Lange Bank

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Sitzung des Immerwährenden Reichstags in Regensburg, 1640, Stich von Matthäus Merian

Die Bezeichnung Lange Bank leitet sich von der Redewendung „etwas auf die lange Bank schieben“ ab.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Etwas auf die lange Bank schieben“ bedeutet, eine (möglicherweise sehr schwerwiegende) Entscheidung so lange wie irgendwie möglich hinauszuzögern.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ursprung der Redewendung liegt wahrscheinlich im Immerwährenden Reichstag in Regensburg. Die „Lange Bank“ waren Sitztruhen, auf denen die Gesandten etwas abseits des Entscheidungsprozesses warten mussten. Die mitgebrachten Akten wurden in den Truhen verstaut, um sie dann später wieder herauszuholen und zu bearbeiten bzw. zur Entscheidung zu bringen. Manchmal dauerte der Prozess so lange, dass die Akten vergessen wurden.

Eine andere Herkunftsquelle besagt, dass diese Redewendung im Reichskammergericht in Wetzlar geprägt wurde. Die dortigen Richter waren frustriert, dass sie quasi in die hessische Provinz abgestellt wurden. Sie quittierten dies mit Bummelstreik. Die Akten lagen auf einer „Langen Bank“. Die ältesten wurden bearbeitet, und die neuen wurden am anderen Ende abgelegt. War am alten Ende ein Platz frei geworden, so schob man die Akten einfach weiter. Daraus resultiert auch das geflügelte Wort: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Ebenso wurde der Ausdruck „schwebendes Verfahren“ im Reichskammergericht in Wetzlar geprägt. Als nämlich dann die „Lange Bank“ wegen der Faulheit der Wetzlarer Richter nicht mehr ausreichte, hängte man die Akten an einem Seil unter der Decke auf. Somit schwebten die Akten und eben auch das Verfahren.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]