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LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte

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LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte
— IfR —
Träger: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)
Rechtsform des Trägers: Öffentlich
Sitz des Trägers: Münster
Standort der Einrichtung: Karlstraße 33, 48147 Münster
Art der Forschung: Vergleichende Regionalgeschichte
Fächer: Neuere und Neueste Geschichte
Fachgebiete: Geschichte, Regionalgeschichte
Leitung: Malte Thießen
Website: lwl-regionalgeschichte.de

Das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte ist ein Institut zur Erforschung der Landesgeschichte der Region Westfalen in Trägerschaft des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe mit Sitz in Münster.

1929 wurde das Provinzialinstitut für westfälische Landes- und Volkskunde vom Provinzialverband der Provinz Westfalen gegründet. Das Provinzialinstitut hatte neben mehreren Fachkommissionen auch eine wissenschaftliche Hauptstelle mit koordinierender Funktion. Diese entwickelte seit den 1950er Jahren eigene Forschungsschwerpunkte. In den 80er Jahren fokussierte sich das Forschungsinteresse der Hauptstelle auf das 19. und 20. Jahrhundert, mit sozialgeschichtlicher Ausrichtung. Heute betreibt das Institut Zeitgeschichtsforschung in der Region, 1991 erfolgte die Umbenennung in "Westfälisches Institut für Regionalgeschichte (WIR)", 2006 in "LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte".[1]

Zu seinen früheren Leitern zählen Franz Petri, Karl Teppe, Alfred Hartlieb von Wallthor und Bernd Walter.

Wissenschaftliche Forschung

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In seiner thematischen und methodischen Ausrichtung stellt das Institut eine Besonderheit dar: Es ist die einzige wissenschaftliche Einrichtung, die sich in kommunaler Trägerschaft schwerpunktmäßig der Erforschung der westfälischen und lippischen Geschichte im Zeitraum des 19., 20. und 21. Jahrhunderts widmet. Am Institut werden Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Politik am Beispiel der Region Westfalen und Lippe erforscht. Regionale Entwicklungen werden in nationale, internationale und globale Zusammenhänge eingeordnet. Das LWL-Institut realisiert Forschungsprojekte mit vielfältigen Themenschwerpunkten. Eine Auswahl der aktuellen Projekte: Stadt-Land-Beziehungen, Heimkinder und Heimerziehung, Straßennamen, Rechtsextremismus, Geschichte des Instituts der Feuerwehr NRW, Edition der Stimmungs- und Lageberichte der Gestapo in Westfalen-Lippe. Das Institut gliedert sich in die Referate: Wirtschafts- und Sozialgeschichte (Jens Gründler), Neuere und Neueste Geschichte (Claudia Kemper), Publikationen (Mareen Heying), Geschichte des Arbeitens (Christoph Lorke), Geschlechtergeschichte (Julia Paulus), Internet-Portal "Westfälische Geschichte" (Marcus Weidner).

Tagungen/Veranstaltungen

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Um die wissenschaftliche Diskussion zu fördern und eigene Forschungsergebnisse zu präsentieren, steht das Institut in aktivem wissenschaftlichem Austausch mit Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen. Eigenständig und mit diesen Partnern veranstaltet das Institut Fachtagungen, Workshops und Kolloquien. Eine Auswahl vergangener Veranstaltungen: Workshop Beobachten, bewerten, berichten – Die Stimmungs- und Lageberichte der westfälischen Gestapo (2026), Digitales Forschungskolloquium Zeitgeschichte ohne Region? (2025–2026), Tagung Disability History: Neue Perspektiven und interdisziplinäre Ansätze (2024) Ausstellung mit Begleitprogramm „gefährdet leben. Queere Menschen 1933 - 1945“ (2024).[2]

Das Institut gibt drei Schriftenreihen heraus.

Westfälische Forschungen

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Mit den Westfälischen Forschungen verfügt das Institut über eine profilierte historische Fachzeitschrift, die seit 1938 jährlich erscheint. Dieses Periodikum der modernen Regionalgeschichte präsentiert ein breites Themenspektrum von der Frühen Neuzeit bis zur Zeitgeschichte. Eine Auswahl der letzten Schwerpunktthemen: Postkolonialismus in Westfalen-Lippe und darüber hinaus, Gescheiterte Projekte. Niederlagen, Fehlschläge und Blockaden im 19. und 20. Jahrhundert, Das lange 1933. Nationalsozialistische Machtdurchsetzung in regional vergleichender Perspektive, Regieren in der Region. Staatlichkeit und Gesellschaft im 19. und 20. Jahrhundert oder Hunger, Nahrungsmangel und Protest in regionaler Perspektive.[3]

Die Zeitschrift wird vom Aschendorff Verlag vertrieben.

Forschungen zur Regionalgeschichte

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In der seit 1991 erscheinende Reihe Forschungen zur Regionalgeschichte werden Monografien und Sammelbände veröffentlicht, in denen die regionale Zeitgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts erforscht wird. Besonders Dissertationen zu regionalhistorischen Themen und Tagungsergebnisse werden so in der Fachöffentlichkeit sichtbar gemacht und diskutiert. Die letzten Titel behandelten Kinderkuren, das Stammlager (VI K) Senne, die Morde an Zwangsarbeitern (Kriegsendphaseverbrechen) bei Meschede/Warstein und Rechtskatholizismus in der Weimarer Republik.[4]

Die Reihe erscheint im Verlag Schöningh/Brill.

Regionalgeschichte kompakt

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Die Reihe Regionalgeschichte kompakt, behandelt Fragestellungen der westfälischen Geschichte vom 19. Jahrhundert bis in die jüngste Zeitgeschichte. Mit wissenschaftlichem Anspruch und zugleich gut verständlich adressiert die Reihe ein breites Publikum. Bisher erschienen sind diese Bücher:

  1. Thomas Großbölting: 1968 in Westfalen. Akteure, Formen und Nachwirkungen einer Protestbewegung (Band 1)
  2. Rainer Pöppinghege: Republik im Bürgerkrieg (Band 2)
  3. Horst Conrad: Der lange Abschied von der Macht. Adel in Westfalen 1800–1970 (Band 3)
  4. Thomas Küster: Mauerfall und Friedensdividende. Westfalen nach 1989 (Band 4)

Die Reihe erscheint im Wallstein Verlag.

Internetportal Westfälische Geschichte

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Das Internetportal Westfälische Geschichte wurde im November 2002 als Kooperationsprojekt mit der Stiftung Westfalen-Initiative für Eigenverantwortung und Gemeinwohl begründet und 10. November 2004 freigeschaltet. Es ist offen konzipiert und wird fortlaufend um neue Inhalte und Projekte erweitert. Das Informations- und Serviceangebot umfasst u. a. Einführungstexte in Epochen und Themen, Informationen zu Räumen, Regionen und Territorien, Quellen, Karten, Biografien, Ereignisse, Literatur, Medien und Informationen für den Schulunterricht. Soweit möglich, werden Inhalte wie z. B. Karten und Quellen digital angeboten. Es richtet sich sowohl an ein fachwissenschaftliches Publikum als auch die historisch interessierte Öffentlichkeit. Zentrale Ziele sind die Versorgung mit Grundlageninformationen (z. B. durch Einführungstexte in Themen und Epochen), die gebündelte Bereitstellung von Fachinformationen in Form von Schwerpunkten und Projekten sowie Servicefunktionen (z. B. seit 2003: E-Mailing-Liste Westfälische Geschichte).

Neben den Grundlagen werden Informationen auch im Rahmen von Schwerpunkten und Projekten zur Verfügung gestellt, u. a.:[5]

  • Digitale Westfälische Urkunden-Datenbank
  • Marcus Weidner, Die Straßenbenennungspraxis in Westfalen und Lippe während des Nationalsozialismus. Datenbank der Straßenbenennungen 1933–1945
  • Leben und Werk des Freiherrn vom und zum Stein (1757–1831)
  • 1648 – Der Westfälische Friede
  • Frauen- und Geschlechtergeschichte
  • ArminiusVarus. Die Varusschlacht im Jahre 9 n. Chr.
  • „Vergangenheit, wir kommen!“ – (Online-)Spielfilm zur Einführung in die Archivarbeit (nicht nur) für Schüler
  • Berg-, Hütten- und Hammerwerke im Herzogtum Westfalen im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit
  • Karl Ludwig von Le Coq und die Topographische Karte von Westphalen, 1796–1813
  • Hof- und Adresskalender geistlicher Territorien des 18. Jahrhunderts

Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

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In den institutseigenen Publikationsreihen werden regelmäßig Dissertationen und Magisterarbeiten veröffentlicht. Das Institut bildet wissenschaftliche und studentische Volontäre aus und ermöglicht Studierenden und Schülern im Rahmen eines Praktikums Einblicke in den Arbeitsalltag eines historischen Forschungsinstituts.

Das LWL-Institut verfügt über eine eigene Bibliothek. Der Bestand umfasst über 65.000 Bände und etwa 200 Zeitschriften.[6]

Einzelnachweise

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  1. Internet-Portal 'Westfälische Geschichte'. 25. März 2014, abgerufen am 29. Mai 2026.
  2. https://www.lwl-regionalgeschichte.de/de/veranstaltungen/
  3. Westfälische Forschungen. Abgerufen am 29. Mai 2026.
  4. Forschungen zur Regionalgeschichte. Abgerufen am 29. Mai 2026.
  5. Internet-Portal „Westfälische Geschichte“: Schwerpunkte. Abgerufen am 1. August 2012.
  6. Bibliothek. Abgerufen am 2. Mai 2026.

Koordinaten: 51° 57′ 52,5″ N,  38′ 10,7″ O