Leistungsmarsch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Der Leistungsmarsch bezeichnet beim Militär die zu erbringende Marschleistung eines Soldaten innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums. Damit soll die Leistungsfähigkeit für Tagesmärsche einer Gruppe bzw. einer militärischen Truppeneinheit erhöht werden. Der Leistungsmarsch ist Teil der zu erbringenden Bedingungen für das Abzeichen für besondere Leistungen im Truppendienst.

Bundeswehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Umfang eines Leistungsmarsches richtet sich nach den jeweiligen militärischen Vorgaben. Bei der Bundeswehr gab und gibt es verschiedene Leistungsstufen. Derzeit werden drei Stufen unterschieden:

Stufe I Stufe II Stufe III
6 km in 60 min 9 km in 90 min 12 km in 120 min

Der Soldat trägt beim Marsch zu Fuß in der Regel einen Feldanzug gemäß der ZDv 37/10. Weiterhin trägt er Gepäck von mindestens 15 kg Gewicht mit sich. Die Zeit von zehn Minuten pro km ist im Schnitt nicht zu überschreiten. Steigungen und Gefälle sollen einander ausgleichen. Angehörige der Marine können anstelle des Marsches Kleiderschwimmen (d. h. bekleidet mit Hose und Jacke, anschließend in Schwimmlage ohne Stützhilfe entkleiden) wählen.

Eine konkrete Dienstvorschrift über Umfang und Häufigkeit gibt es nicht. Darüber entscheidet der Disziplinarvorgesetzte jeder Einheit.

Leistungsprüfung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Leistungsmarsch führt viele Soldaten an die Grenze der Leistungsfähigkeit und bedarf daher regelmäßiger Übung und Trainings. Es kam bei Leistungsmärschen schon zu Todesfällen in Deutschland bei der Bundeswehr[1] und in Österreich beim Bundesheer.[2]

Historie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Umfang für einen Leistungsmarsch sind in der Bundeswehr über die Jahrzehnte unterschiedlich gewesen. Früher waren Leistungsmärsche über 30 km innerhalb von höchstens 5 Stunden mit oder ohne Gepäck (10 kg bzw. 15 kg) innerhalb der Grundausbildung üblich. Diese wurden je nach Truppeneinheit jährlich wiederholt. Ebenso gab es Märsche über 10, 20 und 25 km mit variablem Gepäck. Bei der Einzelkämpferausbildung waren diverse Leistungsmärsche verpflichtend.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tod nach Bundeswehr-Marsch beschäftigt Staatsanwalt, zeit.de vom 31. Juli 2017
  2. Österreich: Rekrut stirbt nach Marsch an Herzstillstand, focus.de vom 8. August 2017