Schlagwerk (Musik)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
Schlagwerk

Zum Schlagwerk im Sinfonieorchester gehört im Grunde alles, was nicht einer der anderen großen Instrumentengruppen (Holzbläser, Blechbläser, Streicher) zuordbar ist. Ausnahmen bilden die Pauken und Instrumente wie Harfe oder Klavier, die von Spezialisten übernommen werden.

Zum Grundstock des Schlagwerks zählt man die Große Trommel, die Konzerttrommel, die Becken und die Triangel. Sie tauchen prominent zum ersten Mal auf in Stücken wie Mozarts Die Entführung aus dem Serail, später in Beethovens 9. Sinfonie. Beide Male unterstützen sie die – für damalige Verhältnisse – eigentümlichen Klänge im Opernhaus bzw. Konzertsaal. Bei Mozart ist es die vermeintliche Adaption „türkischer“ Musik, bei Beethoven eine Anlehnung an Militärklänge. In der italienischen Oper (vor allem Verdi) gehört diese Kombination jedoch schon zum Standard und trägt wesentlich zur Durchschlagskraft des Tutti-Klanges bei.

Mozart bezeichnete in Briefen an seinen Vater vom 1. August und 26. September 1781 sowie vom 20. Juli 1782 die Gruppe der Schlaginstrumente (Triangel, Becken, türkische Trommel) mit „türckischer Musick“ (türkische Musik). Den Begriff »Schlagwerk«  als Bezeichnung für Schlaginstrumente verwendete er nicht; vielleicht gab es dieses Wort im damaligen Sprachgebrauch noch nicht. Eine frühe Belegstelle findet sich im »Musikalichen Conversations-Handwörterbuch« von Gustav Schilling, Stuttgart 1856, Stichwort: „Schlaginstrumente, auch Schlagwerk“.

Bis heute hat sich das Spektrum des Schlagwerks stetig erweitert. Wichtige Instrumente wie Glockenspiel und andere Stabspiele (Xylophon, Vibraphon, Marimbaphon), Röhrenglocken, Celesta, Tamtam, Gong und eine nach wie vor wachsende Anzahl von Effektinstrumenten (Ratsche, Hupe, Flexaton, Donnerblech, Kolbenflöte, Guiro, Regenholz, Windmaschine usw.) gehören mittlerweile zum mehr oder weniger ausgebauten Repertoire eines Schlagwerkers.

In Kompositionen der Neuen Musik werden auch ausgefallene Klangerzeuger wie Staubsauger, Schreibmaschinen oder Sirenen in der Regel dem Schlagwerkregister anvertraut, obwohl sie mit „schlagen“ im engeren Sinne nichts mehr zu tun haben.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]