Lauske (Weißenberg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Koordinaten: 51° 10′ 28″ N, 14° 36′ 54″ O
Höhe: 185 m ü. NN
Einwohner: 139 (31. Dez. 2016)
Eingemeindung: 1957
Postleitzahl: 02627
Vorwahl: 035876

Lauske, sorbisch Audio-Datei / Hörbeispiel Łusk?/i, ist ein Ortsteil der Stadt Weißenberg im sächsischen Landkreis Bautzen. Es zählt zum offiziellen sorbischen Siedlungsgebiet in der Oberlausitz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lauske befindet sich 13 Kilometer östlich von Bautzen im Oberlausitzer Gefilde. Das Dorf liegt am Kotitzer Wasser, das oberhalb des Ortes das 600 m lange Kerbsohlental „Lausker Enge“ bildet. Ein Teil des Ortes erstreckt sich entlang der durch den Grund führenden Straße, der größere Teil liegt linksseitig über dem Tal. Östlich von Lauske erhebt sich der 220,4 m hohe Slontschen, im Westen der 205,3 m hohe Nußberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemarkung war bereits während der Frühzeit besiedelt, 1776 wurden bei der Umgestaltung der Lausker Skala zwei gegenüberliegende slawische Burgwallanlagen – die Lausker und die Zschornaer Schanze aufgefunden.

Die Ersterwähnung des Ortes „Lußk“ erfolgte im Jahr 1445. Die anfängliche Siedlung wird im morastigen Grund des Kotitzer Wassers vermutet, der Ortsname leitet sich – wie der Name der Lausitz – vom sorbischen „łuh“ (Sumpf) her. 1455 wurde erstmals ein Lehnmann zu „Lausig“ genannt. 1547 wurde der Ort als „Lawsk“ bezeichnet. Im 17. Jahrhundert entstand das Schloss. Seine Besitzer waren die Familie von Gersdorff und danach die Familie von Rodewitz. Am 8. September 1707 schlug der schwedische König Karl XII. während einer Reise durch Sachsen auf Schloss Lauske sein Quartier auf. 1770 kaufte Gottlieb Wilhelm von Bressler das Lehngut Lauske. Er machte es zu seinem Sitz und ließ es zum Rittergut erheben. Bressler ließ das Schloss umgestalten und 1776 in der Lausker Skala einen Park anlegen. 1777 erbte Bressler von seiner Tante noch das Rittergut Nostitz. Die Grundherrschaft umfasste neben Lauske und Nostitz noch die Güter Särka und Kotitz, das Dorf Kleinzschorna und einen Teil von Zschorna. Nach dem Tode seines Vaters erbte 1814 Gottlieb Wilhelms Sohn Hans Wilhelm Carl von Bressler den Besitz. 1932 musste die Familie von Bressler ihre Güter Lauske, Nostitz und Zschorna an die Warenaktiengesellschaft Katz & Naismann aus Görlitz verkaufen. 1952 wurde die Gemeinde Lauske vom Kreis Löbau in den Kreis Bautzen umgegliedert. 1957 wurde Lauske nach Kotitz eingemeindet und auch dessen Kirchspiel zugeordnet. Zuvor gehörte der Ort zum Kirchspiel Hochkirch. Seit 1994 ist Lauske ein Ortsteil von Weißenberg.

Bevölkerung und Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1810 hatte Lauske 183 fast ausschließlich sorbische Einwohner. 1860 bestand es bereits aus 53 Wohngebäuden mit 310 Einwohnern.

Für seine Statistik über die sorbische Bevölkerung in der Oberlausitz ermittelte Arnošt Muka in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts eine Bevölkerungszahl von 322 Einwohnern; davon waren 277 Sorben (86 %) und 45 Deutsche.[1] Lauske lag damals am östlichen Rand des sorbischen Mehrheitssprachgebietes. Der Sprachwechsel zum Deutschen fand hier erst nach dem Zweiten Weltkrieg statt, als zahlreiche deutschsprachige Vertriebene in die Lausitz kamen. Im Jahr 1956 waren noch immer 43 Prozent der Lausker sorbischsprachig.[2] Seither ist die Zahl der Sprecher stetig zurückgegangen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zwischen Strohmberg, Czorneboh und Kottmar (= Werte unserer Heimat. Band 24). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1974, S. 40.
  • Cornelius Gurlitt: Lauske. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 34. Heft: Amtshauptmannschaft Löbau. C. C. Meinhold, Dresden 1910, S. 288.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lauske/Łusk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Lauske im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954.
  2. Ludwig Elle: Sprachenpolitik in der Lausitz. Domowina-Verlag, Bautzen 1995, S. 245.