Klapphocker

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Der Klapphocker, (Falthocker) ist ein Sitzmöbel. Die Sitzfläche besteht aus einem stabilen Gewebe, das über feste einander gegenüberliegende Stangen gespannt ist. Ein Klapphocker ist klein und leicht. Er lässt sich schnell zusammenfalten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits vor ca. 4500 Jahren war der Klapphocker im Mittelmeerraum bekannt. So ist er auf alten Siegeln aus Mesopotamien ist zu erkennen. Auch die Pharaonen in Ägypten benutzen das mobile Möbelstück bereits.[1] Im Norden Europas ist für die Bronzezeit der Gebrauch von Falthockern belegt.[1] 1899 wurden in Niedersachsen bei Buxtehude die Überreste eines Klapphockers von ca. 1400 vor Chr. gefunden: der Klapphocker von Daensen.[1] Dieser Falthocker war als Grabbeigabe in einem Hügelgrab enthalten. Neben den Metallbeschlägen wurden auch ein Stück Leder und einige Holzstücke ausgegraben.[2]

Für die Sitzfläche der Hocker wurden je nach Region unterschiedliche Materialien eingesetzt. Es finden sich sowohl Tierfelle als auch Tierhäute wie beispielsweise die Haut des Fischotters.[1]

Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon die römischen Magistrate nutzten den Klapphocker als praktischen Stuhl auf Reisen[3].[1]

Im Lauf der Zeit haben sich die eingesetzten Materialien geändert. Wurde der Falthocker anfangs aus Holz und Tierfell oder Tierhäuten gefertigt, so wird er heute aus leichten belastbaren Materialien wie Aluminiumstangen hergestellt. Als Sitzfläche kommen moderne Hightechgewebe zum Einsatz. Der moderne Falthocker ist klein zusammenfaltbar und so leicht, dass er in einem Rucksack Platz findet.

Klapphocker werden heute hauptsächlich im Outdoorbereich eingesetzt. Sie werden als Campinghocker benutzt oder auch als mobile Sitzgelegenheit beim Angeln oder Wandern.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Bote von der Waterkant, in: Der Spiegel 18/2012, http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-85431550.html, von Matthias Schulz. Abgerufen am 21. Juli 2013
  2. Willi Wegewitz: Der Klappstuhl aus Daensen. In: Das Abenteuer der Archäologie. Isensee, Oldenburg 1994, ISBN 3-89442-230-0, S. 187-193.
  3. Faltstuhl, in: Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann, http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_2749.html, Abgerufen am 21. Juli 2013