L.W.C. Michelsen

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Das Stammhaus von L.W.C. Michelsen in Hamburg, 1918
Dokumentation zur Ernennung von L.W.C. Michelsen zum Hoflieferanten 1911
Dokumentation zur Ernennung von L.W.C. Michelsen zum Hoflieferanten, 1912

L.W.C. Michelsen ist ein traditionsreicher Hamburger Delikatessenhandel. Es wurde 1814 von Christian Friedrich Michelsen in der Hansestadt Hamburg gegründet. Heute wird das Unternehmen in 6. Generation geleitet.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christian Friedrich Michelsen (geboren 1779 in Hamburg) gründete nach Ende der französischen Besatzungszeit Hamburgs am 1. Oktober 1814 ein Lebensmittelgeschäft, das mit Grundnahrungsmitteln wie Mehl handelte. Sein Sohn Johann Heinrich Michelsen (geboren 1800) führte unter dem Namen Michelsen einen Fruchthandel, der zuvor seinen Schwiegereltern gehörte, weiter. Das Geschäft lag in der Hamburger Innenstadt an den Großen Bleichen 10. Hier wurden u. a. Früchte aus dem Alten Land und aus den Vierlanden gehandelt.

Als das Haus 1842 dem sogenannten Großen Brand zum Opfer fiel, baute der Enkel, Ludwig Wilhelm Christian Michelsen das Unternehmen an selber Stelle wieder auf. Unter seinem Namen wurde L.W.C. Michelsen schließlich zu einem der renommiertesten Delikatessen-Geschäfte seiner Zeit. 1899 kaufte Johannes Carl Peters den Delikatessenhandel, übernahm die Leitung und erweiterte das Geschäft zusätzlich durch einen großangelegten Fruchthandel in das Binnenland. Am 12. Januar 1912 wurde L.W.C. Michelsen offiziell von Kaiser Wilhelm II. zum Hoflieferanten ernannt. Kaiser Wilhelm II. selbst bestellte hier u. a. seinen Kaviar.[1] Ab 1927 wurde L.W.C. Michelsen schließlich von Alfred Peters (1903–1987) und Johannes Peters (1907–1993) fortgeführt.[2] Mitte der 1960er Jahre übernahmen die beiden Söhne Heiko Peters (1941–2015) und Rainer Peters (19. August 1943) die Geschäftsführung im Familienbetrieb.[3] Das renommierte Einzelhandelsgeschäft wurde in den Folgejahren erfolgreich zu einem Großhandelsunternehmen ausgebaut und zog 1988 auf das ehemalige Gelände der Edeka-Zentrale in Billbrook. Hier ist das Unternehmen bis heute ansässig. Das Einzelhandelsgeschäft in den Großen Bleichen fiel am 21. Mai 1995 einem Feuer zum Opfer.[4][5] In die Führung des Familienunternehmens sind mittlerweile auch die Cousins Jan Erik Peters (4. Juni 1973) und Malte Peters (5. Dezember 1975) eingetreten und führen das Geschäft in 7. Generation fort. L.W.C. Michelsen gilt als einer der ältesten Weinhändler Hamburgs.

Unternehmensstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

L.W.C. Michelsen beliefert als Hersteller und Großhändler über 5.000 Geschäfte des gehobenen Fachhandels mit erlesenen Spezialitäten, die noch immer traditionell nach den alten hauseigenen Rezepturen hergestellt werden. Auch heute noch werden viele der angebotenen Produkte sorgfältig in Handarbeit nur mit hochwertigen Zutaten gefertigt.

2010 erweiterte L.W.C. Michelsen sein Geschäftsfeld um einen Versandhandel, in dem Endverbraucher ausgewählte Produkte direkt bestellen können.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1878: Platzierung bei der Gartenbauausstellung
  • 1880: Platzierung bei der Kochkunstausstellung
  • 1899: Goldmedaille für vollendete Gartenbauprodukte
  • 12. Januar 1912: Verleihung des Titels Königlich-Kaiserlicher Hoflieferant

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wo der Kaiser seinen Kaviar kaufte@1@2Vorlage:Toter Link/www.abendblatt.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Hamburger Abendblatt, 22. Mai 1995.
  2. Ein Täßchen im Vorübergehen, Hamburger Abendblatt, 26. Juli 1954 (PDF; 2,3 MB).
  3. Damals reisten Bananen noch in Matrosenkojen@1@2Vorlage:Toter Link/www.abendblatt.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Hamburger Abendblatt, 1. Oktober 1964.
  4. 185 Jahre Tradition, Hamburger Morgenpost, 25. Januar 1999.
  5. Große Bleichen: Wer schließt die Lücke?, Hamburger Abendblatt, 9. September 2002.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]