Kostümfilm

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Buchillustrationen, hier zu Die drei Musketiere aus dem Jahr 1894, dienen oft als Vorlage für Kostüm- und Szenenbildner

Ein Kostümfilm oder Ausstattungsfilm ist ein Film, der sich durch überdurchschnittlich hohe Produktionswerte bei Dekorationen, Bauten, Kostümen und Requisiten auszeichnet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstattungs- und Kostümfilme spielen meistens in Epochen der Vergangenheit, die gemeinhin mit Prunk und auf Stände- und Hierarchieordnungen basierender Prachtentfaltung in Verbindung gebracht werden, etwa im Alten Rom oder in den absolutistischen Staaten des 17. und 18. Jahrhunderts. Sie können sich als Historienfilme in ihrer Ausgestaltung eng an historisch fundierte Tatsachen und Gegebenheiten halten (etwa die Filme Sinn und Sinnlichkeit, 1995 oder Barry Lyndon, 1975), oder aber freier mit den Erwartungshaltungen des Publikums umgehen und geschichtliche Illusionswelten nach dessen Geschmack schaffen (etwa die Sissi-Trilogie, 1955 bis 1957). Als solche überschreiten Kostümfilme oft die Grenze zum reinen, von historischer Treue losgelösten Illusionsprodukt, etwa im Abenteuerfilm oder im Fantasyfilm. Der Ausstattungs- und Kostümfilm ist jedoch nicht an vergangene Zeiten gebunden; so gibt es Beispiele wie Krieg der Sterne (1977) oder Flash Gordon (1980), die im Science-Fiction-Genre beheimatet sind.

Beliebte Motive des Ausstattungs- und Kostümfilms sind opulent inszenierte Kriegsschlachten (Krieg und Frieden, 1956 oder Cyrano von Bergerac, 1989) oder Szenen höfischen und gesellschaftlichen Lebens wie zum Beispiel Bälle (Vom Winde verweht, 1939 oder Der Leopard, 1963). Ausstattungs- und Kostümfilme sollen oft die dominierende Stellung einzelner Filmstudios unterstreichen und tragen im Marketing den betriebenen Aufwand nach außen, etwa in der Werbung als „teuerster Film aller Zeiten“. So wurde etwa angeführt, dass Elizabeth Taylors Garderobe in Cleopatra (1963) mit 200.000 US-Dollar zu Buche schlug. Diese Großproduktionen tragen aber auch ein hohes finanzielles Risiko, wie das Beispiel des Films Heaven’s Gate (1980) zeigt, der Universal in große finanzielle Schwierigkeiten brachte.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]