Lawinenschnur

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Lawinenschnur

Eine Lawinenschnur ist ein altes Ortungsmittel, um Personen, die von einer Lawine verschüttet wurden, schneller finden und retten zu können.

Sie gehörte bis in die 1980er Jahre zum wichtigsten Zubehör bei Schitouren, hat aber durch die heutigen Lawinenpieps an Bedeutung verloren.

Funktionsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Lawinenschnur ist 20–25 m lang, ca. 3,5 mm dick, meist aus roter Baumwolle, hat nach jedem Meter einen Richtungspfeil mit Meterangabe und ist mit einer 10 cm langen Schlaufe versehen. Sie ist zu einem Knäuel gewickelt. Der Skitourenfahrer oder Bergsteiger bindet sich die Schlaufe mit der Meterangabe 1 (Richtungspfeil gegen sich) um den Bauch. Bei Lawinengefahr wirft er den Knäuel aus und zieht die Lawinenschnur auf dem Schnee hinter sich her. Wird er von einer Lawine verschüttet, ist wegen ihrer Länge die Wahrscheinlichkeit relativ groß, dass ein Teil der Lawinenschnur auf dem Lawinenkegel zum Vorschein kommt. Retter können anhand der Richtungspfeile erkennen, in welcher Richtung und wie viele Meter sie schaufeln müssen, und der Schnur nun bis zum Verschütteten folgen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Warntafel aus dem Ersten Weltkrieg

Die Lawinenschnur war Bestandteil der persönlichen Gebirgsausrüstung der Hochgebirgskompanien. Sie wurde um 1915 bei den österreichischen Gebirgstruppen im Gebirgskrieg vorgeschrieben. Aufgrund neuerer Entwicklungen wie LVS-Geräte wird die klassische Lawinenschnur heute kaum noch verwendet. Das Funktionsprinzip der Lawinenschnur wurde jedoch beim Lawinenball weiterentwickelt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]