Lautlehre

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Lautlehre[1] ist ein historischer sprachwissenschaftlicher Begriff[2], der heute teilweise mit Phonematik gleichgesetzt wird. Je nach der Natur der betrachteten Lauteinheiten (Phoneme bzw. Phone) unterscheidet N.S. Trubetzkoy in seinem Werk[3] zwei Teilgebiete:

  • Die Phonologie oder Phonemik („Sprachgebilde-Lautlehre“[3]) untersucht Systeme von Phonemen, den kleinsten bedeutungsunterscheidenden Elementen von Sprachen.
  • Die Phonetik („Sprechakt-Lautlehre“[3]), befasst sich mit der Beschreibung der vom menschlichen Sprechapparat erzeugbaren Laute (Phone).

Lautlehre bezeichnet also nach obiger Definition (und auch heute noch ohne ausdrücklichen Bezug auf Trubetzkoy) die Gesamtheit der Teilgebiete Phonetik und Phonologie. Historisch wird der Begriff Lautlehre mit der griechischen Wortneubildung Phonologie[2] identifiziert. Aktuell [4] wird Lautlehre mit Phonetik gleichgesetzt. Aufgrund dieser Begriffsunschärfe kann es zu Missverständnissen kommen, sodass individuelle Definitionen genau beachtet werden sollten.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „die lehre von den grammatischen [sic!] lauten.“ (Jacob u. Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Bearb. v. Moritz Heyne. Leipzig: Hirzel 1885. Fotomech. Nachdr.)
  2. a b Brockhaus' Konversations=Lexikon. 14.,vollst. neubearb. Aufl. Band 10, S. 1018. Leipzig, Berlin, Wien: F.A.Brockhaus 1895.
  3. a b c Trubetzkoy, N.S.: Grundzüge der Phonologie. 5. Aufl. Göttingen: Vandenhoek&Ruprecht 1971. S. 7.
  4. Metzler Lexikon Sprache. Hrsg. v. Helmut Glück. 2.,erw. Aufl. Stuttgart, Weimar: Metzler 2000.