Kypria

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Die Kypria waren eine epische Dichtung aus dem sogenannten „Zyklus“, die die nicht von Homer in Ilias und Odyssee erzählten Ereignisse vor dem Trojanischen Krieg behandelte. Das Werk wurde in 11 Bücher unterteilt und war im daktylischen Hexameter verfasst.

Themen der Kypria waren u. a. die Hochzeit des Peleus und der Thetis, die Zeugung und Geburt des Achilleus, der Streit zwischen Hera, Athena und Aphrodite sowie das Urteil des Paris, die Entführung Helenas, die Bildung der griechischen Allianz gegen Troja, die Sammlung der griechischen Flotte bei Aulis, die geplante Opferung der Iphigenie sowie erste Kampfhandlungen vor Troja.

Das Epos selbst ist nicht erhalten, aber es gibt eine Zusammenfassung von Proklos sowie Zitate bei verschiedenen anderen Autoren. Als Verfasser wird oft Stasinos genannt, der als Schwiegersohn Homers gilt. Es gibt aber auch Zuschreibungen an Hegesias und Hegesinos.[1]

Der Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Raoul Schrott gibt in seiner Ausgabe der Ilias eine Zusammenfassung der in den Kypria tradierten Inhalte. Seinem Verständnis des Werktitels als „zypriotische Geschichten“ widerspricht Paul Dräger in seiner Rezension von Schrotts Ilias-Übertragung: Der Name leite sich vielmehr von der Göttin Kypris = Aphrodite her, die hier eine bedeutende Rolle spielt.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • A. Bernabé (Hrsg.): Poetae epici graeci. Testimonia et fragmenta. Teil 1, 1987
  • Homeri Opera recognovit brevique adnotatione critica instruxit Thomas W. Allen; Tomus V Hymnos, Cyclum, Fragmenta, Margiten, Batrachomyomachiam, Vitas continens. Oxford: University Press 1922, ISBN 978-0198145349.
  • Homer: Ilias. Neu übertragen von Raoul Schrott. München: Hanser 2008, ISBN 978-3-446-23046-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Die Kyprien werden Stasinos (7. Jh.), aber auch Hegesias und Hegesinos zugewiesen.“ Zitiert aus: Einleitung in die griechische Philologie, hrsg. von Heinz-Günther Nesselrath. Stuttgart und Leipzig: Teubner 1997, S. 177.
  2. „Nach uralter Vermutung erhielten die Kyprien ihren Titel (der im Griechischen lediglich ‚Kyprisches‘ bedeutet) von jemandem, der die Dominanz der (auf Kypros geborenen) Kypris = Aphrodite (man zähle einmal ihre Erwähnungen bereits in Proklos’ Kurz-Paraphrase!) im Kausalgefüge erkannt hat.“ Paul Drägers Rezension von Schrotts Ilias-Übertragung (Memento vom 28. September 2011 im Internet Archive) (PDF; 547 kB)