Ebersdorf bei Coburg
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 50° 13′ N, 11° 4′ O | |
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Oberfranken | |
| Landkreis: | Coburg | |
| Höhe: | 310 m ü. NHN | |
| Fläche: | 26,36 km² | |
| Einwohner: | 6040 (31. Dez. 2025)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 229 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 96237 | |
| Vorwahl: | 09562 | |
| Kfz-Kennzeichen: | CO, NEC | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 4 73 121 | |
| Gemeindegliederung: | 7 Gemeindeteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Raiffeisenstr. 1 96237 Ebersdorf | |
| Website: | www.ebersdorf.de | |
| Erster Bürgermeister: | Tom Schultheiß | |
| Lage der Gemeinde Ebersdorf b.Coburg im Landkreis Coburg | ||
Ebersdorf bei Coburg (amtlich: Ebersdorf b.Coburg) ist eine Gemeinde und ein Dorf im oberfränkischen Landkreis Coburg.

Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ebersdorf liegt im oberen Tal des Füllbaches, eines Nebenflusses der Itz. Südlich des Ortes erstreckt sich der Lichtenfelser Forst.
Nachbargemeinden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden: Coburg, Rödental, Neustadt bei Coburg, Sonnefeld, Weidhausen bei Coburg, Lichtenfels, Grub am Forst.
Gemeindegliederung
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Es gibt sieben Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2][3]
- Dürrmühle (Einöde)
- Ebersdorf b.Coburg (Pfarrdorf)
- Friesendorf (Dorf)
- Frohnlach (Dorf)
- Großgarnstadt (Pfarrdorf)
- Kleingarnstadt (Dorf)
- Oberfüllbach (Dorf)
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemeindenamen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die amtliche Schreibweise des Gemeindenamens lautet seit dem 1. Januar 1922 Ebersdorf b.Coburg. Von 1890 bis 1921 wurde die Bezeichnung Ebersdorf/Werrabahn verwendet. Zuvor waren die Namen Ebersdorf, Ebersdorf bei Sonnefeld und Ebersdorf am Forst gebräuchlich.[4.1]
Bis zum Wechsel nach Bayern
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine Besiedlung der Umgebungs lässt sich durch archäologische Funde auf die Mittlere Steinzeit (Tardenoisien) datieren. Das Gebiet im Banzer Wald lag seit 1071 nach einer Schenkung durch Markgräfin Alberada von Schweinfurt im Besitz der Bamberger Bischöfe. Sie hatte auch das Kloster Banz bei Lichtenfels gegründet. Ebersdorf wurde 1260–1264 erstmals indirekt urkundlich erwähnt,[5] als der Ministeriale Eberhard von Sonneberg Rodeland für seinen Herrenhof als Lehen vom Bamberger Bischof Berthold von Leiningen erhielt. Zuvor hatte dort der Sonneberger Graf Heinrich am 7. Januar 1260 ein Zisterzienserinnenkloster gegründet.[6] In einem Stiftungsbrief des Klosters Sonnefeld vom 29. Juli 1264 folgte die urkundliche Namensnennung des Ortes Ebberharstorf.[4.2] Ein Brand zerstörte zwischen 1286 und 1287 das Kloster; der Wiederaufbau erfolgte in der Nachbarschaft bei Hofstädten.[4.3]
Als Teil des Amtes Sonnefeld, das aus den Besitzungen des aufgehobenen Klosters entstanden war, gehörte die Gemeinde Ebersdorf bis 1918 zum Herzogtum Sachsen-Coburg. Nur zwischen 1705 und 1826 war sie in Folge von Erbstreitigkeiten nach dem Tod von Herzog Albrecht von Sachsen-Gotha-Altenburg Teil des Fürstentums bzw. Herzogtums Sachsen-Hildburghausen.[5.1][5.2] 1920 wurde sie zusammen mit dem Freistaat Coburg in Bayern eingegliedert.[5.3]
Ab etwa 1400 entwickelte sich Ebersdorf zum Zentrum des Handwerks der Weißbüttnerei, einige Betriebe hatten bis in das 20. Jahrhundert bestand.[5.4] Das notwendige weiße Fichten- oder Tannenholz stammte aus dem Lichtenfelser Forst. Das Handwerk der Korbmacherei kam im 19. Jahrhundert über Michelau nach Ebersdorf.[5.5] Daraus entwickelte sich ab 1948 die Polstermöbelindustrie.[5.6]
Eingemeindungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 1. Januar 1965 wurde Friesendorf eingemeindet. Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern kamen am 1. April 1971 Großgarnstadt, Kleingarnstadt und Oberfüllbach hinzu.[7] Frohnlach folgte am 1. Mai 1978.[8]
Einwohnerentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 1508 zählte Ebersdorf 23 Einwohner. Bis 1618 wuchs die Zahl um 35 % auf 30 Einwohner an.[5.7] 1780 lebten 283 Einwohner in Ebersdorf.[5.8] Im Jahr 1939 zählte die Gemeinde 3227 Einwohner.[5.9] Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs die Gemeinde von 5525 auf 6017 um 492 Einwohner bzw. um 8,9 %. Ein Höchststand wurde am 31. Dezember 1996 mit 6455 Einwohnern erreicht.
Politik
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Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erster Bürgermeister ist Tom Schultheiß (Bürgergemeinschaft), Zweiter Bürgermeister ist Jürgen Heymann (CSU) und Dritter Bürgermeister Alexander Knorr (Bürgergemeinschaft).[9]
Gemeinderat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Gemeinderat besteht aus dem Ersten Bürgermeister und 20 Gemeinderatsmitgliedern. Die Gemeinderatswahl 2026 ergab folgende Verteilung der Mitglieder:[10]
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Blasonierung: „In Gold über gesenktem roten Sparren ein silbern bewehrter, rot gezungter schwarzer Eberrumpf, im rechten und linken Obereck je eine rote heraldische Rose mit goldenen Butzen und silbernen Kelchblättern.“[11] | |
| Wappenbegründung: Der Eber steht redend für den Ortsnamen. Die Farben Schwarz und Gold erinnern an das Herzogtum Sachsen-Coburg, das 1525 nach der Aufhebung des Klosters Sonnefeld in den grundherrlichen Besitz des Amtes Sonnefeld kam. Der rote Sparren weist auf die Herren von Sonneberg hin. Das Wappen dieser Ministerialenfamilie enthielt drei rote Sparren. Die beiden Rosen sind aus dem Wappen der Gemeinde Frohnlach entnommen und stehen stellvertretend für die sechs Orte der Gemeinde.[11]
Dieses Wappen wird seit 1982 geführt.[11] |
Baudenkmäler
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Bodendenkmäler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Unternehmen
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Ebersdorf ist Industriestandort für Möbel- und Polstermöbel, Wellpappe, Maschinenbau und Vliesstoff. Bis zu 14 Polstermöbelhersteller waren in Ebersdorf beheimatet. Der größte Arbeitgeber mit etwa 800 Beschäftigten ist ein Werk der Mondi-Gruppe (ehemals Schumacher Packaging),[12] die in Ebersdorf unter anderem 300 Millionen Quadratmeter Wellpappe jährlich herstellt.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ebersdorf liegt an der B 303, die von Coburg nach Kronach führt. Seit Oktober 2007 existiert eine Autobahnanschlussstelle der A 73 Nürnberg–Suhl. Der Ort besaß seit 1858 einen Eisenbahnanschluss an die Werrabahn, die damals Eisenach und Lichtenfels verband. 1901 folgte die Steinachtalbahn zunächst nach Weidhausen und später nach Neustadt. 1946 wurde das Streckennetz im damaligen Grenzgebiet umstrukturiert. Heute fahren auf der Bahnstrecke Züge von Lichtenfels über Coburg nach Sonneberg. Die Steinachtalbahn wurde in den 1980ern stillgelegt.
Feuerwehr und Rettungsdienst
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Ebersdorf ist seit 2010 Standort der Integrierten Leitstelle Coburg, von der aus alle Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst in den Landkreisen Coburg, Kronach und Lichtenfels koordiniert werden.[13]
Die Ebersdorfer Feuerwehr wurde erstmalig 1720 urkundlich nach dem Bau eines „Letter-Heußlein“ erwähnt worden und bestand aus 12 bestellten Feuerwehrmännern. In der Dorfsordnung von 1790 wurde der Brandschutz erwähnt. Mit Verfügung vom März 1835 nach dem Erlass zur Feuerschutzordnung 1834 durch Herzog Ernst I. mussten im damaligen Amt Sonnefeld drei Vereine für Feuerlösch- und Rettungsmannschaften gegründet werden. Heute existieren Löschgruppen in Ebersdorf, Frohnlach, Großgarnstadt, Kleingarnstadt und Oberfüllbach.[5.10]
Das Bayrische Rote Kreuz besitzt eine Bereitschaft, die 1931 gegründet wurde.[14]
Schulen
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Die Gemeinde hat eine Grund- und Mittelschule mit einer Schulturnhalle, einem Lehrschwimmbecken, modernen Computerräumen, einem Physiksaal und vielen anderen Fachräumen. Die Grundschule hatte bis 2014 eine Außenstelle in Großgarnstadt.[15] Die Volkshochschule Coburg hat in Ebersdorf eine Außenstelle.[16]
Soziale Einrichtungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- In der Gemeinde Ebersdorf gibt es einen evangelischen und einen katholischen Kindergarten, in Großgarnstadt befindet sich ein weiterer evangelischer Kindergarten.
- In Ebersdorf gibt es ein Alten- und Pflegeheim mit Kurzzeitpflege sowie eine Tagespflegeeinrichtung in Trägerschaft des Bayerischen Rote Kreuzes, und eine Einrichtung für betreutes Wohnen und Pflege des Arbeiter-Samariter-Bundes.
- In der Garnstadter Straße ist eine Sozialstation des Bayerischen Rote Kreuzes untergebracht.
Dialekt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Gemeinde wird Itzgründisch, ein mainfränkischer Dialekt, gesprochen.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Website der Gemeinde Ebersdorf bei Coburg
- Ebersdorf bei Coburg: Amtliche Statistik des Bayerischen Landesamtes für Statistik (PDF, 1,66 MB)
- 750 Jahre Ebersdorf bei Coburg
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2025. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Mai 2026, abgerufen am 21. Mai 2026 (Hilfe dazu).
- ↑ Gemeinde Ebersdorf in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek
- ↑ Gemeinde Ebersdorf b.Coburg, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 3. Dezember 2021.
- Harald Kutscher: 750 Jahre Ebersdorf b.Coburg. 1262 – 2012. Hrsg.: Gemeinde Ebersdorf b.Coburg. Ebersdorf b.Coburg 2012 (304 S.).
- ↑ Walter Schneier: Blick in die Geschichte. Ebersdorf b. Coburg. Hrsg.: Gemeinde Ebersdorf b. Coburg. Ebersdorf bei Coburg 1990, DNB 920536018, S. 23–27 (272 S.).
- ↑ Geschichte. Ebersdorf im Zeitraffer. In: 750-jahre.ebersdorf.de. Gemeinde Ebersdorf b.Coburg, abgerufen am 8. April 2026.
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 441.
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 680 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
- ↑ Mathias Mathes: Gemeinderat Ebersdorf. Ab jetzt geht es um Lösungen. In: Neue Presse Coburg. 10. Mai 2026, abgerufen am 14. Mai 2026.
- ↑ Gemeinderatswahl 2026. Endergebnis. Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern, 8. März 2026, abgerufen am 1. April 2026.
- 1 2 3 Wappen von Ebersdorf bei Coburg in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
- ↑ Christian Holhut: Millionen-Deal mit Schumacher Packaging. Mondi übernimmt. In: Neue Presse Coburg. 9. Oktober 2024, abgerufen am 8. April 2026.
- ↑ Von der Rettungsleitstelle zur Integrierten Leitstelle. Eine neue Zentrale entsteht. Bayerisches Rotes Kreuz, abgerufen am 2. April 2026.
- ↑ Festschrift zum Jubiläum. (pdf) 75 Jahre BRK Sanitätsbereitschaft Ebersdorf. BRK-Bereitschaft Ebersdorf, 2006, S. 36, abgerufen am 2. April 2026.
- ↑ Klaus Schlenk: Die Tage sind gezählt. In: Neue Presse Coburg. 17. Mai 2014, abgerufen am 2. April 2026.
- ↑ VHS Außenstelle Ebersdorf. Gemeinde Ebersdorf b.Coburg, abgerufen am 2. April 2026.

