Lucas (Filmfestival)

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Dieser Artikel behandelt das deutsche Filmfestival LUCAS; Zu dem Lund University Cardiac Assist System siehe Mechanische Reanimationshilfen#Lund University Cardiac Assist System (LUCAS).

Lucas (eigene Schreibweise: LUCAS) ist ein deutsches Filmfestival für aktuelle, internationale Kinderfilmproduktionen, das jährlich in Frankfurt am Main stattfindet. Im Rahmen des Festivals soll einem internationalen Publikum aus Kindern und Jugendlichen Begeisterung für das Medium Film in Vorführungen, Filmgesprächen und Begegnungen mit internationalen Filmschaffenden vermittelt werden. Gegründet wurde es 1974 und ist damit das älteste deutsche Kinderfilmfestival. 2016 wurde das Festival neu konzipiert und erhielt den neuen Namen LUCAS - Internationales Festival für junge Filmfans.

Festival und Wettbewerb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die entscheidendsten Veränderungen waren eine erhebliche Erweiterung der Zielgruppe, die jetzt auch junge Erwachsene ab 18 Jahren einschließt, und der verstärkte Fokus auf die aktive Teilhabe der jungen Filmfans am Festival. Um der Meinung der Kinder und Jugendlichen bei dem Festival ausreichend Gewicht zu verleihen, sitzen seit 1985 nicht nur erwachsene Experten in der Jury, sondern auch Kinder und Jugendliche, die gleichberechtigt über die Vergabe der LUCAS Preise mit entscheiden.

Verschiedene Jurys bewerten das Wettbewerbsprogramm von LUCAS und vergeben die Preise: In den Sektionen ab 8 Jahren und ab 13 Jahren wird jeweils der beste abendfüllende Film (dotiert mit 5000€) und der beste kurz-/ oder mittellange Film (dotiert mit 2000€) ausgezeichnet. Zudem wird in der Sektion ab 13 Jahren ein abendfüllender Film für seine "außergewöhnliche cineastische Leistung" mit dem mit 2000€ dotierten Sir Peter Ustinov Award geehrt.

Seit 2010 entscheiden die LUCAS-Besucher mit und können ihren beliebtesten Film mit dem LUCAS-Publikumspreis küren.

Zudem vergibt eine Jury einen Preis der European Children's Film Association (ECFA) an den besten europäischen Kinder- und Jugendfilm.

Seit der Neugestaltung 2016 wählen Kinder und Jugendliche die gezeigten FIlme zum Teil selbst mit aus und bereiten Fimgespräche und Begegnungen mit internationalen Filmschaffenden teilweise selbst vor. Der zuvor erschienene Katalog wurde durch eine mehrsprachige Festivalzeitung, die von Kindern und Jugendlichen mit geschrieben wird, ersetzt. Die Leitung des Festivals setzt bei der Auswahl der Filme auf Qualität und möchte nicht nur Premieren und speziell als für die Zielgruppe geeignet gekennzeichnete Filme zeigen. In der neuen Sektion der Young European Cinephiles bestimmen je zwei Jugendliche aus Italien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden das Abendprogramm des Festivals selbst.

LUCAS ist eine zentrale Plattform für Filmvermittler/innen und Filmpädagog/innen und veranstaltet begleitend zum Festival die Tagung und Zukunftswerkstatt "Film, Flucht und Interkultur".

Förderer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

LUCAS wird gefördert von der Stadt Frankfurt am Main, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der HessenFilm und Medien, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, der Europäischen Union (Creative Europe), der Peter Ustinov Stiftung, der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien, dem RMV, der Fraport AG, des Förderkreises des Deutschen Filminstituts, der Fazit-Stiftung, Vision Kino, der Wirtschaftsförderung Film in Frankfurt, ŠKODA AUTO Deutschland und der ABG Frankfurt Holding.

2016 wurde LUCAS von "kulturMut", der Crowdfunding-Initiative der Aventis Foundation und des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, ausgezeichnet.

Preisträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2008

  • Bester Langfilm: Mein bester Freund (Un château en Espagne) (Frankreich)
  • Bester Kurzfilm: Crybaby (Pusling) (Dänemark)
  • Don-Quijote-Preis der F.I.C.C.-Jury: Phoebe im Wunderland (Phoebe in Wonderland) (Vereinigten Staaten)

2009

  • Bester Langfilm: Carlitos großer Traum (Carlitos y el campo de los sueños) (Spanien)
  • Bester Kurzfilm: Die geschwätzige Maus (Le Mulot menteur) (Belgien/Frankreich/Ungarn)
  • Prix CIFEJ: Morisson / (Morrison krijgt een zusje) (Niederlande)
  • Don-Quijote-Preis der F.I.C.C.-Jury: Babak (Zamani baraye doust dashtan) (Iran)

2010

  • Bester Langfilm: Ich bin Kalam (I am Kalam) (Indien)
  • Bester Kurzfilm: Kavi (Vereinigten Staaten/Indien)
  • Bester Kurzfilm Animation: Die Stille unter der Rinde (Le silence sous l’écorce) (Frankreich)
  • Don-Quijote-Preis der F.I.C.C.-Jury: Ich bin Kalam (I am Kalam) (Indien)
  • Preis der CIFEJ-Jury: Mein liebster Feind (Min bedste Fjende) (Regie: Oliver Ussing) (Dänemark)
  • LUCAS-Publikumspreis: Der weiße Löwe (White Lion) (Regie: Michael Swan) (Südafrika) [1]

2011

  • Bester Langfilm: Der fremde Pilot (The Runway) (Regie/ Drehbuch: Ian Power) (Irland/Luxemburg)
  • Bester Kurzfilm: Cristianos Shirt (Le Maillot de Cristiano) (Regie/ Drehbuch: Vincent Bruno) (Belgien)
  • Bester Animierter Kurzfilm: Die Augen des Leuchtturms (Os Olhos do Farol) (Regie/ Drehbuch: Pedro Serrazina) (Portugal)
  • Don-Quijote-Preis der F.I.C.C.-Jury: The Liverpool Goalie (Keeper’n til Liverpool) (Regie: Arild Andresen) (Norwegen)
  • Der Goldene Buchstabe: Der fremde Pilot (The Runway) (Regie/ Drehbuch: Ian Power) (Irland/Luxemburg)
  • LUCAS-Publikumspreis: Tigre og Tatoveringer (Tiger & Tattoos) (Regie/ Drehbuch: Karla Bengtson) (Dänemark)

2012

  • Langfilmpreis: Bitte Bleib (Blijf!) (Regie: Lourens Blok) (Niederlande 2011)
  • Kurzfilmpreis: Wilder Vogel/(Vildfugl) (Regie: Jacob Bitsch) (Dänemark 2012)
  • Animationsfilmpreis: Pishto geht weg (Pishto uyeszhayet) (Regie: Sonya Kendel) (Russland 2012)
  • Jugendfilmpreis: On the Ice (Regie: Andrew Okpeaha MacLean) (Vereinigten Staaten 2011)
  • LUCAS Publikumspreis: Die Dschungelbande (Les As de la Jungle – Operation Banquise) (Regie: David Alaux, Eric Tosti) (Frankreich 2011)

2013

  • Langfilmpreis: Felix (Regie: Roberta Durrant) (Südafrika 2013)
  • Kurzfilmpreis: Mimoun (Regie: Tallulah Schwab) (Niederlande 2012)
  • Animationsfilmpreis: Hase und Hirsch/()Nyuszi és öz (Regie: Péter Vácz) (Ungarn 2013)
  • Jugendfilmpreis (Sir Peter Ustinov Jugendfilmpreis): For No Eyes Only (Regie: Tali Barde) (Deutschland 2013)
  • Darstellerpreis (Sir Peter Ustinov Newcomer Award): Nader Sarhan für Alì Blue Eyes (Alì ha gli occhi Azzurri) (Regie: Claudio Giovannesi) (Italien 2012)
  • ECFA Award: Meine Mutter ist in Amerika und hat Buffalo Bill getroffen (Ma Maman est en Amérique, elle a rencontré Buffalo Bill) (Regie: Marc Boréal, Thibaut Chatel) (Frankreich 2013)
  • LUCAS Publikumspreis: Das Pferd auf dem Balkon (Regie: Hüseyin Tabak) (Österreich 2012)

2014

  • Langfilmpreis: Purok 7 (Regie: Carlo Obispo) (Philippinen 2013)
  • Kurzfilmpreis: Pyse (Regie: Siri Rutlin) (Norwegen 2013)
  • Animationsfilmpreis: The Magnificent Lion Boy (Regie: Ana Caro Sabogal) (Vereinigtes Königreich 2013)
  • Jugendfilmpreis (Sir Peter Ustinov Jugendfilmpreis): Jongens (Regie: Mischa Kamp) (Niederlande 2014)
  • Darstellerpreis (Sir Peter Ustinov Newcomer Award): Ahmed Bayatra für Giraffada (Regie: Rani Massalha) (Deutschland, Italien, Frankreich, Palästina 2013)
  • ECFA Award: Die Baumhauskönige (Bouwdorp) (Regie: Margien Rogaar) (Niederlande 2014)
  • LUCAS Publikumspreis: Mister Twister – Eine Klasse macht Camping (Mees Kees op kamp) (Regie: Barbara Bredero) (Niederlande 2013)

2015

  • Langfilmpreis: Meeresrauschen (Ho Gaana Pokuna) (Regie: Indika Ferdinando) (Sri Lanka 2014)
  • Kurzfilmpreis: Johnny Bakru (Regie: Ineke Houtman) (Niederlande 2014)
  • Animationsfilmpreis: Mutterliebe (Pro Mamu) (Regie: Dina Velikovskaja) (Russland 2014)
  • Jugendfilmpreis (Sir Peter Ustinov Jugendfilmpreis): Conducta - Wir werden sein wie Che (Regie: Ernesto Daranas) (Cuba 2013)
  • Darstellerpreis (Sir Peter Ustinov Newcomer Award): für Gijs Blom in Pijnstillers / Painkillers (Regie: Tessa Schramm) (Niederlande 2014)
  • ECFA Award: About a Girl (Regie: Mark Monheim) (Deutschland 2014)
  • LUCAS Publikumspreis: Mister Twister auf der Bühne (Mees Kees op de Planken) (Regie: Barbara Bredero) (Niederlande 2014)

2016

  • bester abendfüllender Film Kategorie 8+: Offline - Das Leben ist kein Bonuslevel (Regie: Florian Schnell) (Deutschland 2016)
  • bester abendfüllender Film Kategorie 13+: Spatzen (Sparrows) (Regie: Rúnar Rúnarsson) (Island, Dänemark, Kroatien 2015)
  • bester kurz- oder mittellanger Film Kategorie 8+: Yaadikoone (Regie: Marc Picavez) (Frankreich 2016)
  • bester kurz- oder mittelanger Film 13+: Junge mit Kamera (Kemerali Çocuk) (Regie: İbrahim Yeşilbaş) (Türkei 2016)
  • LUCAS Publikumspreis: Wild (Sairat) (Regie: Nagraj Manjule) (Indien 2016)
  • Sir Peter Ustinov Preis: Kaum öffne ich die Augen (À peine j'ouvre les Yeux) (Regie: Leyla Bouzid) (Frankreich, Belgien, Vereinigte Arabische Emirate, Tunesien 2015)
  • ECFA Award: RAUF (Regie: Bariş Kaya, Soner Caner) (Türkei 2016)

Die Veranstalter des Lucas-Filmfestivals sind das Deutsche Filminstitut (DIF), das Deutsche Filmmuseum und die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pressemitteilung über die Preisträger des Lucas-Filmfestivals 2010. (PDF; 112 kB), Webseite des Veranstalter. Abgerufen am 23. Oktober 2011.