9-6
Ozeki 1 West
9-6
Ozeki 1 West
11-4
64 %
2015 Ozeki 1 Ost
11-4 J
Ozeki 1 Ost
9-6
Ozeki 1 Ost
11-4 J
Ozeki 1 Ost
10-5
Ozeki 1 West
11-4
Ozeki 1 West
10-5
69 %
2016 Ozeki 1 Ost
9-6
Ozeki 1 West
13-2 J
Ozeki 1 Ost
13-2 J
Ozeki 1 Ost
12-3 J
Ozeki 1 Ost
10-5
Ozeki 1 West
12-3 J
77 %
2017 Ozeki 1 Ost
14-1 Y
Yokozuna 2 West
13-2
Yokozuna 1 Ost
6-5-4
Yokozuna 2 Ost
2-4-9
Yokozuna 2 Ost
0-0-15
Yokozuna 2 Ost
4-6-5
68 %
2018 Yokozuna 1 West
1-5-9
Yokozuna 2 Ost
0-0-15
Yokozuna 2 Ost
0-0-15
Yokozuna 2 Ost
0-0-15
Yokozuna 2 Ost
10-5
Yokozuna 2 Ost
0-5-10
42 %
2019 Yokozuna 1 Ost
Rücktritt
0-4-11
x x x x x

Y = Yusho (Turniersieg)
J = Jun-yusho (2. Platz)

Kurioses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kisenosato gab bereits mit 18 Jahren sein Debüt in der Makuuchi-Division.

Kisenosato gewann fünf Mal den Shukun-shō. Keinem anderen aktiven Rikishi gelang dies häufiger.

Am zweiten Tag des Kyushu Basho 2010 beendete der damalige Maegashira Kisenosato die Siegesserie von Yokozuna Hakuhō, welcher zuvor 63 Kämpfe in Folge ungeschlagen geblieben war.

Kisenosato ist der einzige aktive Rikishi in der Makuuchi-Division, der seit März 2002 an jedem Turnier teilnahm. Bis Januar 2014 verpasste er dabei keinen Kampf. Am letzten Tag des Hatsu Basho 2014 trat er verletzungsbedingt nicht zum Kampf gegen Kotoshōgiku an, sodass dieser durch fusen gewann.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kisenosato Yutaka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kisenosato zum Yokozuna befördert.(www.cibersumo.com)
  2. Kisenosato becomes Yokozuna. (Nicht mehr online verfügbar.) In: www3.nhk.or.jp. NHK World, 25. Januar 2017, archiviert vom Original am 25. Januar 2017; abgerufen am 25. Januar 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www3.nhk.or.jp
  3. Kisenosatos erstes Dohyo-iri am Meiji-Schrein (The Japan Times)
  4. Kisenosato gewinnt das Haru Basho 2017 (www.cibersumo.com)
  5. Geschichte des Araiso-Kabu (Sumo Reference)
  6. Verwendete Siegtechniken laut Sumo Reference (Stand: Januar 2018)