Langhaar

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Dieser Artikel befasst sich mit der speziellen Haarform. Zu anderen Bedeutungen siehe Langhaar (Begriffsklärung).

Langhaare sind eine bei einigen Tierarten auftretende Sonderform der Haare. Wie ihr Name bereits anzeigt, sind sie besonders lang und besitzen eine lange Wachstumsphase. Außerdem sind sie relativ dick und dadurch nur wenig verformbar. Das Langhaar dient in erster Linie als Schutz vor Insekten oder um Unterschiede der Geschlechter zu markieren (Löwenmähne). Auch das Haupthaar des Menschen ist Langhaar.

Pferde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dichter Schopf und Mähne eines Islandpferdes, lange Grannenhaare am Unterkiefer

Pferde besitzen neben dem Deckhaar zusätzlich das Langhaar.

Zum Langhaar zählen Schopf (lat. Cirrus capitis), Mähne (Juba) und Schweifhaare (Cirrus caudae). Schopf, Mähne und Schweif dienen nicht, wie meist angenommen als Schutz vor Insekten, sondern wurde durch eine selektive Zucht mit Pferden, die durch einen Gendefekt namens Hypertrichie das Langhaar beim Fellwechsel nicht abwerfen, gezielt langgezüchtet. Man kann zwar häufig beobachten, dass Pferde sich auch gegenseitig durch Schweifschlagen von Insekten frei halten, aber eigentlich geschieht das Insektenverscheuchen durch gezielte Muskelkontraktionen

Als Köten (Cirrus metacarpeus bzw. metatarseus) werden längere Haare am Fesselgelenk des Pferdes bezeichnet. Die Köten schützen die Fesselbeuge vor Feuchtigkeit, indem das Wasser an den Kötenhaaren entlang abtropft und so an der empfindlichen Fesselbeuge vorbei geleitet wird. Bei stark ausgeprägten Köten spricht man von Kötenbehang oder Fesselbehang. Charakteristisch ist ein stark ausgeprägter Kötenbehang bei vielen Kaltblutpferden. Manche Pferderassen (beispielsweise Friese und Tinker) werden auf reiches Langhaar und Kötenbehang gezüchtet. Bei übermäßigem Kötenbehang trocknet dieser in der feuchten Jahreszeit jedoch kaum noch richtig ab, und es besteht eine erhöhte Anfälligkeit für Mauke. In der Kötenregion muss immer in Haarrichtung geschoren werden, damit ein kleiner Rest des Kötenbehangs stehen bleibt und die Wasserableitung gewährleistet ist.

Lange Haare, die der Wasserableitung dienen, werden allgemein Grannenhaare genannt. Pferde haben auch am Unterkiefer, in den Ohren und entlang der Beine Grannenhaare, an denen das Wasser abtropfen kann. Insbesondere nördliche Ponyrassen im Winterfell haben häufig ausgeprägte Grannenhaare.

Chemisch betrachtet sind Langhaare Naturstoffe mit einem hohen Proteingehalt, genauer Keratingehalt.

Andere Säugetiere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Löwenmähne

An der Schwanzspitze verschiedener Säugetiere, etwa von Rindern, Eseln, Zebras und Schweinen tritt ebenfalls eine Quaste aus Langhaaren auf. Der Ziegenbart (Barba) ist typisch für Ziegen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Langhaar (Pferd) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien