Kommission für Archäologie Außereuropäischer Kulturen

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Die Kommission für Archäologie Außereuropäischer Kulturen (KAAK) wurde 1979 unter dem Namen Kommission für Allgemeine und Vergleichende Archäologie (KAVA) als eigenständige Forschungsabteilung des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) aus der Taufe gehoben. Mit dieser Gründung wurde eine Einrichtung geschaffen, die sich der archäologischen Forschung außerhalb Europas und des Nahen und Mittleren Ostens widmet. Damit deckt die KAAK die archäologischen Forschungen in den Regionen der Welt ab, die von den übrigen Abteilungen nicht berücksichtigt werden. Die Forschungsschwerpunkte der Abteilung liegen dementsprechend in (Südost-)Asien, Südamerika, Ozeanien und Afrika. Erster Direktor der Abteilung ist derzeit Burkhard Vogt, Wissenschaftlicher Direktor Jörg Linstädter.

Sitz der KAAK in Bonn-Bad Godesberg

Geschichte und Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits seit den 1920er Jahren gab es Wünsche, dem DAI Abteilungen hinzuzufügen, die sich der Archäologie außerhalb des „Klassischen“ Mittelmeergebietes widmen. In den 1960er Jahren intensivierten sich diese Bestrebungen, unter anderem aus der Situation heraus, dass von Seiten verschiedener außereuropäischer Staaten das Ziel geäußert wurde, in Kulturabkommen mit der Bundesrepublik Deutschland die Archäologie mit aufzunehmen. 1979 konnte dieser Wunsch schließlich anlässlich des 150-jährigen Jubiläums des DAI umgesetzt werden. Die neue Sektion nahm als Kommission für Allgemeine und Vergleichende Archäologie (KAVA) mit einer eigenen Satzung in Bonn ihren Dienst auf. Sie wird seitdem in vielen Kulturabkommen zwischen der Bundesrepublik und anderen Staaten als Kooperationspartner genannt, andererseits gibt sie den verschiedenen Forschungseinrichtungen zur außereuropäischen Archäologie in Deutschland eine Art Mittelpunkt. Ihr wissenschaftlicher Auftrag ist es, archäologische Beiträge zum Verständnis der Menschheitsgeschichte zu leisten, die außerhalb Europas völlig anders verlaufen ist.

Durch die Gründung der Eurasien-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts 1995 wurde die Archäologie der Steppe zwischen Ural und Pazifik aus dem Arbeitsbereich der KAAK ausgegliedert, die Forschungsschwerpunkte der KAAK in Asien verlagerten sich dadurch auf den südlichen Teil des Kontinents.

2005 wurde die KAVA nach Diskussionen um den Begriff "Allgemeine und Vergleichende Archäologie" als Alleinstellungsmerkmal in Kommission für Archäologie Außereuropäischer Kulturen (KAAK) umbenannt.

Die KAAK ist seit dem Jahr 2000 in einer Villa in Bonn-Bad Godesberg untergebracht, die bis Ende der 1990er Jahre als Botschaft Albaniens fungierte.

Direktoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bibliothek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sammelgebiet der Bibliothek umfasst Literatur zur Archäologie und älteren Kunstgeschichte Lateinamerikas, Afrikas und Asiens mit den Schwerpunkten Ostasien, Süd- und Zentralasien. Ein weiterer Schwerpunkt sind Schriften zur theoretischen Archäologie und Komparatistik. Der Gesamtbestand umfasste 2012 etwa 57.000 Bände, die großteils über den online-Katalog ZENON[1] der DAI-Bibliotheken erschlossen sind.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die KAAK gibt seit 2005 die jährlich erscheinende Zeitschrift für Archäologie Außereuropäischer Kulturen (ZAAK) und in zwangloser Folge die Monographienreihe Forschungen zur Archäologie Außereuropäischer Kulturen (FAAK) heraus. Diese Publikationsreihen lösten die zuvor erschienenen Beiträge zur Allgemeinen und Vergleichenden Archäologie und die Forschungen zur Allgemeinen und Vergleichenden Archäologie, die Kolloquien zur Allgemeinen und Vergleichenden Archäologie und die Materialien zur Allgemeinen und Vergleichenden Archäologie ab.

Forschungsstelle Ulaanbaatar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2007 wurde auf Anregung der Mongolischen Akademie eine Forschungsstelle der KAAK in Ulaanbaatar eröffnet, die Wissenschaftlern Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten für Forschungsaufenthalte in der Mongolei bietet. Zu den Projekten der KAAK in Zusammenarbeit mit mongolischen und anderen internationalen Kooperationspartnern in der Mongolei gehören Ausgrabungen im sogenannten Palastbezirk der altmongolischen Hauptstadt Karakorum, die Ausgrabung eines Eiskurgans im mongolischen Altaj (Olon Guuriin Gol) im Sommer 2006 und seit 2007 Arbeiten in der altuighurischen Hauptstadt Harbalgas im Orchon-Tal.

Mitglieder der Kommission für Archäologie Außereuropäischer Kulturen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Teil der Mitglieder werden aufgrund ihrer Funktion berufen:

Die übrigen Mitglieder sind persönlich berufen:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kommission für Allgemeine und Vergleichende Archäologie des Deutschen Archäologischen Instituts (Hrsg.): Expeditionen in vergessene Welten. 25 Jahre archäologische Forschungen in Amerika, Afrika und Asien. Linden Soft Verlag, Aachen 2004, ISBN 3-929290-30-8 (Forschungen zur allgemeinen und vergleichenden Archäologie, Band 10).
  • Astrid Dostert (Hrsg.): Zwischen Kulturen und Kontinenten. 175 Jahre Forschung am Deutschen Archäologischen Institut, Berlin 2004, S. 110-119.
  • Hermann Müller-Karpe: Die Gründung der Kommission für Allgemeine und Vergleichende Archäologie, In: Allgemeine und Vergleichende Archäologie. Beiträge 2, 1980, S. 1-28.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ZENON Katalog der KAAK