Loopback

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Ein Loopback oder eine Schleifenschaltung ist ein Nachrichten- oder Informationskanal mit nur einem Endpunkt, so dass Sender und Empfänger identisch sind.

In der Kommunikationstechnologie werden Loopbacks gewöhnlich benutzt, um die Erreichbarkeit eines Ziels zu prüfen. Auf diese Weise wird sowohl der Nachrichtenkanal zum Ziel als auch das Ziel selbst geprüft. Gewöhnlich besteht der Nachrichtenkanal aus mehreren hintereinanderliegenden Übermittlungsabschnitten. Indem die Schleifenschaltung nacheinander an allen Endpunkten der Übermittlungsabschnitte vorgenommen wird, kann der gesamte Weg bis zum Ziel geprüft werden und eine eventuelle Unterbrechung gefunden werden. Generell gibt es verschiedene Typen von Loopbacks:

  • Loopbacks, bei denen die Gegenstelle das empfangene Signal sowohl zum Sender zurückschleift, als auch unverändert zum Ziel weiterleitet.
  • Loopbacks, bei denen die Gegenstelle das empfangene Signal zum Sender zurückschleift und dem Ziel statt dieses Signals ein Alarmindikationssignal einspeist.

Loopback im Internet Protocol[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Internet Protocol (IP) spezifiziert ein Loopback-Netzwerk. Speziell reservierte IP-Adressen sind für IPv4 der Adressraum von 127.0.0.1 bis 127.255.255.254[1], wobei meist 127.0.0.1 genutzt wird, und für IPv6 die Adresse ::1[2] Die meisten IP-Umsetzungen unterstützen eine Loopback-Schleife, wobei sämtliche Pakete, die ein Computerprogramm an diese Adressen sendet, an denselben Computer adressiert werden. Der Standard für Domains dieser Adressen ist localhost.

Auf Unix-ähnlichen Systemen wird die Loopback-Schnittstelle allgemein lo oder lo0 genannt.

Die Loopback-Schnittstelle wird unter anderem von Client-Software benutzt, um mit einem Server auf demselben Computer zu kommunizieren.

Ein Beispiel: Auf einem Computer läuft ein Webserver. Wenn man nun dem Browser als URL http://127.0.0.1/ angibt, wird dieser auf die Webseite des eigenen Computers zugreifen. Da dafür kein Netzwerkanschluss nötig ist, ist Loopback recht hilfreich, um verschiedene Dienste zu prüfen, ohne sie entferntem Zugriff zugänglich zu machen.

Im Übrigen ist es eine beliebte Prüfmethode, die Loopback-Schnittstelle zu pingen, um die korrekte Funktion der Internetprotokoll-Implementierung zu verifizieren.

Loopback-Adressen werden im Internet oft benutzt, um Neulinge an der Nase herumzuführen. Ein unerfahrener Benutzer, der denkt, er greife auf einen fremden Server zu (oder attackiere diesen), führt so diese Aktionen auf seinem eigenen Rechner durch. Viele Benutzer sind sich zwar bewusst, dass 127.0.0.1 für ihren eigenen Computer steht, aber nicht dass (z. B.) 127.34.123.43 genauso auf sie selbst verweist.

Pakete mit einer Loopback-Schnittstelle als Absenderadresse, die an ein existierendes IP-Netzwerk gesendet werden, können eine größere Anzahl an Problemen für ältere oder fehlerhafte Netzwerksoftware darstellen.

127.0.53.53 wurde von der ICANN als Warnsignal bei der Neuvergabe von Top-Level-Domain (TLD) eingeführt, wo es zu Namensüberschneidungen zwischen einem internen Namensraum und dem öffentlichen Domain Name System (DNS) kommen kann. Kommuniziert man beispielsweise mit einem Server weber.example.com nur über seinen Namen weber, so kam aus dem Internet, dass die Domain nicht existiert und der im lokalen Netzwerk verwendete Hostname wurde verwendet. Nach der Einführung der TLD .weber geht die Anfrage an den zuständigen externen DNS-Server. Dabei kann es zu unerwünschten Informationslecks kommen. Um darauf hinzuweisen wird für 90 Tage ab der Registrierung mit 127.0.53.53 geantwortet, was zu einer Fehlermeldung führt und Administratoren veranlasst den vollen Namen (FQHN) für ihren Host einzutragen.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. RFC 6890: Special-Purpose IP Address Registries
  2. RFC 4291: IP Version 6 Addressing Architecture
  3. Carsten Strotmann: Seltsame DNS-Antwort 127.0.53.53. In: Heise.de - Tips und Tricks. 5. Februar 2016, abgerufen am 14. Februar 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]