Kurzschrift Orchesterbesetzung

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Die Kurzschrift in der Besetzung eines klassischen Sinfonieorchesters erlaubt es, insbesondere die erforderliche Bläserbesetzung eines Werkes übersichtlich zu macn. Die Kurzschrift richtet sich nach der Aufstellung der Instrumente in der klassischen Orchester-Partitur, gelesen von oben nach unten.

Dazu wird das Orchester in vier Gruppen unterteilt und in folgender Reihenfolge angegeben:

he Es gibt kein einheitliches System, um Abweichungen von der Standardbesetzung zu notieren. Die folgenden Beispiele zeigen gebräuchliche Lösungen.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurzschrift Bedeutung Bemerkungen
2, 2, 2, 2 – 4, 2, 3, 1, timp, str 2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte – 4 Hörner, 2 Trompeten, 3 Posaunen, 1 Tuba, Pauken, Streicher Standardbesetzung eines Werkes für großes Orchester.
2, 2, 0, 2 – 2, 0, 0, 0, timp, str Typische Besetzung der Wiener Klassik. Nicht verwendete Instrumente werden mit einer Null gekennzeichnet.
3, 3, 3, 3 – 4, 2, 3, 1, timp, 14/12/10/8/6 Auch die Streicherbesetzung wird oft mit Zahlen angegeben. Hier eine spätromantische Orchesterbesetzung mit einem großen Streicherapparat (14 erste Geigen, 12 zweite Geigen, 10 Bratschen, 8 Celli, 6 Kontrabässe). Die Staffelung/Verhältnis der Anzahl der Instrumente zueinander ist aus akustischen Gründen seit der Wiener Klassik gleich geblieben, eine kleine Streicherbesetzung würde demnach z. B. 8/6/4/3/2 lauten.
3(Picc.AFl).3(Eh.Heckelphon).3(Klar[Es].Kb-Klar).3(KFg). – 4.3.3.0. – Pk.Schl(3) – Klav.Akk.Cel – Str: 14.12.10.8.6. 3 Flöten (darunter auch Piccoloflöte und Altflöte), 3 Oboen (darunter auch Englischhorn und Heckelphon), 3 Klarinetten (darunter Es-Klarinette und Kontrabass-Klarinette), 3 Fagotte (darunter ein Kontrafagott) – 4 Hörner, 3 Trompeten, 3 Posaunen, keine Tuba – Pauke, 3 Schlagzeuger – Klavier, Akkordeon, Celesta – Streicher: 14 erste Violinen, 12 zweite Violinen, 10 Bratschen, 8 Violoncelli, 6 Kontrabässe Besonders bei neueren Werken ist angegeben, wenn Spieler zwischen Instrumenten „alternieren“, also wechseln.[1]
2, 2d1, 2, 2, alto sax – 4, 4, 3, 0, timp, perc, hp, str 2 Flöten, 2 Oboen (einer auch Englischhorn), 2 Klarinetten, 2 Fagotte, Alt-Saxophon – 4 Hörner, 4 Trompeten, 3 Posaunen, Pauken, Schlagzeug, Harfe, Streicher Instrumente, die nicht zum Standard gehören und keinem Instrument des Standards im engeren Sinne verwandt sind (z. B. Saxophon), werden hinter der jeweiligen Gruppe notiert, hier aus Georges Bizet: Arlésienne-Suite Nr. 1.
Sr-2224-4000-22

Zusatz: 2Hf Pic
Streicherbesetzung: 2-7-6-1-4

Streicher – 2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 4 Fagostte – 4 Hörner – Pauken, sonst. Schlagzeug

Zusätzliche Instrumente: 2 Harfen, Piccoloflöte
Streicherbesetzung: 2 × 1. Violine, 7 × 2. Violine, 6 Bratschen, 1 Violoncello, 4 Kontrabässe

Der Besetzungsschlüssel für das Aufführungsmaterial von: Louis Hector Berlioz: Sinfonie op.17, Romeo und Julia, daraus Scherzo "Königin Mab oder die Fee der Träume" im Notenkatalog[2] des Bundesverbandes Deutscher Liebhaberorchester e.V. (BDLO)

Im Bibliothekskatalog kann der angemeldete Nutzer direkt nach einem Schlüssel suchen, der zu seinem Orchester passt und dabei auch Platzhalterzeichen für eine beliebige Anzahl verwenden.

Wenn Solisten oder ein Chor zum Stück gehören, so stehen diese in der Partitur zumeist über den Streichern. In der Kurzschrift werden sie jedoch nicht einbezogen.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hier ein Beispiel des Verlags Breitkopf & Härtel, leicht modifiziert
  2. Erweiterte Suche im Notenkatalog des Bundesverband deutscher Liebhaberorchester e.V. Abgerufen am 9. August 2017.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]