Lenkflugkörper

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Als Lenkflugkörper (LFK) werden im wehrtechnischen und militärischen Sprachgebrauch im Gegensatz zu ballistischen oder ungelenkten Raketen Waffen mit eigenem Antrieb bezeichnet, die während des Fluges selbsttätig oder vom Schützen gelenkt ins Ziel gesteuert werden. Der physikalische Raketenantrieb ist dagegen kein zwingendes Merkmal, es gibt auch Flugkörper mit außenluftabhängigen Triebwerken. Sie werden vor allem gegen bewegliche Boden-, See- und Luftziele eingesetzt.[1]

Nach Art des Zieles und dem Trägersystem unterscheidet man zwischen:

Bestimmte Arten von Lenkflugkörpern (Panzerabwehrlenkwaffen, tragbare Flugabwehrraketen/MANPAD) können auch ohne Trägersystem vom einzelnen Soldaten transportiert und verwendet werden.

Nach Art der Feuerleitung und Zielsteuerung kann auf folgende Funktionsprinzipien unterscheiden:

  • Selbständig zielsuchende Raketen (Fire-and-Forget) sind in der Lage, ein Zielobjekt mittels eingebauter Sensoren zu verfolgen. Hierfür kommen je nach Reichweite optische sowie Infrarot- und Radarsysteme zum Einsatz.
  • Ferngesteuerte Lenkflugkörper werden vom Schützen über eine Draht-, Funk- oder Laserverbindung auf Sicht oder mit Hilfe von rückübertragenen Videobildern ins Ziel gesteuert.
  • Bei halbautomatischen Systemen wird die Zielsteuerung durch den Schützen mit Verfahren wie Laserzielmarkierung oder Leitstrahlen unterstützt.

Da die Reichweite im Flugkörper eingebauter Zielsuchgeräte im Vergleich zum Bordradar des Trägersystems oder eines Gefechtsfeldradars meist stark limitiert ist, kommen auch kombinierte Systeme zum Einsatz. Dabei wird der Flugkörper zunächst nur in die ungefähre Richtung des Zielobjekts gesteuert. Während der Anflugphase werden Informationen zwischen dem Flugkörper und dem kontrollierenden System ausgetauscht. Die endgültige Zielprogrammierung kann dann nach der Zielerfassung durch das eingebaute System erfolgen.

Zur Navigation werden beispielsweise Kurskreisel, Satellitennavigation und Terrain Imaging genutzt. Die Reichweite von Lenkflugkörpern liegt im Bereich von wenigen Kilometern bis zu mehreren hundert Kilometern. Bodenzielflugkörper mit extrem großen Reichweiten bis zu einigen tausend Kilometern werden auch als Marschflugkörper (engl.: Cruise Missile) bezeichnet.

Als Abwurfbewaffnung von Kampfflugzeugen kommen neben ungelenkter Munition auch Gleitbomben zum Einsatz. Diese haben keinen eigenen Antrieb, erreichen aber ähnliche Reichweiten wie Bodenzielflugkörper und werden wie diese gesteuert.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flugkörper – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Academic: Lenkflugkörper. Abgerufen am 7. Dezember 2012.