Kontinentalitätsgrad

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Der Kontinentalitätsgrad wird zur Messung der Kontinentalität verschiedener Orte herangezogen.

Man unterscheidet verschiedene Formeln zur Berechnung des Kontinentalitätsgrades, wobei es sich hierbei um empirisch ermittelte Gleichungen handelt, welche zur Bestimmung der Kontinentalität herangezogen werden.

Kontinentalitätsgrad nach Schrepfer (1925)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine einfache Formel, die Tórshavn auf den Färöern den Wert 0 (Seeklima) und Werchojansk den Wert 100 (Kontinentalklima) zuweist, wurde 1925 von dem deutschen Geographen Hans Schrepfer aufgestellt:

A ist dabei die Jahresamplitude der Temperatur des Ortes, also der Unterschied zwischen der höchsten und niedrigsten Durchschnittstemperatur, ist die geographische Breite. Die Formel funktioniert gut für Europa, wird aber in der Nähe des Äquators unbrauchbar, da die Werte gegen unendlich streben.[1]

Kontinentalitätsgrad nach Gorczynski (1920) und Conrad und Pollak (1950)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine andere Formel wurde einige Jahre vorher von Wladislaw Gorczynski angegeben. Hier wird statt der geographischen Breite ihr Sinus verwendet:

A ist wieder die Jahresamplitude der Temperatur des Ortes, seine geographische Breite. Auch hier wird der Wert am Äquator unendlich, für Tórshavn ergibt sich ein negativer Wert. Um beides zu vermeiden, wurde die Formel von Victor Conrad und Leo Wenzel Pollak 1950 abgewandelt:[1]

vereinfachter Kontinentalitäts-Index nach Iwanow (1956)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine besonders einfache Formel stammt von N. Iwanow:

Auch hier ist A die Jahresamplitude der Temperatur des Ortes, seine geographische Breite. Im Gegensatz zu den anderen Indizes liegen die Werte hier nicht zwischen 0 und 100, sondern sie werden wie folgt interpretiert:[2]

verbesserter Kontinentalitäts-Index nach Iwanow (1959)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebenfalls von N. Iwanow stammt folgende etwas kompliziertere Formel:

In dieser Formel bedeutet die Jahresamplitude der Temperatur des Ortes, die Tagesamplitude der Temperatur, was insbesondere in den Tropen ein aussagekräftigerer Parameter ist als die kleine Jahresamplitude, steht für das Sättigungsdefizit. Wie bei der vereinfachten Formel steht 100 für ein weder ausgeprägt maritimes noch kontinentales Klima. Die Extreme werden mit 37 bei der Macquarieinsel südlich von Neuseeland und mit 250 bis 260 in Zentralasien und der zentralen Sahara erreicht. ist wie oben die geographische Breite des Ortes.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Witterung und Klima: Eine allgemeine Klimatologie, Ernst Heyer, Springer-Verlag 2013
  2. a b Allgemeine Klimageographie, Joachim Blüthgen, de Gruyter, 1980