Leonel Fernández

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Leonel Fernández (2009)

Leonel Antonio Fernández Reyna (* 26. Dezember 1953 in Santo Domingo) ist ein Jurist und Politiker (Partido de la Liberación Dominicana (PLD)) und war von 1996 bis 2000 und 2004 bis 2012 Staatspräsident der Dominikanischen Republik. Er war ein enger Mitarbeiter von Juan Bosch.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernández wurde als Sohn von José Antonio Fernández Collado und Yolanda Reyna Romero geboren. Als Kind wanderte er mit seinen Eltern nach New York aus, wo er die Elementarschule und später auch eine höhere Schule absolvierte.

Nach seiner Rückkehr in die Dominikanische Republik trug er sich in die Aufnahmeliste der Autonomen Universität Santo Domingo (UASD) ein. In dieser Zeit sollte er auch seinen späteren Führer und Mentor Juan Bosch kennenlernen, mit dem er 1973, zusammen mit anderen Politikern, den liberalen Partido de la Liberación Dominicana (PLD) gründete. 1978 schloss er sein Studium der Rechtswissenschaften als Jahrgangsbester ab. Als Hochschullehrer (Professor an der UASD und an der Facultad Latinoamericana de Ciencias Sociales) war er in den Gebieten Kommunikationssoziologie, Presserecht und Internationale Beziehungen tätig.

Später schrieb er einige Bücher (Los Estados Unidos en el Caribe: De la Guerra Fría al Plan Reagan; Raíces de un Poder Usurpado) und arbeitete bei mehreren in- und ausländischen Zeitungen in den Bereichen Kommunikation, Kultur, Geschichte und Gesetz.

Präsident der Dominikanischen Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1985 und 1990 wurde er zum Mitglied des Zentralkomitees bzw. Politischen Komitees des PLD gewählt. Sein persönlicher Einsatz führte dazu, dass er 1994 als Kandidat zur Vizepräsidentschaft nominiert wurde. Der miltante Kern des PLD gewann 1996 jedoch überlegen eine Kampfabstimmung, die Fernández zum offiziellen Präsidentschaftskandidaten des PLD ernannte. Fernández gewann 1996 die Wahl im zweiten Wahlgang gegen José Francisco Peña Gómez dank der Unterstützung des Partido Revolucionario Social Cristiano (PRSC) von Joaquín Balaguer und wurde somit zu einem der jüngsten Staatsoberhäupter Lateinamerikas. Durch seine dynamische und aggressive Außenpolitik rettete er sein Land aus der seit der Trujillo-Diktatur andauernden Isolation. 1999 und 2000 besuchte er als erstes Staatsoberhaupt der Dominikanischen Republik nach der Trujillo-Diktatur Länder wie Frankreich, Italien und Japan.

In der Präsidentschaftswahl 2000 konnte er wegen des verfassungsmäßigen Verbots der unmittelbaren Wiederwahl nicht als Kandidat antreten; gewählt wurde der Kandidat des sozialdemokratischen Partido Revolucionario Dominicano (PRD), Hipólito Mejía. Leonel, wie ihn das dominikanische Volk kurz nennt, konzentrierte sich in den weiteren Jahren auf die Entwicklung der Dominikanischen Republik und Lateinamerikas. Er förderte als Präsident die Grundlagen der Demokratie, die Qualität der nationalen Debatte und die Ausbildung von Arbeitern. 2002 wurde er, fast einstimmig, zum Präsidenten des PLD gewählt.

Da der regierende PRD 2003 angesichts der anfänglich hohen Zustimmungsraten Mejías in der Hoffnung auf seine Wiederwahl die Aufhebung des Verbots der unmittelbaren Wiederwahl durchgebracht hatte, konnte Fernández nach Ablauf der Amtszeit erneut kandidieren, wurde bei den Präsidentschaftswahlen 2008 gegen Hipólito Mejía wiedergewählt[1] und konnte somit eine dritte Amtszeit antreten.

Außenpolitisch wurden unter Fernández die Beziehungen zu weiteren Staaten als den traditionellen Handelspartnern USA und Spanien ausgebaut. Unter ihm entwickelte die Dominikanische Republik sowohl gute Beziehungen zur US-Regierung als auch zu linken Regierungen wie in Venezuela und unterschrieb das Petrocaribe-Abkommen.[2] Wirtschaftspolitisch setzte er in seiner ersten Amtszeit vor allem auf größere technologische Projekte wie insbesondere einen U-Bahn-Bau für 710 Millionen US-Dollar. Kontrovers wurde einerseits diskutiert, dass er auf Publicity ausgerichtete Projekte setze, während angesichts der Armut im Land für das Volk andere Investitionen vorteilhafter wären, andererseits wurde dies als technischer Fortschritt gelobt. Es wurden während seiner Amtszeit größere Wachstumsraten erreicht, allerdings existierten unter anderem starke Probleme im Bereich der Arbeitslosigkeit (15-%-Quote).[3]

Gerechnet wird damit, dass sich Fernández auch 2020 nach den zwei Amtszeiten seines Parteifreundes Danilo Medina wiederum als Präsidentschaftskandidat zur Wahl stellen wird.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fernández gewinnt Wahl in Dominikanischer Republik. In: Hamburger Morgenpost. 17. Mai 2008.
  2. Jorge Rueda: Venezuela Warms to Dominican Republic. In: Washington Post. 30. Oktober 2006
  3. Marc Lacey: Dominican President Wins a Third Term. In: New York Times. 17. Mai 2008.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Leonel Fernández – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Joaquín Balaguer Präsident der Dominikanischen Republik
1996–2000
Hipólito Mejía
Hipólito Mejía Präsident der Dominikanischen Republik
2004–2012
Danilo Medina