Kopfstand

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Kopfstand (shirshasana)

Der Kopfstand ist eine Turn- oder Yogaübung, bei der man mit oder ohne Unterstützung der Hände auf dem Kopf steht. Bei der Übung liegt der Kopf auf dem Boden oder einer andern Unterlage auf, der Körper und die Beine werden senkrecht nach oben gestreckt, die Hände dienen als seitliche Stütze. Beim freien Kopfstand ohne die Zuhilfenahme der Hände sind die Beine – um die Balance zu halten – meist seitlich abgewinkelt.

Yoga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Yogaübung Kopfstand (Sanskrit: shirshasana,[1] IAST: śīrṣāsana, oder kapalasana[2]) gibt es viele Variationen. Sie unterscheiden sich voneinander v. a. durch verschiedene Verwendung der Hände als Stütze. Diese können in fortgeschrittenen Variationen, beim niralamba shirshasana[3], sogar überhaupt nicht benutzt werden.

Die shirshasana ist die 1. Asana der zwölf Grundstellungen der Rishikesh-Reihe. Im Ashtanga (Vinyasa) Yoga ist der Kopfstand fester Bestandteil des Abschlusszyklus nach jeder Übungsreihe.

Dem Kopfstand werden verschiedene positive Wirkungen auf den Körper zugeschrieben, so z. B. die Kräftigung der Bauchmuskulatur, die Förderung der inneren Sekretion von Zirbeldrüse, Bauchspeicheldrüse und Hypophyse sowie eine bessere Durchblutung der Lunge.

Da der Kopfstand eine starke Belastung der Nackenwirbel bedeutet, wird im Yoga das Gewicht möglichst auf die Hände bzw. Unterarme verlagert bzw. der Kopf sogar ganz leicht vom Boden abgehoben. Aus dem Kopfstand wird so eigentlich ein Unterarmstand. Personen mit Nackenproblemen, Bluthochdruck oder erhöhtem Augeninnendruck (Basedow-Krankheit) sollten keinen Kopfstand üben.

Akrobatik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zirkusartist beim freien Kopfstand ohne Zuhilfenahme der Hände

Die Sonderform des freien Kopfstands ohne Zuhilfenahme der Hände findet sich in der Akrobatik. Artisten können diese Art des Kopfstandes auf dem Boden, auf dem Kopf eines anderen Artisten oder auf anderen Unterlagen, beispielsweise auf dem Hochseil oder dem schwingenden Trapez, durchführen.

Um Verletzungen bei dieser gefährlichen Übung zu vermeiden, ist ein ausgiebiges Training der Nackenmuskulatur und ein sorgfältiges Aufwärmprogramm vor der Übung notwendig. Spontaner freier Kopfstand kann zu Verletzungen führen.

Metaphorische Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Vor Freude (einen) Kopfstand machen“ oder „vor Glück (einen) Kopfstand machen“ bedeutet, sich sehr zu freuen oder sehr glücklich zu sein.[4]
  • „Kopfstehen“, beispielsweise „Ein ganzes Dorf steht kopf“, hat die Bedeutungen: völlig überrascht sein, durcheinander sein, ganz bestürzt/entsetzt sein, verwirrt sein.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kopfstand – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinz Grill: Die Seelendimension des Yoga: praktische Grundlagen zu einem spirituellen Übungsweg.. Lammers-Koll-Verlag GbR, 2003, ISBN 978-3-935925-60-0, S. 156.
  2. yogayam.wordpress.com: Kopfstand mit angehockten Beinen.
  3. Srivatsa Ramaswami und T. Krishnamacharya: The Complete Book of Vinyasa Yoga: The Authoritative Presentation-Based on 30 Years of Direct Study Under the Legendary Yoga Teacher Krishnamacha.. Da Capo Press, 7. Juli 2005, ISBN 1-56924-402-2, S. 171.
  4. Eulenspiegel.. Berliner Verlag, 1965, S. 9.
  5. Duden – Das Bedeutungswörterbuch, Dudenverlag (1985, 2. Auflage), S. 392.