Kulissensteuerung

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Kraftübertragung (Kulissenführung)

Eine Kulisse ist ein im Maschinenbau eingesetztes Getriebeelement zur Kraftübertragung (Kulissenführung). Die Kulisse weist einen Schlitz, Steg oder eine Nut auf. In oder an der Kulisse befindet sich ein beidseitig zwangsgeführter Kulissenstein, auf den die Bewegung der Kulisse übertragen wird.

Die Steuerungsfunktion ergibt sich daraus, dass verschiedene Positionen des Kulissensteins in der Kulisse gewählt werden können. Die möglichen Positionen des Kulissensteins werden durch den Verlauf des Schlitzes, Steges oder der Nut bestimmt. Die Kulissenführung wird insbesondere zur Realisierung komplexer Übertragungsfunktionen eingesetzt.

Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der in der Skizze mit A dargestellten Achse sind zwei Exzenter E und E1 in einem bestimmten Winkel gegeneinander auf der Achswelle angebracht. Mittels zweier Exzenterstangen B und B1 sind diese mit dem oberen bzw. unteren Ende der gekrümmten Kulisse KK verbunden, welche am unteren Ende mit zwei Stangen an dem dreiarmigen Umsteuerhebel U-U1 aufgehängt sind. Im Inneren der Kulisse K ist ein bogenförmiger Schlitz, in welchem sich ein Klotz befindet. Dieser sogenannte Kulissenstein KS verschiebt die zur Bewegung dienende Schubstange ST und betätigt damit den Steuerschieber. Durch den Handhebel H, der sich an dem gezahnten Rasterbogen H1 hin und her bewegt, kann die Kulisse gehoben und gesenkt werden, um eine gewünschte Vorwärts- oder Rückwärtsbewegung der Maschinen umzusteuern. Soll die Bewegungsrichtung der Maschine geändert werden, so wird die Kulisse KK durch die Betätigung des Handhebels H in die höchste Stellung gehoben und die Schubstange ST ändert die Funktion des Steuerschiebers.

Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulissen werden bei Maschinen angewendet und ermöglichen, den Gang der Maschine während des Betriebes aus Vorwärtsgang in Rückwärtsgang und umgekehrt umzusteuern. Anwendungsbeispiele sind Lokomotiven, Waffen, Schiffsmaschinen oder auch andere Arbeitsmaschinen, welche eine Bewegungsumkehr während des Betriebes erfordern. Die wichtigste bekannte Kulissensteuerung ist Robert Stephensons Kulissensteuerung. Die beschriebene Kulissensteuerung wurde im Jahre 1842 durch James Howe, der bei Stephenson tätig war, erfunden und in den folgenden Jahren verbessert.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • William Stuart Auchincloss: The practical application of the slide valve and link motion to stationary, portable, locomotive, and marine engines : with new and simple methods for proportioning the parts. Van Nostrand, New York 1870. (deutsch: Die practische Anwendung der Schieber- und Coulissensteurungen. Autorisierte deutsche Uebersetzung und Bearbeitung von A. Müller. Springer, Berlin 1886)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]