Kontaktfett

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Kontaktfett, auch E-Kontakt-Fett, englisch contact grease, ist ein elektrisch leitfähiges Spezial-Schmiermittel mit besonderen Eigenschaften für den Einsatz bei elektrischen Kontakten. Es wird bevorzugt eingesetzt für die Kontaktverbesserungen von Relais, Schaltern, Unterbrechern und Steckkontakten die mit geringem Anpressdruck arbeiten. Hauptziel des Einsatzes von Kontaktfett ist das Sicherstellen eines zuverlässigen, störungsfreien elektrischen Kontakts mit geringem Spannungsabfall.

Abgrenzung von Kontaktfett zu Polfett[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oftmals wird Kontaktfett mit Batterie-Polfett (Vaseline) gleichgesetzt und teilweise in Produktbeschreibungen ein gleichartiger Einsatz impliziert. Das ist jedoch falsch, denn es handelt sich bei Polfett und Kontaktfett um zwei völlig unterschiedliche Produkte. Wichtigster Unterschied: Polfett ist, wie alle reinen Fette und Öle, elektrisch nichtleitend. Kontaktfett hingegen ist durch den Zusatz von Kupferpulver, in selteneren Fällen wird auch Aluminium-Pulver verwendet, elektrisch leitfähig. Das Polfett wird beim Anziehen einer Klemme am Pol weitestgehend herausgepresst, so dass es den Kontakt nicht stört. Kontaktfett dagegen bleibt als leitendes Fett auf den Kontakten.

Polfett, das insbesondere aus der Anwendung bei Starterbatterien unter anderem in Autos, Motorrädern, Diesellokomotiven und Flugzeugen bekannt ist, dient im Unterschied zum Kontaktfett nicht dazu, den elektrischen Kontakt zu verbessern, sondern dem Schutz der Anschlusspole vor Korrosion, die bei Bleiakkus vor allem durch Schwefelsäure-Ausgasung entsteht. Daher wird Polfett auch als Säureschutzfett bezeichnet.

Zusammensetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Basis für Kontaktfett bilden Stoffgemische verschiedener lipophile und aromatische Verbindungen welche mit elektrolytisch hergestelltem Kupferpulver versetzt sind. Je nach Hersteller unterscheidet sich das Aussehen von Kontaktfett. Typisch ist in den meisten Fällen durch den Kupferzusatz eine bronze-ähnliche, kupferne und glänzende Farbe. Die Bestandteile und Mischungsverhältnisse weichen je nach Hersteller ab.

Kontaktfett hat eine gute Verträglichkeit gegenüber anderen Materialien, auch gegenüber verschiedenen Kunststoffen. Es lässt sich in einem weiten Temperaturbereich einsetzen, der Flammpunkt liegt bei über 200 °C. Kontaktfett ist auch bei gemäßigten Minustemperaturen stabil.

Materialeigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie jedes Fett ist auch Kontaktfett ein pastöser Schmierstoff, daher bewirkt Kontaktfett eine gute mechanische Schmierung. Die Wirkung als Schmierfett ist jedoch nicht mit der hocheffizienten Wirkung von für bestimmte Anwendung spezialisierten Fetten vergleichbar.

Kontaktfett schützt die behandelten Flächen oder Kontakte vor Verschleiß und Korrosion. Die Schalterverschmutzung im Betrieb nimmt ab. Die Elektroerosion von Kontakten wird reduziert und Wartungsintervalle und daraus folgende Service-Tätigkeiten können in vielen Fällen reduziert werden. Insofern kann die Anwendung von Kontaktfett nicht nur unter technischen, sondern auch unter wirtschaftlichen Aspekten sinnvoll sein.

Kontaktfett wirkt durch seine Zusammensetzung und cremige Konsistenz kühlend auf Kontakte. Es unterstützt bei manuell geschalteten Kontakten eine dauerhaft gleiche Haptik mit einem konstanten Schaltgefühl.

Praktische Handhabung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtig beim Einsatz von Kontaktfett ist, dass die zu behandelnde Oberfläche bzw. die Kontakte oder Steckverbinder sauber bzw. blank sind. Jede Verschmutzung wird sonst mit dem Kontaktfett eingeschlossen und verschlechtert die Effekte der Verbesserung der elektrischen Leitfähigkeit und den Schutz des Kontaktes.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hansgeorg Hofmann, Jürgen Spindler: Werkstoffe in der Elektrotechnik. Carl Hanser Verlag, 2013, ISBN 978-3-446-43748-7, Kapitel 7: Kontaktwerkstoffe.
  • Hans-Jürgen Blanke, Wilfried J. Bartz, Uwe Jens Möller: Expert Praxislexikon Tribologie Plus. 2010 Begriffe für Studium und Beruf, 2. Auflage, Expert Verlag, Renningen 2000, ISBN 3-8169-0691-5.

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]