Liste linkskommunistischer Organisationen in der Weimarer Republik

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Die Liste linkskommunistischer Organisationen in der Weimarer Republik (1919–1933) umfasst dem Linkskommunismus zugeordnete Gruppen und Organisationen. Einige von ihnen werden auch als linke Opposition der KPD zusammengefasst, weil sie in und außerhalb dieser Partei gegen den Kurs der Führung opponierten, vor allem gegen die Stalinisierung. Sie bildeten teils Fraktionen in der KPD, wurden ausgeschlossen oder traten aus und gründeten unabhängige Gruppen.[1]

Gründungsjahr Name Hauptvertreter Mitgliedszahlen Presseorgane
1919 KPD-Linke
meist Internationale Kommunisten Deutschlands (IKD 1918)
Otto Rühle
Heinrich Laufenberg
Fritz Wolffheim
~38.000
2/1920 Allgemeine Arbeiter-Union (AAU) Otto Rühle
Rudolf Ziegenhagen
200.000 (1921) – 12.600 (1924)
4/1920 Kommunistische Arbeiterpartei Deutschlands (KAPD) Otto Rühle ~40.000 (8/1920) – 4.000 (1927) Kommunistische Arbeiter-Zeitung
9/1920 Bund der Kommunisten (1920) Heinrich Laufenberg
Fritz Wolffheim
1921 Allgemeine Arbeiter-Union – Einheitsorganisation (AAU-E) Otto Rühle
Franz Pfemfert
Oskar Kanehl
Die Aktion
1924 Weddinger Opposition Hans Weber Der Pionier
1925 Internationaler Sozialistischer Kampfbund (ISK) Leonard Nelson
Minna Specht
>300
1925 Fischer-Maslow-Gruppe Ruth Fischer
Arkadi Maslow
1926 KPD-Opposition (Linke KPD) Iwan Katz
Theodor Gohr
Berthold Karwahne
~800 Mitteilungsblatt für die Parteiarbeiter der KPD-Organisation in Niedersachsen / in Thüringen
1926 Linke Kommunisten Werner Scholem
Hugo Urbahns
~8 Schlacht und Hütte
1926 Entschiedene Linke (EL) Karl Korsch
Heinrich Schlagewerth
Ernst Schwarz
3.500–5000 Alle Macht den Räten!
Kommunistische Politik
1926 Entschiedene Linke (Schwarz-Gruppe) Ernst Schwarz 4.000 Entschiedene Linke
1926 Kommunistische Arbeitsgemeinschaft (KAG 1926) Otto Geithner
Agnes Schmidt
Hans Schreyer
6/1926 Spartakusbund linkskommunistischer Organisationen Iwan Katz
Franz Pfemfert
Oskar Kanehl
12.000 - 6.000 Spartakus
1926 Gruppe Kommunistische Politik (GKP) Karl Korsch 3.000 (1927) Kommunistische Politik
Der Klassenkämpfer
Die Wahrheit
1926 Kötter-Vogt-Gruppe Wilhelm Kötter
Otto Voigt
1926 Weber-Gruppe Hans Weber
1926 Fischer-Urbahns-Gruppe Ruth Fischer
Hugo Urbahns
Die Fahne des Kommunismus
Mitteilungsblatt Linke Opposition der KPD
1928 Bolschewistische Einheit Erwin Heinz Ackerknecht
Otto Schüssler
Roman Well
50
4/1928 Leninbund Hugo Urbahns 6000 (1928) – 500 (1932) Volkswille
1929 Trotzkistische Minderheit
3/1930 Vereinigte Linke Opposition der KPD (Bolschewiki-Leninisten) Anton Grylewicz 350–400 Internationales Bulletin der kommunistischen Links-Opposition
Mitteilungsblatt der Reichsleitung
Permanente Revolution
Der Kampfruf
1931 Linke Opposition der KPD (Trotzkisten) Erwin Ackerknecht
Oskar Seipold
150 (1931) – 1.000 (1933)
1931 Linke Opposition der KPD (Landau-Gruppe) Kurt Landau 100–300 Der Kommunist
12/1931 Kommunistische Arbeiter-Union Deutschlands (AAUD) Jan Appel ~300
1933 Internationale Kommunisten Deutschlands (IKD 1933) Unser Wort
1933 Gruppe Funke Kurt Landau

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Marcel Bois: Kommunisten gegen Hitler und Stalin: Die Linke Opposition der KPD in der Weimarer Republik. Eine Gesamtdarstellung. 2. Auflage, Klartext, Berlin 2016, S. 466 f. (Tabelle 21: Linkskommunistische Zeitschriften und Zeitungen), S. 533 (Tabelle „Stammbaum“ der KPD-Linken), S. 535–541 (Glossar: Linke Gruppen in der Weimarer Republik)