Komainu

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Komainu im Ninna-ji
Ninnaji Kyoto34s4592.jpg
Agyō/chinesischer Typ
Ninnaji Kyoto33s4592.jpg
Ungyō/koreanischer Typ


Komainu (jap. 狛犬, auch 胡麻犬 oder 高麗犬) sind meist steinerne Wächterfiguren in Löwengestalt, die vor oder in japanischen buddhistischen Tempeln und Shintō-Schreinen zur Abwehr böser Geister aufgestellt wurden.

Koma (高麗 oder ) ist ein alter japanischer Name für das koreanische Königreich Goguryeo (高句麗) das im Jahr 668 unterging, während inu ‚Hund‘ bedeutet. Der Name ergibt damit „Goguryeo-Hund“ bzw. „koreanischer Hund“ und stand ursprünglich nur für eine spezielle hundeähnliche Form.[1]

Während der Nara-Zeit (8. Jahrhundert) wurde aus China der Brauch übernommen ein Paar von chinesischen Wächterlöwen (獅子, shishi bzw. 唐獅子 karajishi[2]) zum Schutz aufzustellen.[3] In der darauf folgenden frühen Heian-Zeit wurde dem chinesischen Löwen, der auf der linken Seite mit offenem Maul (阿形, Agyō, „A-Form“) dargestellt wurde, ein koreanischer Hund (komainu) mit geschlossenem Maul (吽形, Ungyō, „Un-Form“) und teilweise einem Horn zur rechten Seite beigestellt.[1]

Diese Unterscheidung zwischen Löwe und Hund fiel bald weg, wobei die Paarung von Löwen mit geöffneten und geschlossenen Mund erhalten blieb. Die Bezeichnung Komainu wurde jedoch auf beide Formen ausgedehnt.[1] Eine solche a-un genannte Paarung findet sich auch bei den Niō-Wächterfiguren. Beide bezeichnen die Sanskrit-Laute a und hūṃ, die nicht nur für eine Intonation mit geöffneten bzw. geschlossenen Mund stehen, sondern auch jeweils für den ersten und letzten Laut im Sanskrit-Alphabet und damit auch für den Anfang und das Ende aller Dinge (vgl. auch Alpha und Omega).[4]

Zudem waren die Figuren anfangs aus Holz und im Inneren von Gebäuden – in der Heian-Zeit auch als Gewichte oder Stopper für Vorhänge und Schiebewände –[1] oder unter dem Schutz eines Daches platziert und erst später vor Gebäude gestellt. Um sie vor den Elementen zu schützen wurde dann dazu übergegangen, sie aus Stein zu meißeln.[3]

Hervorzuheben sind die Komainu des Tōdai-ji, die bei dessen Wiederaufbau Ende des 12. Jahrhunderts von dem chinesischen Steinmetz Chinnakei angefertigt wurden und daher von der japanischen Formensprache abweichen und nicht dem A-Un-Schema folgen. Diese dienten wiederum als Vorbild für die Komainu des Yasukuni-Schreins und des Kiyomizu-dera.[2] Nachdem die Komainu fester Bestandteil der japanischen Kultur wurden, kam ebenfalls die Tendenz hinzu diese in humoristischer Form darzustellen.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Komainu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d komainu 狛犬. In: JAANUS. Abgerufen am 20. September 2017 (englisch).
  2. a b c Bernhard Scheid: Komainu-Portraits. In: Religion-in-Japan. Abgerufen am 20. September 2017.
  3. a b Shiro Ito: Lion-Dogs. Nationalmuseum Kyoto; abgerufen am 20. September 2017 (englisch).
  4. a un 阿吽. In: JAANUS. Abgerufen am 20. September 2017 (englisch).