Rothenburg ob der Tauber

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Rothenburg ob der Tauber
Rothenburg ob der Tauber
Deutschlandkarte, Position der Stadt Rothenburg ob der Tauber hervorgehoben
Koordinaten: 49° 23′ N, 10° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Ansbach
Höhe: 430 m ü. NHN
Fläche: 41,68 km2
Einwohner: 11.085 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 266 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91541
Vorwahl: 09861
Kfz-Kennzeichen: AN, DKB, FEU, ROT
Gemeindeschlüssel: 09 5 71 193
Stadtgliederung: 39 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
91541 Rothenburg ob der Tauber
Webpräsenz: www.rothenburg.de
Oberbürgermeister: Walter Hartl („Für Rothenburg“)
Lage der Stadt Rothenburg ob der Tauber im Landkreis Ansbach
Landkreis Donau-RiesAnsbachFürthLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimLandkreis FürthLandkreis RothLandkreis Weißenburg-GunzenhausenUnterer WaldLehrbergAdelshofen (Mittelfranken)Bechhofen (Mittelfranken)Bruckberg (Mittelfranken)Buch am WaldBurkColmbergDentlein am ForstDiebachDietenhofenDinkelsbühlDombühlEhingen (Mittelfranken)FeuchtwangenFlachslandenGebsattelGerolfingenGeslauHeilsbronnInsingenLangfurthLeutershausenLichtenau (Mittelfranken)Merkendorf (Mittelfranken)MönchsrothNeuendettelsauNeusitzOberdachstettenOhrenbachPetersaurachRöckingenRothenburg ob der TauberRüglandSachsen bei AnsbachSchillingsfürstSchnelldorfSchopfloch (Mittelfranken)SteinsfeldUnterschwaningenWassertrüdingenWeidenbach (Mittelfranken)WeihenzellWeiltingenWettringen (Mittelfranken)WiesethWindelsbachWindsbachWittelshofenWörnitz (Gemeinde)Wolframs-EschenbachWilburgstettenOrnbauMitteleschenbachHerriedenDürrwangenBurgoberbachAurach (Landkreis Ansbach)ArbergBaden-WürttembergKarte
Über dieses Bild
Das Plönlein mit dem Sieberstor (links) und dem Kobolzeller Tor (rechts), 2008
Röderbogen (2011)

Rothenburg ob der Tauber (kurz auch Rothenburg o. d. T.) ist eine mittelfränkische Kleinstadt im Landkreis Ansbach in Bayern, die an der Grenze zu Baden-Württemberg liegt.

Mit seiner weitgehend erhaltenen mittelalterlichen Altstadt ist Rothenburg eine weltbekannte Sehenswürdigkeit mit vielen Baudenkmälern und Kulturgütern. Herausragend an der Altstadt ist, dass sie sehr ursprünglich wirkt, da sie praktisch keine modernistischen Brüche aufweist, von einer begehbaren Stadtbefestigung umgeben und in die weitgehend unverbaute, ursprüngliche Landschaft des Flusstals der Tauber eingebettet ist. Diese Ursprünglichkeit versucht man seit Jahrzehnten weitestgehend zu erhalten. Zudem ist Rothenburg für mehrere bedeutende Museen bekannt, etwa das Kriminalmuseum, das Reichsstadtmuseum, das Handwerkerhaus und das Weihnachtsmuseum von Käthe Wohlfahrt. Zu den überregional bekannten Veranstaltungen der Stadt gehören der Meistertrunk (Kulturerbe seit 2016), die Reichsstadttage, der Weihnachtsmarkt und das Taubertal Openair-Festival.

Von 1274 bis 1803 war Rothenburg eine Reichsstadt. Nach der Belagerung 1631 während des Dreißigjährigen Kriegs verlor die Stadt stark an Bedeutung. Sie entwickelte sich daher nur noch allmählich weiter, wodurch das alte Stadtbild überwiegend erhalten blieb. Rothenburg galt bereits vor dem Zweiten Weltkrieg als bedeutender Zielort des Tourismus in Deutschland. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurden die meisten Bauten originalgetreu wiederaufgebaut. Ab 1950 wurde die Stadt zu einem der Höhepunkte an der Romantischen Straße, der ersten Ferienstraße Deutschlands. Bis 1972 war sie kreisfrei und Sitz des gleichnamigen Landkreises. Stadt und Landkreis kamen dann zum Landkreis Ansbach und Rothenburg wurde zur Großen Kreisstadt erhoben.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rothenburg ob der Tauber liegt etwa 60 km westlich von Nürnberg am Fluss Tauber und am Rand des Naturparks Frankenhöhe. In geologischer Hinsicht befindet sich der Trauf der Frankenhöhe östlich der Stadt.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rothenburg ob der Tauber hat 39 Ortsteile:[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbargemeinden sind (im Uhrzeigersinn, im Norden beginnend):

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Burgtor aus dem 12. Jahrhundert, ältester und größter Torturm mit Vorbauten aus dem 16. Jahrhundert

Bis zum 17. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wurzeln von Rothenburg liegen im heutigen Ortsteil Detwang. Diese Pfarrei wurde um 970 von einem ostfränkischen Adligen namens Reiniger errichtet. Es folgten die Errichtung der Comburg bei Schwäbisch Hall sowie der Grafenburg auf dem sogenannten Essigkrug oberhalb der Tauber, aus deren geographischer Lage sich der Namenszusatz ob der Tauber ableitet.

Bis zu deren Aussterben im Jahr 1116[3] befand sich die abgegangene Burg im Besitz der Grafen von Comburg-Rothenburg. Neben Rothenburg ob der Tauber gründete die Grafenfamilie sechs weitere Städte mit dem Namen Rot(h)enburg. Vier von ihnen liegen heute innerhalb Deutschlands und eine in der Schweiz. Rothenburg an der Oder gehört seit 1945 zu Polen und trägt seitdem den Namen Czerwieńsk.

Graf Heinrich von Rothenburg, das letzte Familienmitglied, vermachte die Burg dem Kloster Comburg. Heinrich V., der diese Schenkung nicht bestätigte, gab den Besitz an seinen Neffen Konrad III. als Lehen. Dieser erlangte 1137 die Königswürde, hielt Hof in Rothenburg und errichtete auf der Fläche des heutigen Burggartens die Reichsburg Rothenburg, die vermutlich durch ein Erdbeben um 1356 zerstört oder zumindest beschädigt wurde. Sein Sohn, Friedrich von Rothenburg, stand zunächst unter der Vormundschaft seines Vetters Friedrich I. (er war noch minderjährig, als sein Vater starb) und erhielt mit seinem Ritterschlag von 1157 den Titel „Herzog von Rothenburg“. Durch Friedrich I. wurde Friedrich von Rothenburg auch das Egerland übergeben.

1188 wird das castrum Rotenburch in einem Vertrag zwischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa und König Alfons VIII. von Kastilien, in dem die Ehe zwischen Friedrichs Sohn Herzog Konrad II. von Schwaben und Alfons’ Tochter Berengaria vereinbart wurde, erwähnt. Die Burg gehörte mit weiteren 29 staufischen Gütern zur Morgengabe der Braut. Allerdings wurde diese Ehe nie vollzogen.[4]

Seit dem 13. Jahrhundert hatte der Deutsche Orden eine Niederlassung, die Kommende Rothenburg.[5]

Die Erhebung von Rothenburg zur Reichsstadt erfolgte am 15. Mai 1274 durch König Rudolf von Habsburg. Prominenteste Figur des Mittelalters war Heinrich Toppler (ca. 1340–1408), der mit seiner energischen Politik und seinen Landkäufen das Schicksal der Stadt weit über seinen umstrittenen Tod hinaus beeinflusst hat. Im Jahr 1474 logierte der König von Dänemark, Norwegen und Schweden Christian I. eine Woche lang in einem Gasthaus am Markt (heute „Altehrwürdige Ratsstube“).

Die jüdische Gemeinde Rothenburgs gehörte zu den ältesten in Deutschland. Aus ihr ging der berühmte Rabbi Meir von Rothenburg (um 1220-1293) hervor. Während des Rintfleisch-Pogroms von 1298 wurde nahezu die ganze Gemeinde, ca. 450 Menschen, ermordet. Bald schon siedelten sich aber wieder Juden in der Stadt an. Die neu entstandene Gemeinde fiel im Pestjahr 1349 erneut einem Pogrom zum Opfer.[6] Auch danach siedelten sich wieder Juden in Rothenburg an. Im Jahr 1520 erfolgte die endgültige Vertreibung. Das Vermögen der Gemeinde wurde eingezogen. Erst im 19. Jahrhundert konnten sich abermals Juden in Rothenburg ansiedeln.[7]

Von 1500 bis 1806 lag die Stadt im Fränkischen Reichskreis.

1544 wurde in Rothenburg die Reformation eingeführt. Der Deutsch- und der Johanniterorden blieben zwar katholisch, mussten aber ihre Kirchen St. Jakob und St. Johannis abgeben. Bürgermeister und Rat zu Rothenburg auf der Tauber unterzeichneten 1579 die lutherische Konkordienformel von 1577.[8]

Dreißigjähriger Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dreißigjährige Krieg stellte für Rothenburg von Beginn an ein Problem dar. Als evangelische Reichsstadt war man dem katholischen Kaiser Ferdinand II. zur Treue verpflichtet. Auf der anderen Seite sympathisierte man verdeckt mit dem evangelischen schwedischen König Gustav II. Adolf. Dieser schlug im September 1631 Schlacht bei Breitenfeld die kaiserlichen Truppen, drängte weiter nach Süden und besetzte Mitte Oktober Würzburg. Der kaiserlich-katholische Befehlshaber General Graf von Tilly hingegen versuchte in Franken eine neue Verteidigungslinie aufzubauen. So geriet das militärisch und politisch eigentlich unbedeutende Rothenburg zwischen die Fronten.

Anfang Oktober 1631 befanden sich 800 Mann kaiserliche Truppen in der Stadt. Am 7. Oktober wurde in der Nähe Rothenburgs ein kaiserlicher Truppenverband des Kriegskommissars Alessandro Massoni von schwedischen Truppen vernichtend geschlagen. Einen Tag später, am 8. Oktober, ergab sich die kaiserliche Besatzung Rothenburgs den schwedischen Truppen auch ohne Belagerung der Stadt. Teile kaiserlichen Truppen meuterten und schlossen sich den Schweden an, der Rest durfte frei abziehen. Die Schweden besetzten darauf Rothenburg. Doch schon zwei Wochen später erreichte Tilly mit der Hauptmacht des kaiserlichen Heeres die Gegend. Am 27. Oktober wurde der Rat Rothenburgs von der kaiserlichen Armee aufgefordert Übergabeverhandlungen einzuleiten. Da sich die Rothenburg weigerte, schlossen am 29. Oktober die kaiserlichen Truppen einen Belagerungsring um die Stadt. Die Bürger Rothenburgs bereiteten sich darauf vor die Stadt zusammen mit der schwedische Besatzung zu verteidigen; wahrscheinlich hoffte man auf Entsatz von Würzburg. Am 30. Oktober begann der Beschuss der Stadt, insbesondere von Norden zwischen Klingen- und Galgentor. Die Verteidiger brachten den Angreifern schwere Verluste zu (etwa 300 Mann) aber als in der Klingentorbastei gelagertes Schwarzpulver eine Explosion verursachte, stellte die schwedische Besatzung den Kampf ein. Die Schweden durften nach kurzer Verhandlung abziehen.

Nachbildung des „Meistertrunks“ im Historiengewölbe im Rothenburger Rathaus

Wahrscheinlich in der Nacht von 30. zum 31. Oktober wurde die Stadt zur Plünderung freigegeben. Der Stadtrat wurde festgehalten und mit dem Tode bedroht. Es gelang ihm aber wohl zu beweisen, dass die Stadt keinen Anteil an der Vernichtung der Truppen des Kriegskommissars Massoni und der Meuterei der ursprünglichen kaiserlichen Besatzung hatte. Wahrscheinlich hat sich auch die Stadtbevölkerung auf dem Marktplatz versammelt und um Gnade gebeten.[9] Es ist anzunehmen, dass Tilly die Stadt verschonte, da er nicht wollte, dass sich die Geschehnisse von Magdeburg, wo seine Truppen wenige Monate zuvor die Bevölkerung massakrierten und die Stadt niederbrannten, wiederholten. Nach der Legende leerte der damalige Alt-Bürgermeister Georg Nusch auf Befehl General Tillys 3,25 Liter Wein auf einen Zug und bewahrte damit die Stadt vor der Zerstörung. Aus diesem Anlass findet noch heute jährlich das FestspielDer Meistertrunk“ statt. Dass es den Meistertrunk so gegeben hat, ist unwahrscheinlich. Der Rothenburgische Chronist und Augenzeuge Sebastian Dehner beschrieb die Geschehnisse der Belagerung und Einnahme ohne den Meistertrunk. [10]

Die Plünderungen wurden eingestellt, die Stadt musste aber eine Strafzahlung leisten und die Einquartierung der kaiserlichen Soldaten erdulden. Für die Bevölkerung bedeutete das weitere Übergriffe der Soldaten, Hunger und eingeschleppte ansteckende Krankheiten. Am 13. Januar 1632 verließen die kaiserlichen Truppen die Stadt. [9]

18. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem dreißigjährigen Krieg versank die Stadt in eine Art Dornröschenschlaf. Die Entwicklung stand praktisch still, und die Stadt verlor an Bedeutung. Das ist der Grund, warum sich die Stadt bzw. ihre alte Bausubstanz in einem dermaßen gut erhaltenen Zustand befindet.

Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 ist die Stadt ein Teil Bayerns. Auf der Basis des Pariser Vertrags vom 28. Februar 1810 zwischen Frankreich und Bayern, der eine Verständigung über Gebietsarrondierungen zum Gegenstand hatte, kam es zum Grenzvertrag zwischen dem Königreich Bayern und dem Königreich Württemberg vom 18. Mai 1810, in dem der Westteil des Stadtgebiets damals an Württemberg verloren ging.

Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jh.) wurde das Königliche Stadtkommissariat Rothenburg gebildet. Zur unmittelbaren Munizipalgemeinde gehörten die Orte Bloshaus, Bronnenmühle, Detwang, Dürrenhof, Fuchsmühle, Gypsmühle, Haltenmühle, Hammerschmiede, Hansrödermühle, Herrenmühle, Hirtenhaus, Hohbach, Kaiserstuhl, Langenmühle, Ludlesmühle, Lukasrödermühle, Obere Walkmühle, Papiermühle, Pulvermühle, Rothe Farb, Sankt Leonhard, Schandhof, Schandtauberthal, Schlößlein, Schmelzmühle, Schwabenmühle, Schwarzenmühle, Siechenmühle, Stegmühle, Steinbach, Steinmühle, Untere Walkmühle, Weißenmühle, Wildbad und Zellergut.[11][12] Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 20,967 km².[13]

1870 besuchte der damals 19-jährige Landschaftsmaler Gustav Schönleber[14] Rothenburg, es folgte 1877 Eugen Bracht der sichtlich beeindruckt war,[15] ab den 1880 folgten weitere Maler insbesondere der Spätromantik, darunter Hans Thoma und Carl Spitzweg, bald wurde die Stadt auch zu einem Ziel des Fremdenverkehrs. 1884 wurde erstmals außerhalb der Stadtmauer gebaut.[16] Bereits um die Jahrhundertwende wurde Rothenburg dann ein beliebtes Tourismusziel für Engländer und Franzosen. Noch vor dem Ersten Weltkrieg trafen Ausflugsbusse mit gehobener Gesellschaft ein, die im Hotel Eisenhut residierte, das heute noch existiert.

20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Weimarer Republik entwickelten sich Stadt und Wahlbezirk Rothenburg zu einer Hochburg der NSDAP, die 1933 dort 83 % der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Noch im selben Jahr kam es in Rothenburg zu antisemitischen Übergriffen. Im Oktober 1938, also kurz vor der Reichspogromnacht, wurden die letzten 17 Juden vom NSDAP-Kreisleiter Steinacker aus der Stadt gewiesen, SA-Leute und Hitlerjungen führten die Vertreibung aus. Auch die Einrichtung der Synagoge wurde zerstört. In Rothenburg fand ein „Freudenfest“ anlässlich der „Befreiung von den Juden“ statt.[17]

Spendentafel Stadtmauer
Röderbogen und Markusturm, um 1900
Zerstörter Teil der Altstadt, 1945

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurden am 31. März 1945 etwa 45 % der Bausubstanz Rothenburgs durch den Angriff einer Staffel der 386. Bombardement Group der US-Luftwaffe beschädigt oder zerstört.[18] Der Bombenangriff galt einem Öllager im oberfränkischen Ebrach, das aber wegen Vernebelung nicht angegriffen werden konnte, so dass Rothenburg – obwohl ohne militärische Bedeutung – als Ersatzziel angegriffen wurde. Die Zerstörung betraf hauptsächlich den neueren Ostteil der Altstadt, so dass die bedeutendsten Baudenkmäler erhalten blieben. Nach dem Krieg wurden die Gebäude originalgetreu wiederaufgebaut bzw. saniert. Die später befragten Piloten sagten aus, sie hätten nicht geahnt, welche Kulturstadt sie bombardierten. Nach Kriegsende beteiligten sich die Amerikaner mit Spenden am Wiederaufbau, wie die Spendertafeln am Wehrgang noch heute belegen.

Am 17. April 1945 ging der Krieg für die Rothenburger zu Ende, während andernorts noch drei Wochen lang weitergekämpft wurde. Der damalige US-Hochkommissar für Deutschland, McCloy, erklärte 1950 schriftlich, er habe einen auf Rothenburg geplanten Artillerieangriff durch seine Intervention beim zuständigen General Devers verhindert. McCloy kannte Rothenburg nur aus Erzählungen seiner Mutter, die die Stadt vor dem Krieg besucht hatte und von dem mittelalterlichen Ort schwärmte.

Bis ins Jahr 1972 war die Stadt kreisfrei und Sitz des gleichnamigen Landkreises, weshalb sie das eigene Kfz-Kennzeichen ROT führte. Mit der bayerischen Gebietsreform wurden Stadt und Landkreis mit Wirkung zum 1. Januar 1972 dem Landkreis Ansbach zugeordnet. Die Stadt behielt allerdings den Status einer Großen Kreisstadt. Sie ist die kleinste Große Kreisstadt in Bayern. Seit dem 10. Juli 2013 ist das Kennzeichen ROT offiziell auch für Neuzulassungen wieder verfügbar.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Leuzenbronn eingegliedert.[19] Am 1. Mai 1978 kam Bettenfeld hinzu.[20]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Rothenburg ob der Tauber

Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2002 2011 2015
Einwohner 5662 5197 5125 5049 5236 5382 5773 6504 6826 7001 7193 7923 8436 8612 8556 8828 9022 9176 11045 11214 11134 11662 11059 11631 10953 11041
Häuser[21] 876 834 853 914 953 1035 1260 1287 1677 2625
Quelle [22] [12] [23] [24] [24] [25] [24] [24] [26] [27] [27] [28] [27] [27] [27] [29] [27] [27] [30] [31] [13] [32] [33]

Ort Rothenburg ob der Tauber

Jahr 001818 001840 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 5302 5197+ 4851 6221 7387 8265 10494 10511 11237 10336*
Häuser[21] 803 834+ 860 930 1172 1203 1599 2432*
Quelle [22] [12] [25] [26] [28] [29] [31] [13] [32] [33]
+ wahrscheinlich inklusive sämtlicher Ortsteile
* inklusive Hansrödermühle, Kaiserstuhl, Ludlesmühle, Obere Walkmühle und Schlößlein
inklusive Bronnenmühle, Fuchsmühle, Haltenmühle, Hansrödermühle, Herrenmühle, Kaiserstuhl, Lukasrödermühle, Obere Walkmühle, Sankt Leonhard, Schlößlein, Schmelzmühle, Siechenmühle, Steinmühle und Wildbad

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat von Rothenburg ob der Tauber hat 24 Mitglieder. Mit der Freien Rothenburger Vereinigung (FRV) und der Wählervereinigung Unabhängige Rothenburger (UR) verfügt Rothenburg über zwei lokale, parteiunabhängige Wählergruppen.

Die Sitzverteilung im Überblick:

CSU SPD Grüne FRV UR FDP Gesamt
2002 9 8 2 4 - 1 24 Sitze
2008 6 8 2 5 3 0 24 Sitze
2014 6 6 3 5 4 0 24 Sitze
Luftbild der Altstadt von Rothenburg, 2005
Renaissance-Fassade des Rathauses mit barockem Arkadenvorbau, dahinter der gotische Teil mit 60 Meter hohem Turm
Historiengewölbe im gotischen Teil des Rathauses
Fleisch- und Tanzhaus (links) und Jagstheimerhaus (rechts) am Marktplatz, 2014
Blick über den Marktplatz und die Stadt, fotografiert vom Rathausturm, 2014
Klingentor, 2010
Das sogenannte Hegereiterhaus von 1591

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1336 gibt es in Rothenburg das Amt des Bürgermeisters. Aufgrund des Status als Große Kreisstadt ist Rothenburg heute berechtigt, einen Oberbürgermeister zu wählen – auch nach der Auflösung des Landkreises Rothenburg ob der Tauber. Rothenburg ist damit die kleinste deutsche Stadt mit einem Oberbürgermeister. Bei der Wahl 2006 gewann Walter Hartl, der für die parteiunabhängige Gruppierung „Für Rothenburg“ angetreten und im zweiten Wahlgang auch von der SPD unterstützt worden war. Hartl ist seit dem 2. Mai 2006 im Amt. Er folgte auf den langjährigen Oberbürgermeister Herbert Hachtel (SPD), der sich nicht mehr zur Wahl stellte. Bei der OB-Wahl im März 2012 wurde Hartl (er war der einzige Kandidat) mit 90,2 % der Stimmen wiedergewählt.

Bürgermeister des Inneren- und Äußeren Rats[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Toppler (1340–1408)
  • Peter Northeimer
  • Heinrich Trüb
  • Bonifacius Wernitzer, im Amt von 1525 bis 1546[34]
  • Andreas (Endres) Stellwag (1525–?)
  • Johann Hornburg
  • Michael Reichshöfer (1545–?)
  • Josaphat Stellwag (1558–?)
  • Johann Staudt (1567–1634)
  • Johann Bezold (1582–1634)
  • Georg Nusch (1588–1668)
  • Johann Georg Styrzel (1591–1668)
  • Johann Stellwag (1607)
  • Nicolaus Göttlingk (1608–1679), im Amt von 1655 bis 1679[35]
  • Philipp Seyboth
  • Johann Gottlieb Ebert
  • Christoph Friedrich Albert (1749–1831)
  • Johann Friedrich Christoph Schrag
  • Gustav David Bezold
  • Johann Christoph Raab

Liste der Rechtskundigen Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

...

Liste der Oberbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1945–1952: Friedrich Hörner, SPD
  • 1952–1964: Dr. Erich Lauterbach (1879–1966), parteilos
  • 1964–1976: Alfred Ledertheil, SPD
  • 1976–1988: Oskar Schubart[36], CSU
  • 1988–2006: Herbert Hachtel (* 1941), SPD
  • seit 2006: Walter Hartl (* 1956), parteilos

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rothenburg ob der Tauber unterhält Städtepartnerschaften mit[37]

Des Weiteren bestehen offizielle Städtefreundschaften mit

Mit der chinesischen Stadt China VolksrepublikVolksrepublik China Jingjiang besteht seit Oktober 2004 eine Partnerschaft.

Außerdem bestehen langjährige Freundschaften mit anderen Rot(h)enburgs:

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber eine rote Burg, bestehend aus einer beidseitig unten bogig eingeschnittenen Mauer, überragt von zwei roten Zinnentürmen, ein spitzbedachtes rotes Häuschen auf zwei Pfosten einschließend.“

Wappenerklärung und -geschichte: Die Burg aus Mauer und Türmen mit dem Häuschen, der Gerichtslaube, symbolisiert als redendes Wappen den Namen der Stadt Rothenburg. Andere Darstellungen des Wappens besonders im 19. Jahrhundert zeigen eine beidseitig unten abgeschrägte dreizinnige Mauer ohne das Häuschen. Ein ähnliches Wappen verwendet die Stadt Rothenburg auf ihren historischen Hinweistafeln.

Das älteste Siegel stammt aus dem Jahr 1303. Es zeigt die Umschrift S.[IGILLUM] CONSILII ET VNIVERSITATIS CIVIVM IN ROTENBVRCH (SIEGEL DES RATES UND DER GESAMTHEIT DER BÜRGER IN ROTHENBURG). Zwischen den beiden Zinnentürmen steht ein kleines Haus mit Spitzdach auf zwei Säulen bzw. Wänden und offener Front – der so genannten Gerichtslaube – ein möglicher Hinweis auf den Landgerichtssitz. Die zweitürmige Burg entstammt dem Siegel der Rothenburger Burgvögte und Schultheißen von 1227 aus der Familie der Küchenmeister von Nortenberg. Seit 1555 zeigt das Wappen statt der Burg den Reichsadler aus dem Siegel des kaiserlichen Landgerichts mit Brustschild, darin das Stadtwappen mit der Burg. Im 19. Jahrhundert ist die Burg wieder ohne Adler im Wappen, oft ohne Gerichtslaube.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rothenburg ist stark touristisch geprägt und als fränkischer Weinort an der Tauber mit der Lage Rothenburger Eich bekannt. Zudem gibt es einen Rebsortenlehrpfad mit über 120 verschiedenen Rebsorten. Die Stadt Rothenburg bildet den südlichsten Punkt des umfangreichen fränkischen Weinlandes. In Rothenburg gibt es neben vielen alteingesessenen Weinschänken auch ein selbstausbauendes Weingut. Früher war der Weinbau ein bedeutender Wirtschaftszweig, heute wird der erzeugte Wein überwiegend an Touristen verkauft.

Historische Altstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rothenburg ist bekannt für seine gut erhaltene Altstadt aus dem Mittelalter mit vielen verschachtelten Gässchen, Türmen und von Fachwerkhäusern umstandenen kleinen Plätzen. Aus diesem Grund wurde die Stadt zu einem Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt; sie gilt im Ausland als Prototyp einer mittelalterlichen deutschen Stadt. Insbesondere Besucher aus Asien machen bei organisierten Reisen durch Europa hier Halt. Die Stadt bietet neben Hotels und Gasthöfen auch einen nahe gelegenen Campingplatz und zwei Reisemobil-Stellplätze sowie eine Jugendherberge, die in der ehemaligen Rossmühle der Stadt untergebracht ist.

Wegen der gut erhaltenen Altstadt diente Rothenburg auch als Kulisse für zahlreiche Filmproduktionen (siehe Abschnitt: Rothenburg als Filmkulisse).

Ferienstraßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Romantische Straße führt von Würzburg über das Taubertal nach Rothenburg. Von dort führt sie weiter bis nach Füssen. Daneben wird die Romantische Straße in Rothenburg von der in west-östlicher Richtung verlaufenden Burgenstraße gekreuzt.

Rad- und Wanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rothenburg o. d. T. wird zudem von zahlreichen Radwanderwegen berührt. Der bekannteste davon ist der Taubertalradweg. Dessen Hauptvariante „Liebliches Taubertal – der Klassiker“ beginnt in Rothenburg und führt auf 100 km Länge bis nach Wertheim. Der ergänzende Radweg „Liebliches Taubertal – der Sportive“ führt auf 160 zusätzlichen Kilometern durch das Main- und Taubertal bis nach Rothenburg zurück. Entlang des Radwegs „Liebliches Taubertal – der Klassiker“ besteht ab Bieberehren über den Gaubahn-Radweg eine Verbindung zum Main-Radweg bei Ochsenfurt.

Eine Alternativroute des Main-Tauber-Fränkischen Rad-Achters führt über Rothenburg ob der Tauber.

Der Altmühltalradweg erstreckt sich auf 250 km von Rothenburg ob der Tauber im Nordwesten bis Kelheim an der Mündung der Altmühl in die Donau im Südosten. Der Aischtalradweg verbindet auf 137 Kilometern Länge Rothenburg ob der Tauber mit Bamberg am Main-Radweg. Der Weg verläuft durch das Tal der Aisch.

Der etwa 130 km lange Panoramaweg Taubertal beginnt und der etwa 180 km lange Jakobsweg Main-Taubertal endet in der Stadt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof
Flugplatz Rothenburg o. d. T., Luftaufnahme (2016)

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rothenburg o. d. T. liegt an der Autobahn A7 mit der Anschlussstelle Rothenburg ob der Tauber in geringer Entfernung zur Stadt.

Die Staatsstraße 2419 verläuft parallel zur A7 von Nord nach Süd als deren Ausweichroute.

Eisenbahnverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist Endpunkt der am 1. November 1873 eröffneten Bahnstrecke von Steinach an der Hauptbahn Würzburg–Ansbach. Heute verkehrt hier die Regionalbahnlinie R82 im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg.

Von 1905 bis 1971 wurde die heute in Rothenburg endende Strecke über Schillingsfürst bis nach Dombühl an der Hauptstrecke Ansbach–Crailsheim befahren.

Flugverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa drei Kilometer nordöstlich der Stadt befindet sich der Verkehrsflugplatz Rothenburg ob der Tauber.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rothenburg beheimatet ein Werk des großen Hausgeräteherstellers Electrolux (ein ehemaliges AEG-Werk), ein Ersatzteilzentrum des großen Baumaschinenherstellers Yanmar, mittelständische Maschinenbaubetriebe sowie mit der D. Lechner GmbH Europas zweitgrößten Produzenten für Küchenarbeitsplatten. Daneben befinden sich weitere bekannte Unternehmen in der Stadt:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schandkorb des Mittelalterlichen Kriminalmuseums
  • Das Kriminalmuseum ist das bedeutendste deutsche Rechtskundemuseum und gibt einen Einblick in das Rechtsgeschehen der letzten 1000 Jahre; Ausstellungsstücke sind Folter- und Hinrichtungsinstrumente, Halsgeigen, Schandmasken, Richtschwerter, Richträder, mittelalterliche Gesetzestexte und Anleitungen zu Hexenprozessen
  • Das Reichsstadtmuseum im ehemaligen Dominikanerinnenkloster mit den städtischen Sammlungen, den Sammlungen des Vereins Alt-Rothenburg und der Stiftung Baumann
  • Das Puppen- und Spielzeugmuseum (seit 2014 geschlossen)
  • Das Schäfertanzmuseum in der Wolfgangskirche
  • Das Deutsche Weihnachtsmuseum
  • Das Handwerkerhaus, das in elf Räumen das Alltagsleben von Handwerkerfamilien in Rothenburg zeigt
  • Das Historiengewölbe mit Staatsverlies.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 1500 bis 1505 geschaffene Heiligblut-Retabel in der Stadtkirche St. Jakob
Im Jahr 2010 eingeweihte Stauferstele im Burggarten, im Hintergrund das Burgtor

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • St.-Jakobs-Kirche mit Heiligblut-Retabel von Tilman Riemenschneider; ein weiterer Riemenschneideraltar (Heilig-Kreuz-Altar) ist in der Detwanger Kirche
  • Wolfgangskirche am Klingentor (Wehrkirche)
  • Blasiuskapelle im Burggarten, ein im Jahr 1400 rekonstruierter Rest der ehemaligen Reichsburg; heute eine Gedächtnisstätte für die Gefallenen der beiden Weltkriege
  • Dominikanerinnenkloster (heute Reichsstadtmuseum)
  • Franziskanerkirche
  • St.-Johannis-Kirche mit Steinmeyer-Orgel

Weitere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadtmauer mit Wehrgang und Mauertürmen, innere Stadtmauer um 1172, äußere Stadtmauer um 1360–1388
  • Stadttore: Klingentor (Norden), Würzburger- oder Galgentor (Nordosten), Rödertor (Osten), Sieberstor (Südtor), Spitaltor (1556, Süden), Kobolzellertor (Taubertal), Burgtor (Westen), Weißer Turm (1. Stadtmauer, Nordosttor), Markusturm mit Röderbogen (1. Stadtmauer, Osttor)
  • Plönlein („Plänlein“[39] – von lat. planellum: kleine Ebene, Platz), Straßengabelung und ehemaliger Fischstapelplatz mit Fachwerkhäusern und Blick auf Sieberstor und Kobolzellertor
  • Spitalbastei, eine Barbakane mit Abwurfdach erbaut vom Rothenburger Baumeister und Steinmetz Leonhard Weidmann
  • Spitalbereiterhaus, erbaut von Leonhard Weidmann 1591; ehemaliger Amtssitz des Spitalbereiters und der Spitalküche. Der Spitalbereiter war im heutigen Sinne Verwaltungschef und Liegenschaftsmanager des Heilig-Geist-Spitals. Durch romantisierenden Historismus wird das Gebäude irrtümlich auch als Hegereiterhaus bezeichnet. Mit den Hegereitern, die für die Rothenburger Landhege verantwortlich waren, hat es aber nichts zu tun, denn die wohnten in den Orten ihrer Zuständigkeit.
  • Baumeisterhaus, Werk und Wohnhaus des Steinmetzen Leonhard Weidmann
  • Stauferstele im Burggarten in Erinnerung an die im Jahr 1142 vom Staufer-König Konrad III. gegründete Reichsburg, die 1356 vermutlich bei einem Erdbeben beschädigt und danach abgetragen wurde (2010 eingeweiht)[40]
  • Topplerschlösschen im Taubertal
  • Doppelbrücke über die Tauber
  • Wildbad Rothenburg, zwischen 1898 und 1903 von Friedrich Hessing als Kurhotel erbaut; seit 1982 findet es Verwendung als evangelische Tagungsstätte
  • Historisches Rathaus mit Glockenturm; der Rathausturm bietet in 60 Meter Höhe eine Aussichtsplattform,[41] die über 220 Stufen zu erreichen ist
  • Ratstrinkstube (1466) mit Kunstuhr (Figuren von Valentin Oeckler), die von 11 bis 15 und von 20 bis 22 Uhr zu jeder vollen Stunde die legendäre Meistertrunkszene zeigt
  • Altes Brauhaus
  • Alte Schmiede
  • Jüdischer Friedhof
  • Judentanzhaus.
Panoramablick vom Burggarten zum südlichen Teil der Stadt, 2008

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1446 erbaute Ratstrinkstube, 2014
Rothenburger Reiterlesmarkt
  • Das historische Festspiel "Der Meistertrunk" zu Pfingsten
  • Die Münzer von Rothenburg ob der Tauber
  • Reichsstadttage
  • Taubertal-Festival
  • Weihnachtsmarkt „Reiterlesmarkt“
  • Schäfertanz
  • Kirchenmusik in St.Jakob
  • Toppler-Theater
  • Volksfest mit Krämermarkt
  • Herbstmesse

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Grabstein Heinrich Topplers in St.Jakob

Mit Rothenburg verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbildung des Labors von Andreas Libavius im Historiengewölbe des Rathauses

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Sinnbild einer gut erhaltenen mittelalterlichen Stadt wird der Name Rothenburg gerne auf Städte außerhalb Frankens oder sogar Deutschlands übertragen, deren historische Ortsbilder sich ebenfalls (zumindest im regionalen Vergleich) überdurchschnittlich gut erhalten haben. Als für sich stehende „Schwester Rothenburgs“ gilt das der Stadt Rothenburg nahe, ebenfalls an der Romantischen Straße gelegene Dinkelsbühl. Als Bayerisches Rothenburg bezeichnet man die oberbayerische Kreisstadt Landsberg am Lech aufgrund ihrer mit Rothenburg ob der Tauber vergleichbar gut erhaltenen, mittelalterlichen Bausubstanz. Beilstein an der Mosel nennt sich Miniatur-Rothenburg. Der seit November 2013 nicht mehr selbständige Ort Hornburg in Niedersachsen wird aufgrund seiner Fachwerkhäuser mitunter als Rothenburg des Nordens bezeichnet, historisch wurde dieser Begriff auch für die mecklenburgische Stadt Neubrandenburg mit ihrer nahezu vollständig erhaltenen Stadtmauer und vier gotischen Stadttoren verwendet. Der kleine Südtiroler Ort Glurns nennt sich gerne Das Rothenburg Südtirols. Dank seines gut erhaltenen Ortskernes mit seinen zahlreichen Fachwerkhäusern wird die im Kreis Steinfurt gelegene Stadt Tecklenburg manchmal als westfälisches Rothenburg apostrophiert. Bis zu ihrer schweren Zerstörung 1945 und dem Verlust der Zugehörigkeit zu Deutschland wurden die Städte Pyritz und Preußisch Holland als pommersches bzw. ostpreußisches Rothenburg bezeichnet. Herborn in Hessen wird auch nassauisches Rothenburg genannt.

Im europäischen Kontext werden z. B. die in Frankreich gelegenen Orte Cité von Carcassonne, Le Mont-Saint-Michel und Riquewihr (Reichenweier), sowie das tschechische Český Krumlov (Krumau), das kroatische Dubrovnik (Ragusa) und das portugiesische Évora mit Rothenburg ob der Tauber als „Bilderbuchstädte Europas“ verglichen.[43]

Rothenburg als Filmkulisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Altstadt von Rothenburg wurden zahlreiche Filme gedreht, darunter:

Für Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1 wurden zwei Tage lang Luftaufnahmen von der Stadt angefertigt, jedoch wurden sie im Film nicht verwendet.[44] Eine weitere Szene, in der Grindelwald den Elderstab stiehlt, wurde in Rothenburg gedreht und ist auch im Film zu sehen.[45] Der Abspann des Films enthält eine Danksagung an die Stadt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Kaspar Bundschuh: Rothenburg ob der Tauber. In: Geographisches, statistisch-topographisches Lexikon von Franken. Band 4: Ni–R. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753101, Sp. 608–665 (Digitalisat).
  • Karl Heller: Rothenburg ob der Tauber in Wehr und Waffen (Nachdruck der Ausgabe von 1926), Degener & Co., Insingen 2007, ISBN 978-3-7686-9313-4
  • Michael Kamp: Die touristische Entdeckung Rothenburgs ob der Tauber im 19. Jahrhundert – Wunschbild und Wirklichkeit, Schillingsfürst 1996. ISBN 3-00-000491-2
  • Eugen Mayer: Das Bürgerhaus zwischen Ostalb und oberer Tauber (Das deutsche Bürgerhaus, Band 26) Tübingen 1978
  • Manfred Vasold: Geschichte der Stadt Rothenburg ob der Tauber. Überarbeitete Neuauflage, Ostfildern 2008
  • Johann David Wilhelm von Winterbach: Geschichte der Stadt Rothenburg an der Tauber und ihres Gebietes. Rothenburg 1826–1827 (Digitalisat: Bd. 1, Bd. 2)
  • Horst F. Rupp/Karl Borchardt (Hrsg.): Rothenburg ob der Tauber. Geschichte der Stadt und ihres Umlandes. Theiss Verlag/Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2016. ISBN 978-3-8062-2962-2
  • Ludwig Schnurrer: Rothenburg im Mittelalter, Rothenburg 1997
  • Herbert Woltering: Die Reichsstadt Rothenburg und ihrer Herrschaft über die Landwehr, Insingen 2010"
  • Andrea M. Kluxen, Julia Krieger (Hrsg.): Geschichte und Kultur der Juden in Rothenburg o. d. T. (= Franconia Judaica; Band 7) Ergon Verlag, Würzburg 2012. ISBN 978-3-89913-927-3

Rupp Borchardt Rothenburg ob der Tauber Geschichte der Stadt und ihres Umlandes 2016 Darmstadt ISBN 978-3-8062-2962-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rothenburg ob der Tauber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Rothenburg ob der Tauber – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Rothenburg ob der Tauber in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek
  3. Max-Planck-Institut für Geschichte (Hrsg.): Die deutschen Königspfalzen. Lieferung 3,5. 1. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2012, ISBN 978-3-525-36519-9, S. 208.
  4. Peter Koblank: Vertrag von Seligenstadt 1188 auf stauferstelen.net. Abgerufen am 6. April 2017.
  5. Wilhelm Störmer: Von den Ottonen- bis zum Ender der Stauferzeit in: Handbuch der bayerischen Geschichte Bd. III,1: Geschichte Frankens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts, Verlag C.H.Beck, 2017, ISBN 9783406704529, S. 315 [1]
  6. alemannia-judaica Rothenburg ob der Tauber
  7. Jüdisches Lexikon, Ausgabe 1927, Jüdischer Verlag Berlin
  8. Vgl. BSLK, S. 765; vgl. S. 17
  9. a b Hauptwache Rothenburg: 1631 – Schicksalsjahr einer Reichsstadt [2]
  10. Joshua Hagen: Preservation, Tourism and Nationalism: The Jewel of the German Past, 2006, Ashgate Publishing, S. 102 [3]
  11. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 66 (Digitalisat).
  12. a b c Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 20–23 (Digitalisat).
  13. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 749–750 (Digitalisat).
  14. Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 30.1914-1915
  15. Joshua Hagen: Preservation, Tourism and Nationalism: The Jewel of the German Past, p. 80
  16. Denkmalliste für Rothenburg ob der Tauber beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (PDF-Datei; 238 kB)
  17. Rothenburg unterm Hakenkreuz ... und die Jahre danach
  18. [4]
  19. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 602.
  20. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 706.
  21. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  22. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann meherer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 78 (Digitalisat). Für die Gemeinde Rothenburg zuzüglich der Einwohner und Gebäude der Ortsteile.
  23. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Brügel’sche Officin, Ansbach 1856, S. 28–31 (Digitalisat). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 5231 Einwohner.
  24. a b c d Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 162, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  25. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarr-, Schul- u. Postzugehörigkeit. ... mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt, Sp. 1143–1144, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  26. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, ... sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1083–1084 (Digitalisat).
  27. a b c d e f g Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 163, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  28. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1147–1148 (Digitalisat).
  29. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1183–1184 (Digitalisat).
  30. Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 182, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  31. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern - Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1018–1020 (Digitalisat).
  32. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 171 (Digitalisat).
  33. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 330 (Digitalisat).
  34. Heinrich Wilhelm Bensen: Historische Untersuchungen über die ehemalige Reichsstadt Rotenburg oder die Geschichte einer deutschen Gemeinde aus urkundlichen Quellen bearbeitet. Riegel und Wiessner, Nürnberg 1837, ISBN 978-1-346-01166-0, S. 8.
  35. Heinrich Wilhelm Bensen: Historische Untersuchungen über die ehemalige Reichsstadt Rotenburg oder die Geschichte einer deutschen Gemeinde aus urkundlichen Quellen bearbeitet. Riegel und Wiessner, Nürnberg 1837, ISBN 978-1-346-01166-0, S. 9.
  36. dibas.de: Interview mit Oskar Schubart
  37. Stadt Rothenburg, Städtepartnerschaften
  38. Die polnische Partnerstadt Czerwieńsk gehörte bis 1945 zu Deutschland und hieß damals Rothenburg an der Oder.
  39. Bruno Rottenbach: Würzburger Straßennamen. Band 1, Fränkische Gesellschaftsdruckerei, Würzburg 1967, S. 53.
  40. Rothenburg 2010 auf stauferstelen.net, abgerufen am 23. März 2014
  41. Rathaus Rothenburg ob der Tauber auf bayern-im-web.de
  42. Papst Jorge Mario Bergoglio lebte als Student in Rothenburg. Artikel in der Tauber-Zeitung vom 10. April 2013; http://www.focus.de/politik/ausland/tid-31961/100-tage-franziskus-als-der-papst-in-einer-heilen-deutschen-welt-lebte_aid_1021262.html
  43. 40 of the last storybook towns left in Europe, Matador Network, 20. August 2014
  44. Magdi Aboul-Kheir: Von Kaspar Hauser bis Harry Potter: Rothenburg ob der Tauber ist beliebte Filmkulisse. In: tagblatt.de (Schwäbisches Tagblatt). 21. Dezember 2010, abgerufen am 11. April 2011: „„Wir sind nicht drin in dem Film“, weiß Birgit Marion vom Tourismus Service.“
  45. http://www.imdb.com/title/tt0926084/locations