Klammerbeutel

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Klammerbeutel – hier mit Schürze – um 1890

Ein Klammerbeutel ist ein in der Regel aus Stoff bestehendes Säckchen oder ein Beutel zur Aufbewahrung von Wäscheklammern. Es gibt ihn in diversen Variationen z.B. mit Schürze oder gehäkeltem „Eingriff“.

Redensart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Der muss wohl mit dem Klammerbeutel gepudert sein!“ — Er muss verrückt sein, wenn er so etwas tut. Gemeint ist hier der Beutel im Mehlkasten einer Mühle, der durch eine klammerähnliche Vorrichtung geschüttelt wird, um die Kleie vom Mehl zu trennen. Wenn der Mehlkasten während des Mahlens geöffnet wird, stäubt das Mehl den Müller ein.[1] Das ist nicht nur unangenehm, sondern erhöht zudem die Gefahr einer Staubexplosion. Bundesweit bekannt wurde diese Redensart durch Björn Engholm, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein.

Eine weitere Lesart des Spruchs besagt, dass jemand im übertragenen Sinn nicht im Gesicht mit einer Puderquaste vorsichtig abgepudert wurde, sondern mit einem Wäscheklammerbeutel mit schweren Holzklammern einen Schlag vor den Kopf bekommen hat, der zu Wahrnehmungsstörungen führen kann.[2][3][4]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Duden, Redewendungen, 3. Auflage, Seite 419
  2. Lutz Röhrich: Das Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Band 2: Hanau–Saite. 3. Auflage, ISBN 978-3-9811483-8-1, Seite 846.
  3. http://www.geo.de/GEOlino/mensch/redewendungen/deutsch/redewendung-mit-dem-klammerbeutel-gepudert-70770.html
  4. http://www.blueprints.de/wortschatz/von-kairos-bis-mulus-mulum/mit-dem-klammerbeutel-gepudert.html