Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs
Die Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ) ist ein Verein von österreichischen Erwachsenenbildungsverbänden, die laut Erwachsenenbildungs-Förderungsgesetz 1973 (BGBl. Nr. 171/1973) anerkannt sind. Die in der Konferenz vertretenen Verbände sind autonom, nicht gewinnorientiert und sie leisten eine kontinuierliche und planmäßige Bildungsarbeit. Der Verein bearbeitet gemeinsame Anliegen und Projekte und vertritt die Interessen der gemeinnützigen Erwachsenenbildung nach außen. Der Vorsitz wechselt nach dem Rotationsprinzip zwischen den jeweiligen Verbandsvorsitzenden[1] der fünf größten teilnehmenden Verbänden (Berufsförderungsinstitut Österreich, Forum Katholischer Erwachsenenbildung, Ring Österreichischer Bildungswerke, Verband Österreichischer Volkshochschulen, Wirtschaftsförderungsinstitut/WIFI).[2] Derzeitiger Vorsitzender für die Periode 2025–2027 ist John Evers vom Verband österreichischer Volkshochschulen (VÖV).[3]
Gründung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die KEBÖ wurde 1972 im Bundesheim für Erwachsenenbildung in Strobl (jetzt Bundesinstitut für Erwachsenenbildung, bifeb) gegründet. Das Bundesministerium für Unterricht und Kunst, vertreten durch Hans Altenhuber, Leiter der Abteilung „Erwachsenenbildung“, war maßgeblich an der Gründung beteiligt.[4]
Der Obmann des Verbandes Österreichischer Volksbüchereien, Senatsrat Rudolf Müller, wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. „Um die Bedeutung der KEBÖ anzuerkennen und die Zusammenarbeit zwischen dem Bildungsministerium und den Einrichtungen der Erwachsenenbildung zu stärken, erhielten die anerkannten gesamtösterreichischen Einrichtungen eine besondere Stellung“[5] im Bundesgesetz über die Förderung der Erwachsenenbildung vom 21. März 1973.
2025 konstituierte sich die Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ) als eigenständiger Verein. Die offizielle Vereinsgründung fand – wie bereits die ursprüngliche Gründung im Jahr 1972 – im heutigen Bundesinstitut für Erwachsenenbildung (bifeb) in Strobl statt. Nach über 50 Jahren als lose Kooperation erhielt die KEBÖ damit eine verbindliche Struktur mit einer klaren rechtlichen Basis und definierten Aufgaben und Zielen. Die soll mehr Sichtbarkeit, Professionalisierung und Wirkungskraft in der Bildungspolitik ermöglichen.[6][7]
Aufgaben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Als Plattform ermöglicht die KEBÖ die Zusammenarbeit und den Austausch in bildungspolitischen und pädagogischen Sachfragen.
- Sie vertritt die gemeinsamen Interessen der Institutionen nach außen. Dazu zählt das Interesse der Institutionen, die österreichische Erwachsenenbildung als Teil des Gesamtbildungssystems in der Bildungspolitik zu etablieren, um die wachsende Bedeutung der Erwachsenenbildung zu dokumentieren und die Verantwortung der Bildungspolitik aufzuzeigen.
- Sie regt zu fachlichen Stellungnahmen zu Problemen der Erwachsenenbildung an und forciert Grundlagenforschung zur österreichischen Erwachsenenbildung.
- Sie wirkt an kooperativen Projekten zur Erwachsenenbildung und an der Koordination und Durchführung mit.[8]
Mitglieder
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Arbeitsgemeinschaft Bildungshäuser Österreich (ARGE)
- Berufsförderungsinstitut Österreich (BFI)
- Büchereiverband Österreichs (BVÖ)
- Forum Katholischer Erwachsenenbildung in Österreich
- Ländliches Fortbildungsinstitut Österreich (LFI)
- Ring Österreichischer Bildungswerke
- Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung (VÖGB)
- Verband Österreichischer Volkshochschulen (VÖV)
- Volkswirtschaftliche Gesellschaft Österreich (VG-Ö)
- Wirtschaftsförderungsinstitut der Wirtschaftskammer Österreich (WIFI)
Die KEBÖ in Zahlen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die in der KEBÖ vertretenen Verbände weisen für 2024 gemeinsam folgende Zahlen aus:
- 6.668 angestellte Mitarbeiter
- 25.418 Ehrenamtliche
- 46.016 Nebenberufliche
- 170.993 Veranstaltungen
- 5.078.280 Teilnahmen[9]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Angela Bergauer; Wilhelm Filla & Herwig Schmidbauer (Hrsg.): Kooperation & Konkurrenz, 30 Jahre Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs. Wien, 2002, ISBN 3-9501532-3-3
- Werner Lenz: Porträt Weiterbildung Österreich. Bertelsmann, Bielefeld, 2005, ISBN 978-3-7639-1913-0
- Johannes Knett: KEBÖ – Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs Auf erwachsenenbildung.at, Okt. 2004
Online-Literatur:
- erwachsenenbildung.at: Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ) und Erwachsenenbildungsverbände
- KnowledgeBase Erwachsenenbildung Statistik
- KnowledgeBase Erwachsenenbildung Geschichte
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Belege
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Angela Bergauer, Wilhelm Filla, Herrwig Schmidbauer (Hrsg.): Kooperation & Konkurrenz, 30 Jahre Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs. Wien, 2002
- ↑ KEBÖ gründet sich als Verein | Verband Österreichischer Volkshochschulen. Abgerufen am 18. September 2025.
- ↑ Konferenz der Erwachsenenbildung wird eigenständiger Verein: Neue rechtliche Basis stärkt Erwachsenenbildung in Österreich. Abgerufen am 18. September 2025.
- ↑ Hans Altenhuber: Vorgeschichte, Gründung und Anfänge der KEBÖ. In Angela Bergauer; Wilhelm Filla & Herrwig Schmidbauer (Hrsg.): Kooperation & Konkurrenz, 30 Jahre Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs. Wien, 2002, S. 13–21
- ↑ Heinz Gruber: Bildungsministerium und Erwachsenenbildung – 30 Jahre gelebte Zusammenarbeit. In Angela Bergauer; Wilhelm Filla & Herrwig Schmidbauer (Hrsg.): Kooperation & Konkurrenz, 30 Jahre Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs. Wien: Ring Österreichischer Bildungswerke S. 10
- ↑ Konferenz der Erwachsenenbildung wird eigenständiger Verein: Neue rechtliche Basis stärkt Erwachsenenbildung in Österreich. Abgerufen am 18. September 2025.
- ↑ Verbände : Organisation : Erwachsenenbildung in Ö : Themen :: erwachsenenbildung.at. Abgerufen am 18. September 2025.
- ↑ KEBÖ: Grundsatzerklärung 1994
- ↑ Bernd Wachter, John Evers, Stefan Vater, Peter Zwielehner: 39. Statistik-Bericht der KEBÖ 2024. In: KnowledgeBase ErwachsenenBildung. Abgerufen am 13. November 2025.