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Lararium

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Lararium im Haus der Vettier in Pompeji
Lararium in Pompeji (2005)
Lararium aus Pompeji (links Opferaltar, umrahmt von zwei Schlangen als Repräsentanten der Lares Loci, über dem Altar Bild eines Pinienzapfens und zwei Eier, darüber Opferszene, rechts Nische für die Götterfigürchen) (2007)

Das Lararium (Plural: Lararien) war im römischen Haus der Kultschrein der lares familiares, der Schutzgötter des Hauses bzw. der Familie.

Die Lares sind Schutzgeister, welche an einen festen Ort gebunden sind. Sie dienen als Schutzgeister von Häusern oder Straßenkreuzungen (lares compitales).[1] Neben den Lares huldigten die Römer in den Lararien den Genii. Sie wurden als Schutzgeister von Personen verehrt. Ein Beispiel dafür ist der Genius augusti, der Schutzgeist des Kaisers. Die Darstellung der Genii folgt einem gewissen Muster. Meist tragen sie auf den Abbildungen eine Toga und ein verhülltes Haupt. In der rechten Hand halten sie eine Schale für Trankopfer (patera), in der linken ein Füllhorn (cornucopia).[1] Eine dritte Art von Schutzgeistern sind die Penates. Sie waren die römischen Schutzgeister des Hauses und des Vorrats und wurden ebenfalls in den Lararien verehrt.[2]

Das Lararium befand sich ursprünglich meist im Atrium. Mit der Verlegung des Herdes aus dem Atrium in eine separate Küche wurde auch das Lararium verlegt, häufig in die Küche, Pistrinum oder das Schlafzimmer, manchmal auch in das Peristyl oder den Garten.

Die Befunde in Pompeji sprechen dafür, dass das Lararium oft nur gemalt war, es gibt auch zahlreiche Funde aufwendig ausgestatteter Lararien. Neben den Laren wurden auch Bildnisse anderer Schutzgötter aufgestellt. Die (als unzuverlässig geltende) Historia Augusta berichtet von Severus Alexander, er habe die Bildnisse von Apollonios von Tyana, Jesus Christus, Abraham und Orpheus aufgestellt. Außerdem wurden im Lararium auch häufig die Ahnenbilder aufgestellt.

Lararium im Bereich des Kölner Praetorium. Ein Mitarbeiter der Bodendenkmalpflege hält die abgebrochene Konsole an die Abbruchstelle (2026)

Bei Ausgrabungen in Köln im Rahmen der Errichtung des MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln wurde 2025[3][4] in der Nähe des Rathauses ein Lararium aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. entdeckt. Es befindet sich im Bereich der Bediensteten des römischen Praetoriums. Dies ist der erste Fund eines Lararium in situ nördlich der Alpen.[5][6]

Der Begriff lararium ist erst aus der Kaiserzeit belegt. Vorher nannte man die Schreine sacrarium, sacellum oder aedicula.

Die an den Weg- und Straßenkreuzungen, den Compitalien, sich befindenden Larenschreine werden in der Archäologie nicht als Lararien bezeichnet. In diesen Larenschreinen verehrten die Römer die Lares publici bzw. Lares compitales. Ihnen zu Ehren fand jedes Jahr im Januar ein dreitägiges Fest statt, die Compitalia.[7]

Commons: Lararium – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. a b Wolfram-Aslan Maharam: Genius. In: Der Neue Pauly. Band 4. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1998, S. 915–917.
  2. Jerzy Linderski: Penates (Di Penates). In: Der Neue Pauly. Hubert Cancik, Helmuth Schneider, Manfred Landfester, 2006, abgerufen am 11. Juni 2017.
  3. Jutta Doppke-Metz/Robert Baumanns: Sensationelle Funde im MiQua - Hausaltar aus dem zweiten und Treppe aus dem ersten Jahrhundert. In: stadt-koeln.de. Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, 9. Februar 2026, abgerufen am 9. Februar 2026.
  4. Nicole Gelissen: Ein neuer Fund im Praetorium: Ein Lararium. In: instagram.com/museummiqua. 28. September 2025, abgerufen am 9. Februar 2026.
  5. Alexander Foxius: Sensationsfund am Rhein – Archäologen entdecken vorchristlichen Altar in Kölner Altstadt. In: domradio.de. 9. Februar 2026, abgerufen am 9. Februar 2026.
  6. Andreas Palik: Pompeji in Köln: Neue archäologische Funde in der Altstadt. In: wdr.de Lokalzeit aus Köln. 9. Februar 2026, abgerufen am 9. Februar 2026.
  7. Attilio Mastrocinque: Laren. In: Der Neue Pauly. Band 6. Metzler, Darmstadt 1999, S. 1147–1150.