Läuferpaar

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Das Läuferpaar ist ein Begriff aus dem Schachspiel und bedeutet, dass eine Seite sowohl den schwarz- als auch den weißfeldrigen Läufer besitzt. Insbesondere wird der Ausdruck verwendet, wenn der Gegner nicht mehr beide Läufer besitzt. „Weiß hat das Läuferpaar“ impliziert also üblicherweise, dass Schwarz nicht mehr beide Läufer hat, weil er beispielsweise einen seiner Läufer gegen einen weißen Springer getauscht hat. Bekannte Eröffnungen für den letztgenannten Sachverhalt sind die Nimzowitsch-Indische Verteidigung und die Winawer-Variante der Französischen Verteidigung.

Hauptvorteil des Läuferpaares gegenüber dem Springerpaar ist in offenen Stellungen seine Reichweite, da der Läufer entlang einer Diagonale beliebig weit ziehen kann. Der Besitzer des Läuferpaars sollte folglich nach einer Öffnung des Spiels streben.

Die Bezeichnung dieses Stellungsmerkmals durch einen eigenen Begriff erklärt sich aus der Stärke zweier Läufer gegenüber zwei beliebigen anderen Leichtfiguren. Während Läufer und Springer sonst in etwa gleich stark sind (beide entsprechen etwa 3 Bauerneinheiten), ist das Läuferpaar in offenen Stellungen – also Stellungen ohne blockierende Bauern – oft stärker als ein Läufer und ein Springer oder zwei Springer. Ein einzelner Läufer ist dem Springer nicht überlegen, da seine überlegene Reichweite durch das Gebundensein an eine Feldfarbe wettgemacht wird. Beim Läuferpaar kompensiert der andere Läufer diesen Nachteil. Dies zeigt sich z. B. beim Mattsetzen im Endspiel: Während man mit zwei Springern den gegnerischen König (ohne weitere Figuren und Bauern auf dem Brett) nicht forciert mattsetzen kann und es mit Springer und einem Läufer auch für starke Spieler eine gute Technik erfordert, ist das Mattsetzen mit dem Läuferpaar gegen einen „nackten“ König verhältnismäßig einfach.