Kleingarnstadt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Kleingarnstadt
Koordinaten: 50° 15′ 13″ N, 11° 5′ 8″ O
Höhe: 389 m ü. NN
Einwohner: 135 (2014)[1]
Eingemeindung: 1. April 1971
Postleitzahl: 96237
Vorwahl: 09562
Bürgerhaus
Bürgerhaus

Kleingarnstadt ist ein Ortsteil der oberfränkischen Gemeinde Ebersdorf bei Coburg im Landkreis Coburg.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleingarnstadt liegt etwa neun Kilometer südöstlich von Coburg. Die Kreisstraße CO 11 verbindet den Ort mit Blumenrod und Bieberbach, die CO 13 mit Großgarnstadt. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Oberwasungen und Oberfüllbach. Der Burkhartsberg mit 423 Metern ist die höchste Erhebung im Gemeindegebiet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleingarnstadt wurde erstmals 1125 urkundlich erwähnt.[1] 1225 lautete die Ortsbezeichnung „Garnstat minori“. Sie geht wohl auf den Personennamen Garo (Kurzform von Garibert, Garibald oder Garimer) zurück.[2]

Grundherren waren in dem Ort unter anderem die Klöster Sonnefeld und Banz. 1353 kam Kleingarnstadt mit dem Coburger Land im Erbgang zu den Wettinern und war somit ab 1485 Teil des Kurfürstentums Sachsen, aus dem später das Herzogtum Sachsen-Coburg hervorging. Nach dem Tod von Herzog Albrecht im Jahr 1699 kam Kleingarnstadt als Teil des Amtes Sonnefeld im Jahr 1705 zu Sachsen-Hildburghausen. 1826 gelangte das Amt Sonnefeld gemäß dem Teilungsvertrag zu Hildburghausen wieder zu Sachsen-Coburg.

Kleingarnstadt gehört seit Jahrhunderten zum evangelisch-lutherischen Kirchspiel Großgarnstadt. Die Feuerwehr Kleingarnstadt wurde 1835 gegründet und sorgt seitdem für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe. 1911 wurde das Schulhaus eingeweiht, das bis 1967 in Betrieb war.[1]

In einer Volksbefragung am 30. November 1919 stimmten 4 Kleingarnstadter Bürger für den Beitritt des Freistaates Coburg zum thüringischen Staat und 50 dagegen. Somit gehörte ab dem 1. Juli 1920 auch Kleingarnstadt zum Freistaat Bayern.[3]

Eine Flurbereinigung erfolgte 1963 bis 1971. 1969 nahm das Unternehmen Martin Metallverarbeitung GmbH ihr erstes Werk in Kleingarnstadt in Betrieb, das 2015 rund 270 Mitarbeiter hat.[4] Nach einer Abstimmung am 21. Februar mit 78 Stimmen für Ebersdorf und 17 Stimmen für Sonnefeld wurde Kleingarnstadt am 1. April 1971 nach Ebersdorf bei Coburg eingegliedert.[5]

2001 wurden im Rahmen der Dorferneuerung das Bürgerhaus und ein neuer Dorfbrunnen eingeweiht.[1]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl
1910 206[6]
1933 191[7]
1939 194[7]
1971 193
2014 135

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kleingarnstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Informationstafel im Ort
  2. Horst Graßmuck: Die Ortsnamen des Landkreises Coburg. Inaugural-Dissertation der Universität Erlangen 1955, S. 27
  3. Coburger Zeitung, Ausgabe Nr. 281 vom 2. Dezember 1919
  4. http://oberfrankenjobs.de/unternehmenssuche/martin-metallverarbeitung-gmbh-13626
  5. http://www.ebersdorf.de/rathaus-buergerservice/zahlendatenfakten/index.php
  6. www.gemeindeverzeichnis.de
  7. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Stadt und Landkreis Coburg. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).