Langes Messer

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Replik eines Langen Messers (stumpfe Schaukampfwaffe)

Langes Messer (auch Lange Messer genannt) war eine Waffe im auslaufenden Spätmittelalter[1][2] und der beginnenden Renaissance.

Geschichte und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entstehung des Langen Messer ist nicht abschließend geklärt. Ein verbreiteter Mythos besagt, dass man versuchte, eine Gesetzeslücke auszunutzen, die das Tragen eines Schwertes für einfache Bürger verbot. Da die Konstruktion eines Schwertes (die Angel geht durch Griff und Knauf und wird am Ende durch Vernieten befestigt) von der eines Messers (die Griffschalen werden mittels Nieten auf die Angel aufgenietet) abweicht, soll dies das Führen auch einem nichtadeligem Bürger erlaubt haben. Da aber der Besitz verschiedener Waffen in Städten bei Strafe vorgeschrieben war und nur wenige Städte das Führen derselben eingeschränkt haben, ist dies unwahrscheinlich. Der wahrscheinlichere Grund scheint im Gildenrecht verankert gewesen zu sein. Hier war die Herstellung von Messern den Messermachern vorbehalten, während die Herstellung von Schwertern in Schwertmacherhand lag. Ähnlich wie im modernen Patentrecht sind hier genaue Herstellungs- und Konstruktionsbedingungen zur Unterscheidung festgelegt, die von den Messermachern durch die Herstellung übergroßer Messer umgangen werden konnten und sie dadurch in den lukrativen „Selbstverteidungsmarkt“ einsteigen konnten. Das Lange Messer ist eine Langversion der mittelalterlichen Bauernwehr und des böhmischen Dussacks. Es ist etwa 1 Meter lang, wiegt 1 Kilogramm oder mehr und besitzt am Ende seiner geschwungenen Klinge eine Rückschneide. Im Gegensatz zum säbelartigen Großen Messer ist der Verlauf gerade und im Querschnitt gleichmäßig. Trotzdem werden beide Begriffe häufig synonym verwendet. Das lange Messer findet in fast allen historischen Fechtbüchern eine Erwähnung und wird dort als effektive und beliebte Waffe des Nicht-Adels ausgewiesen. Die Formen des Langen Messers sind sehr unterschiedlich, oftmals besitzt es jedoch neben der Parierstange einen „Wehrnagel“ als zusätzliches Parierelement. Mit dem Nagel können allerdings auch bestimmte Fechttechniken ausgeführt werden.

Die meisten Langen Messer waren im Spätmittelalter schmucklos. Sie waren die Waffen der einfachen Bürger und freien Bauern.

Das heutzutage bekannteste Werk zu dieser Waffe wurde vom Nürnberger Geistlichen Johannes Lecküchner verfasst, der dieses am Ende des 15. Jahrhunderts schrieb, und dabei die Techniken anderer Blankwaffen für das Lange Messer nutzbar machte.[3]

Maße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abmessungen einer typischen Waffe sind folgende:[4]

  • Länge: ca. 1100 mm
  • Breite: ca. 40 mm
  • Gewicht: ca. 1220 g

Lange Messer variieren stark in Länge, Gewicht und Klingenbreite. Auch gibt es nicht nur Messer mit Rüstnagel wie hier abgebildet, sondern auch mit einem ringförmigen Anbau, manchmal „Kuhfuß“ genannt.

Sportgerät[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch heute noch werden in Schwertschulen Interessierte im Schwertkampf mit dem Langen Messer ausgebildet.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bernhard D. Haage, Wolfgang Wegner, Gundolf Keil, Helga Haage-Naber: Deutsche Fachliteratur der Artes in Mittelalter und Früher Neuzeit. Schmidt Erich Verlag, 2007, Seite 260. Online unter [1]
  2. Das lange Messer, eine fast vergessene Waffe
  3. Johannes Lecküchner Transkription (PDF; 797 kB)
  4. Datenblatt Langes Messer (PDF; 429 kB) Gesellschaft zur Erforschung und Erprobung historischer Waffen e.V.
  5. Lebendige Schwertkunst