Hans Friedrich von Ehrenkrook

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Hans Friedrich von Ehrenkrook (* 20. Juli 1888 in Berlin; † 1. Februar 1968 in Marburg (Lahn)) war ein deutscher Genealoge und Adelsrechtler.

Ehrenkrook war wesentlich beteiligt an der Gründung des Deutschen Adelsarchivs, der Fortsetzung der Gothaischen Taschenbücher in Form des Genealogischen Handbuchs des Adels und der Wiederbegründung des Adelsrechtsausschusses der Deutschen Adelsverbände.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenkrook wuchs mit drei Brüdern auf, die alle Offiziere wurden. Er selbst wurde Jurist mit beiden Staatsexamen. Schon während der Studienzeit fand er in der Adelswissenschaft, in Adelsrecht und Genealogie seinen Wirkungsbereich. In der Deutschen Adelsgenossenschaft wird er schon 1920 in Magdeburg tätig und war wesentlich an der Gründung einer Landesabteilung Magdeburg/Anhalt beteiligt. Auf dem am 22. Juni 1920 in Berlin abgehaltenen "Adelstag" setzte sich v. Ehrenkrook vehement dafür ein, dass fortan niemand, der "'unter seinen Vorfahren im Mannesstamme einen nach dem Jahre 1800 geborenen Nichtarier hat oder zu mehr als ein Viertel anderer als arischer Rasse entstammt, oder mit jemand verheiratet ist, bei dem dies zutrifft", Mitglied der Deutschen Adelsgenossenschaft werden kann.[1] Im selben Jahr wurde er Mitglied des Adelsausschusses, 1922 Erster Schriftführer beim Vorstand der Deutschen Adelsgenossenschaft, Mitglied des Eherates und stellvertretendes Mitglied des Adelskapitels.

1926 war er Regierungsrat in Ludwigslust und Mitglied der Landesabteilung Mecklenburg und Schriftführer der Pressestelle, später Leiter der familiengeschichtlichen Abteilung. Nach Schlesien versetzt wurde er auch dort Schriftführer der Landesabteilung und widmete sich der Behandlung und Überprüfung von Ahnentafeln. Er veröffentlichte in dieser Zeit:

  • Ahnentafeln aus deutschen Gauen (Vier Bände)
  • Stammfolgen schlesischer Adelsgeschlechter
  • Nachkommen des Johannes Gottfried Dietze
  • Stammtafeln 1194–1940
  • sowie zahlreiche kleinere Aufsätze und Abhandlungen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann seine Haupttätigkeit: Zusammen mit Jürgen von Flotow (1902–1976) gründete er – zunächst rein privat – das Deutsche Adelsarchiv, denn jedwedes Vereinsleben war noch von den Alliierten Besatzungsmächten verboten. Unter diesem Namen wurden bereits im Oktober 1945 Familiennachrichten und kurz darauf die „Flüchtlingslisten“ herausgebracht, die ein wertvolles Instrument des Wiederfindens adliger Familien waren. Die Gründung des Archivs erfolgte an seinem damaligen Wohnsitz auf Schloss Wrisbergholzen. Dort waren auch andere Adelsfamilien, die aus ihrer Heimat im Osten des Großdeutschen Reichs geflüchtet oder vertrieben worden waren, zunächst ansässig geworden. Mit der Währungsreform 1948 änderte sich der Name der Vereinigung in „Deutsches Adelsarchiv“ und später in Deutsches Adelsblatt.

Ehrenkrooks Anliegen war es, der damals großen Zahl von Namensschwindlern das Handwerk zu legen. Es gelang ihm, mehr als 1.000 falsche „adlige“ Namensträger zu entlarven, die den Behörden und Gerichten namhaft gemacht wurden. Die Zahl der vom Adelsarchiv gegebenen Auskünfte und Hinweise ist kaum zu übersehen.

Zunächst auf Schloss Wrisbergholzen (Ehrenkrooks Wohnsitz), dann in Schloss Schönstadt und schließlich in Marburg/Lahn wurden umfassende Sammlungen angelegt und eine Fachbibliothek des Adels aufgebaut.

Ehrenkrook war seit 1913 mit Carola von Hagen (1890–1977) verheiratet. Das Paar hatte 3 Söhne und 1 Tochter. Alle 3 Söhne sind jedoch im Zweiten Weltkrieg gefallen. Er war Ehrenritter des Johanniterordens und seit 1958 Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse.

Genealogisches Handbuch des Adels[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenkrooks Hauptanliegen war jedoch die Fortsetzung der Gothaischen Taschenbücher. Hierin arbeitete er mit dem Inhaber des wieder gegründeten Starke Verlags (ehemals Görlitz, jetzt Limburg) zusammen. Im Jahre 1950 erschien die erste Ankündigung, 1951 der erste Band des Genealogischen Handbuchs des Adels über deutsche Fürstenhäuser, dem in rascher Folge Bände über Gräfliche, Freiherrliche und untitulierte Adelshäuser folgten. Heute sind es 149 Bände. Auch ein 17-bändiges neues Adelslexikon wurde herausgegeben.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Friedrich und Carola von Ehrenkrook: Stammfolgen schlesischer Adelsgeschlechter, herausgegeben unter Förderung der LA Schlesien der Deutschen Adelsgenossenschaft, Görlitz 1941
  • Hans-Friedrich von Ehrenkrook: Stammfolge des Geschlechts der Freiherren von Braun, Starke Verlag, Limburg a.d.L., 1959

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsches Adelsblatt. 38. Jg. 31. Juli 1920, S. 241–243.