Landshausen (Kraichtal)

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Koordinaten: 49° 8′ 57″ N, 8° 48′ 26″ O

Landshausen
Stadt Kraichtal
Wappen von Landshausen
Höhe: 206 m
Einwohner: 935 (30. Nov. 2013)
Eingemeindung: 1. September 1971
Postleitzahl: 76703
Vorwahl: 07250

Landshausen ist ein Stadtteil von Kraichtal im Landkreis Karlsruhe im nordwestlichen Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landshausen liegt in der Hügellandschaft des Kraichgaus. Die Gemarkungsfläche beträgt 726 ha.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über Landshausen zur Martinskirche

864/876 erstmals als Huserard marca erwähnt, war Landshausen Ausbauort von Menzingen. Um 1100 erscheint die Bezeichnung Nanthesshusen. Die Klöster Lorsch, Hirsau und Odenheim hatten Besitzungen am Ort. Die Grundherrschaft lag bei den Herren von Mentzingen, die den Ort 1426 und 1427 an das Kloster Odenheim verpfändeten, wodurch er unter bischöflich-speyerische Landeshoheit gelangte und zur Zeit der Reformation katholisch blieb. 1803 kam Landshausen an Baden und wurde zunächst dem Amt Odenheim zugeordnet. 1807 kam der Ort zum Oberamt Gochsheim und 1813 zum Bezirksamt Eppingen. Bei dessen Auflösung 1924 kam der Ort zum Bezirksamt Bruchsal und 1938 schließlich zum Bezirksamt Sinsheim. 1939 wurden 699 Einwohner gezählt, Ende 1945 waren es 704.[1]

Am 1. September 1971 vereinigte sich Landshausen mit den Städten Gochsheim und Unteröwisheim sowie mit den Gemeinden Bahnbrücken, Menzingen, Münzesheim, Neuenbürg, Oberacker und Oberöwisheim zur neuen Stadt Kraichtal.[2] Infolge des Zusammenschlusses wechselte der Ort auch die Kreiszugehörigkeit und gehörte zunächst – wie alle anderen Stadtteile Kraichtals – zum Landkreis Bruchsal, zu dem der Ort bereits von 1924 bis 1938 gehört hatte.

2005 hatte Landshausen 1050 Einwohner.

Wappen Landshausen

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemalige Wappen von Landshausen zeigt in Blau den heiligen Martin in goldener Rüstung auf einem schreitenden, rotgezäumten silbernen Ross, mit silbernem Schwert den roten Mantel für den Bettler teilend; diesen mit rotem Lendentuch unten sitzend.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rat- und Schulhaus

Die katholische Kirche St. Martin wurde als Pfarrkirche 1331 erstmals erwähnt. Die heutige Kirche wurde 1751 neu erbaut und 1911 zu ihrer heutigen Gestalt umgebaut. In ihrem Inneren befindet sich neben historischem Figurenschmuck, darunter der Kirchenpatron Martin, auch ein Epitaph für den 1778 verstorbenen Pfarrer Franz Philipp Junghans. Beim Friedhof befindet sich noch die 1715 errichtete Maria-Hilf-Kapelle.

Historisches Fachwerkhaus

Das Rat- und Schulhaus des Ortes wurde 1883 erbaut. In seiner Nähe befindet sich ein 1905 errichtetes Ehrenmal für die Kriegsteilnehmer des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71.

Der Ortskern von Landshausen wird außerdem von zahlreichen historischen Fachwerkgebäuden geprägt.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der FV "Viktoria" Landshausen e.V. ist mit derzeit ca. 180 Mitgliedern der größte Verein in Landshausen und spielt seit 12 Jahren in der Kreisklasse A Sinsheim.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Rössler: Ortssippenbuch Landshausen 1649 - 1900. Lahr-Dinglingen: Interessengemeinschaft Badischer Ortssippenbücher 1996 (= Badische Ortssippenbücher 76)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitteilungen des Württ. und Bad. Statistischen Landesamtes Nr. 2: Ergebnisse der Einwohnerzählung am 31. Dezember 1945 in Nordbaden
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 473.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kraichtal-Landshausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien