China

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China (Standardaussprache in Deutschland: [ˈçiːna]; Österreich und Süddeutschland: [ˈkiːna]; deutschsprachiger Teil der Schweiz: [ˈxiːna]; norddeutscher Gebrauchsstandard: [ˈʃiːna][1]) ist ein kultureller Raum in Ostasien, der vor über 3500 Jahren entstand und politisch-geographisch das Kaiserreich China von 221 v. Chr. bis 1912, später erneut ein Kaiserreich China (1915–1916), dann die Republik China umfasste und seit 1949 die Volksrepublik China (VR) und den von Taipeh kontrollierten Teil der Republik China (ROC) umfasst. Letztere wird heute auch kurz Taiwan genannt, wegen ihres Rückzuges 1949 auf die Insel Taiwan und einige Inseln der Provinzen Fujian, Guangdong und Hainan, vgl. Taiwan-Konflikt.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wort China leitet sich vom Sanskrit-Wort cīna चीन ab, welches wiederum auf die chinesische Bezeichnung des Staates Qin oder des Staates Jin zurückgeht. Im frühen Mittelalter (zu Zeiten etwa Marco Polos) war China im Westen nicht als einheitlicher Kulturraum bekannt. Man unterschied zwischen Nordchina, das man als Cathaia, Kitaia, Khitai, Catai oder Kitai bezeichnete. Dieser Ausdruck leitet sich von der Eigenbezeichnung der Kitan ab, die im 10. bis 12. Jahrhundert in Nordchina die Liao-Dynastie etabliert hatten. Südchina war damals unter dem Begriff Manzi oder Mangi bekannt, was auf die abwertende chinesische Bezeichnung für die südchinesischen Völker zurückgeht.[2]

Die Eigenbezeichnung Zhong Guo (chinesisch 中國 / 中国, Pinyin Zhōngguó ‚Reich der Mitte‘) ist bereits seit dem 1. Jahrtausend v. Chr. in Gebrauch. Sie bezeichnet das ursprüngliche königliche Herrschaftsgebiet in der nordchinesischen Ebene, was geographisch das Kerngebiet Chinas darstellt.[2]

Historische Entwicklung des Kulturraums[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Chinas und Chinesische Kultur

Während der Qin-Dynastie des ersten Kaisers Qin Shihuangdi wurde vieles vereinheitlicht und so die Grundlagen einer gemeinsamen kulturellen Identität geschaffen, auch die aus tausenden chinesischer Schriftzeichen bestehende chinesische Schrift, die als das älteste noch gebräuchliche Schriftsystem der Welt gilt.

Die Geschichte Chinas umfasst dem Mythos nach bereits 5000 Jahre, in denen sich die chinesische Kultur und Wissenschaft, vor allem die chinesischen Sprachen, die chinesischen Namen, die chinesische Philosophie, die chinesische Küche, der Chinesische Volksglaube und die traditionelle chinesische Medizin entwickelt haben.

Zur stiltypischen chinesischen Kunst gehören vor allem die chinesische Musik, die chinesische Literatur, die chinesische Malerei, die chinesische Architektur, chinesische Gartenkunst und die chinesische Kampfkunst.

Als wissenschaftliche Disziplin beschäftigt sich die Sinologie (moderner: Chinawissenschaften) mit China.

Geographische Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Festlandchina ist mit 9,5 Millionen Quadratkilometern etwa so groß wie die Vereinigten Staaten oder ganz Europa bis zum Ural. Die Nord-Süd-Ausdehnung Chinas beträgt 4500 Kilometer; die Ost-West-Ausdehnung 4200 Kilometer. Der längste Fluss Chinas ist mit rund 6400 Kilometern der Jangtsekiang. Die Volksrepublik China hat mit 22.133 Kilometern Gesamtlänge die längste Landgrenze aller Staaten der Erde. Die Gebirge bedecken in China zwei Drittel des Landes, der höchste Berg ist der Mount Everest und zugleich der höchste Gipfel der Erde.

Die Han-Chinesen sind die weitaus größte Ethnie unter den Völkern Chinas. Die größten ethnischen Minderheiten Chinas sind die Zhuang, Hui, Manju, Uiguren und Miao.

Das Klima in China ist mehr oder minder vom Monsun beeinflusst (Sommerregen), die Nordwesthälfte der Region aber schon ziemlich streng kontinental, und erstreckt sich von der hochnivalen Gipfelregion des Himalaya über Wüstenklimata bis an die tropischen und subtropischen Küsten.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Portal: Volksrepublik China – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Volksrepublik China
 Portal: China – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema China

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helwig Schmidt-Glintzer: China. Vielvölkerreich und Einheitsstaat. C.H. Beck, München 1997, ISBN 3-406-42348-5.
  • Brunhild Staiger, Stefan Friedrich, Hans W. Schütte (Hrsg.): Das große China-Lexikon. Geschichte, Geographie, Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Bildung, Wissenschaft, Kultur. Primus, Darmstadt 2008, ISBN 978-3-89678-633-3 (Erstausgabe: 2003).
  • Martin Jacques: When China Rules the World: The End of the Western World and the Birth of a New Global Order. Penguin Press HC, 2009, ISBN 978-1-59420-185-1.
  • Was wissen wir über China? In: Wolfgang Mielke (Hrsg.): Perinique. Kulturmagazin Berlin. Nr. 5. Perinique, August 2008, ISSN 1869-9952, DNB 1000901297, ZDB-ID 2544795-6 (40-seitiges Themenheft).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: China – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: China – Quellen und Volltexte
 Wikiquote: China – Zitate

Koordinaten: 35° N, 105° O

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ulrich Ammon et al. (2004): Variantenwörterbuch des Deutschen. Walter de Gruyter, Berlin / New York, ISBN 3-11-016574-0, S. LVIII.
  2. a b Dieter Kuhn: Ostasien bis 1800. S. Fischer, Frankfurt am Main 2014, ISBN 978-3-10-010843-2, S. 20 f.