Stara Kamienica

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Stara Kamienica
Wappen von Stara Kamienica
Stara Kamienica (Polen)
Stara Kamienica
Stara Kamienica
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Jelenia Góra
Geographische Lage: 50° 56′ N, 15° 34′ OKoordinaten: 50° 55′ 57″ N, 15° 34′ 23″ O
Einwohner: 1200 ([1])
Postleitzahl: 58-512
Telefonvorwahl: (+48) 75
Kfz-Kennzeichen: DJE
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 10 Schulzenämter
Fläche: 110,46 km²
Einwohner: 5264
(31. Dez. 2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 48 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0206092
Verwaltung (Stand: 2010)
Bürgermeister: Wojciech Poczynek
Adresse: Stara Kamienica 41
58-512 Stara Kamienica
Webpräsenz: www.starakamienica.pl



Stara Kamienica (deutsch Altkemnitz, auch Alt Kemnitz) ist ein Ort im Powiat Jeleniogórski (Kreis Hirschberg) in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Er liegt westlich der Stadt Jelenia Góra (Hirschberg) und ist Sitz der gleichnamigen Landgemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruine der Burg Kemnitz
Kirche Enthauptung des hl. Johannes des Täufers

Kemnitz war einer der Stammsitze der Gotsche Schoff, die mit der Herzogin Hedwig, der später heiliggesprochenen Hedwig von Andechs, nach Schlesien gekommen sind. Die Burg Kemnitz soll von Herzog Heinrich II. dem Frommen erbaut worden sein, der 1241 verstorben ist. Ein Jahr später soll die Burg Kemnitz von seinem Sohn Boleslaw II. dem Geschlecht Gotsche Schoff zu erblichem Besitz überlassen worden sein. Die Echtheit der auf das Jahr 1242 datierten Urkunde wird jedoch teilweise angezweifelt. Nach dieser soll es in Kemnitz auch eine Kastellanei gegeben haben. Kemnitz gehörte zum Herzogtum Schweidnitz-Jauer, mit dem es nach dem Tod des Herzogs Bolko I. 1368 erbrechtlich an Böhmen fiel. Allerdings stand seiner Witwe, der Herzogin Agnes ein lebenslanger Nießbrauch zu. Ein vorhandener Wohnturm wurde von den Schaffgotsch 1562 zu einem Schloss im Stil der Renaissance ausgebaut. Die Jahreszahl befindet sich im der Portalinschrift. Unter Hans Ulrich von Schaffgotsch wurde das Schloss 1617 neu erbaut und um eine Gartenanlage erweitert. Während der Reformation diente die Kirche St. Johannes des Täufers, für die 1370 und 1380 die Schaffgotsch Stiftungen errichtet hatten, als evangelisches Gotteshaus. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie rekatholisiert.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Kemnitz zusammen mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. Ein Jahr später wurde eine evangelische Kirche errichtet. Ab 1816 gehörte Kemnitz zum Landkreis Hirschberg im Riesengebirge, mit dem es bis 1945 verbunden blieb. 1933 wurden 1321 Einwohner gezählt, 1939 waren es 1354.[3]

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Altkemnitz 1945 an Polen. Es wurde zunächst in Kamienica und 1946 in Stara Kamienica umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde weitgehend vertrieben. Die neuen Siedler waren zum Teil Heimatvertriebene aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Stara Kamienica umfasst ein Gebiet von 110,46 km² mit 5.300 Einwohnern. Die Gemeinde umfasst folgende Gemeindeteile: Antoniów (Antoniwald), Barcinek (Berthelsdorf), Chromiec (Ludwigsdorf), Kopaniec (Seifershau), Kromnów (Krommenau), Mała Kamienica (Hindorf), Nowa Kamienica (Neukemnitz), Rybnica (Reibnitz), Stara Kamienica (Alt Kemnitz), Wojcieszyce (Voigtsdorf).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Von der ehemaligen Schlossanlage haben sich erhalten: Turm- und Mauerruinen, Teile eines Wirtschaftshofes, u. a. ein Gesindehaus von 1579 sowie ein Torbogen von 1757, der mit einem Herkules als Löwentöter verziert ist.
  • Die kath. Pfarrkirche Enthauptung des hl. Johannes des Täufers wurde erstmals 1370 erwähnt, 1677 grundlegend umgebaut und 1769 renoviert. Vom ursprünglichen gotischen Bau hat sich das Langhaus mit Kassettendecke erhalten. Der barocke Chor mit Kreuzgratgewölbe und Emporen entstand beim Umbau von 1677. Damals wurde auch der Hauptaltar errichtet. Die Kanzel mit Apostelfiguren wurde um 1626 geschaffen; das Taufbecken aus Sandstein enthält eine gotische Inschrift mit dem Jahr 1562. Im südlichen Chorschiff befindet sich ein in die Bodenplatten eingelassenes Epitaph.
  • Die evangelische Kirche von 1743 wurde durch den Zimmermeister Jeremias Maiwald erbaut. Es ist ein achteckiges Fachwerkhaus.

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stara Kamienica – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Szukacz.pl, Stara Kamienica - Informacje dodatkowe, abgerufen am 25. September 2010
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.
  3. Einwohner 1933 und 1939