Leibniz-Institut für Neue Materialien

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
INM - Leibniz-Institut für Neue Materialien
INM - Leibniz-Institut für Neue Materialien
Leibniz-Institut für Neue Materialien
Kategorie: Forschungseinrichtung
Träger: rechtlich selbständig
Rechtsform des Trägers: gGmbH
Mitgliedschaft: Leibniz-Gemeinschaft
Standort der Einrichtung: Saarbrücken
Art der Forschung: Grundlagenforschung
Fächer: Physik, Chemie, Biologie, Materialwissenschaften, Ingenieurwissenschaften
Fachgebiete: Materialforschung, Nanotechnologie, Grenzflächenmaterialien, Biogrenzflächen, Nanokomposit-Technologie
Grundfinanzierung: Bund (50 %), Länder (50 %)
Leitung: Eduard Arzt (Wissenschaftlicher Geschäftsführer und Vorsitzender der Geschäftsführung), Arànzazu del Campo (Wissenschaftliche Geschäftsführerin) und Günter Weber (Kaufmännischer Geschäftsführer)
Mitarbeiter: ca. 240
Homepage: www.leibniz-inm.de
INM2.jpg

Das INM - Leibniz-Institut für Neue Materialien gGmbH ist ein außeruniversitäres Forschungsinstitut und Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Es betreibt anwendungsorientierte Grundlagenforschung im Bereich der Materialwissenschaft, wobei auch physikalische, chemische, biologische und ingenieurwissenschaftliche Aspekte einbezogen werden. Das Institut ist eine gemeinnützige GmbH (gGmbH) in Saarbrücken mit Sitz auf dem Campus der Universität des Saarlandes.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das „Institut für Neue Materialien“ (INM) wurde im Jahre 1987 in Form einer gemeinnützigen GmbH zunächst in alleiniger Trägerschaft des Landes unter der Leitung von Herbert Gleiter gegründet. 1990 übernahm Helmut K. Schmidt die Geschäftsführung des Instituts, das er bis 2005 leitete. Unter seiner Leitung fokussierte sich das INM besonders auf die Chemische Nanotechnologie.

Im Jahr 2005 begann mit der Übernahme der Geschäftsführung durch Michael Veith und Jochen Flackus eine Phase der Umorientierung für das Institut. Zum 1. Oktober 2007 wurde Eduard Arzt zum Wissenschaftlichen Geschäftsführer und Vorsitzenden der Geschäftsführung berufen. Unter seiner Federführung wurde eine weitgreifende Neuausrichtung des INM in Angriff genommen. Neben die Chemische Nanotechnologie traten als weitere Forschungsschwerpunkte Grenzflächenmaterialien und Materialien in der Biologie. 2010 übernahm Roland Rolles die kaufmännische Geschäftsführung, die 2014 an Günter Weber überging. 2015 wurde Arànzazu del Campo zur zweiten Wissenschaftlichen Geschäftsführerin berufen.

Seit 1991 ist die Universität des Saarlandes mit einem Anteil von 51 % Mitgesellschafterin. Seit Anfang der 1990er Jahre wurden verstärkt durch BMBF und Industrie finanzierte Projekte durchgeführt; ab der Mitte der 1990er Jahre erfolgte der Aufbau eines Technologietransfers. Zwischen 1995 und 2004 wurden insgesamt elf Spin Offs gegründet. Verbunden mit der Neuorientierung kam es schließlich ab 2007 zu einer Stärkung der Grundlagenforschung.

In einer Empfehlung des Wissenschaftsrats wurde das Institut als Forschungseinrichtung von überregionaler Bedeutung eingestuft und aufgrund dessen zum 1. Januar 1999 in die so genannte Blaue Liste und somit in die Bund-Länder-Finanzierung aufgenommen. Im Oktober 2003 erfolgte eine Umfirmierung in „Leibniz-Institut für Neue Materialien gGmbH“.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das INM arbeitet auf dem Gebiet der neuen Materialien (Werkstoffe). Es betreibt grundlagen- und anwendungsorientierte Materialforschung, die von den molekularen Vorstufen bis zur Pilotfertigung reicht. Thematische Schwerpunkte spiegeln sich in der Einteilung der Forschungsfelder Nanokomposit-Technologie, Grenzflächenmaterialien und Biogrenzflächen. Aus chemischem, physikalischen und biologischem Blickwinkel entwickelt es nanostrukturierte Materialien, erforscht deren Eigenschaften und lotet in Industriekooperationen Anwendungsmöglichkeiten aus. Das INM kooperiert eng mit der Universität des Saarlandes, nationalen und internationalen Forschungsinstituten sowie Unternehmen weltweit.

Die detaillierten Forschungsschwerpunkte des INM sind aus der untenstehenden Abteilungsstruktur ersichtlich.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das INM wird von zwei wissenschaftlichen Geschäftsführern und einem kaufmännischen Geschäftsführer geleitet; ein wissenschaftlicher Geschäftsführer ist Vorsitzender der Geschäftsführung. Der wissenschaftliche Bereich des INM gliedert sich in derzeit elf Programmbereiche und zwei Juniorforschungsgruppen, die sich auf drei Forschungsfelder sowie einen Querschnittsbereich verteilen:

Nanokomposit-Technologie

  • Nanomere
  • Optische Materialien
  • Strukturbildung

Grenzflächenmaterialien

  • Energie-Materialien
  • Funktionelle Mikrostrukturen
  • Nanotribologie
  • Innovative Elektronenmikroskopie

Biogrenzflächen

  • Dynamische Biomaterialien
  • Schaltbare Mikrofluidik
  • Zellskeletale Fasern
  • Nano Zell Interaktionen

Querschnittsbereich InnovationsZentrum INM

Neben den Programmbereichen unterhält das INM Servicebereiche, die die wissenschaftlichen Arbeiten besonders auf den Gebieten der Analytik und Charakterisierung unterstützen, die Konstruktion und den Bau spezifischer Vorrichtungen und Ausrüstungen realisieren sowie eine wissenschaftliche Spezialbibliothek.[1]

Personal und Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das INM beschäftigt etwa 240 Mitarbeiter, davon ca. 75 Wissenschaftler und ca. 40 Doktoranden (Stand: 03/2017). Als Einrichtung der Leibniz-Gemeinschaft wird die Grundfinanzierung des INM jeweils zur Hälfte vom Bund und den Ländern bereitgestellt. Der Bundesanteil wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) getragen, der Länderanteil zum Großteil vom Saarland; der Rest des Länderanteils wird nach dem Königsteiner Schlüssel auf alle Länder aufgeteilt. Insgesamt hatte das INM im Haushaltsjahr 2015 ein Jahresbudget in Höhe von ca. 23,7 Millionen Euro.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Library Blog - INM - Bibliothek abgerufen am 11. März 2017
  2. leibniz-inm.de/historie – offizielle Website. Abgerufen am 27. Mai 2015.

Koordinaten: 49° 15′ 24″ N, 7° 2′ 24″ O