Louis Adlon (Hotelier)

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Louis Adlon mit Gattin Hedda (1926)
Louis Adlon an seinem Schreibtisch (1932)

Louis Adlon (eigentlich Ludwig Anton Adlon; * 3. Oktober 1874 in Mainz; † 7. Mai 1945 in Falkensee[1]) war ein deutscher Hotelier.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Louis Adlon wurde als zweites von drei Kindern von Lorenz Adlon und dessen Frau Susanne, geb. Wannsiedel, geboren.[2] Sein Vater ließ das Berliner Luxushotel Adlon erbauen, welches 1907 eröffnet wurde. Nach seinem Tod übernahm Louis 1921 das Hotel und führte es bis an sein Lebensende.

Unter seiner Führung wurde es in den Goldenen Zwanzigern zum Mythos und Anlaufpunkt für viele internationale Gäste wie Marlene Dietrich, Josephine Baker, Thomas Mann und Charlie Chaplin[3]. Mit der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten wurden diese jedoch immer weniger. 1940 traten er und seine zweite Ehefrau Hedda in die NSDAP ein.[4] Das Hotel überstand den Luftkrieg und die Schlacht um Berlin im April 1945. Kurz danach brannte das Adlon, während es von Rotarmisten geplündert wurde, vom Weinkeller her fast vollständig aus. So stand es als Ruine noch bis 1952 und wurde dann bis auf einen Seitenflügel abgerissen.

In Berlin wurde Adlon nach der Kapitulation vom sowjetischen Militär festgenommen, verschleppt und kam unter ungeklärten Umständen zu Tode. Seine Frau Hedda fand die Leiche und sorgte zunächst für eine provisorische Beerdigung. Später wurde er auf dem Alten Domfriedhof St. Hedwig in Berlin begraben.[1] Hedda Adlon verstarb 1967.[5]

In dem Fernsehfilm Das Adlon. Eine Familiensaga wurde er von Heino Ferch dargestellt.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit seiner ersten Ehefrau Tilly hatte Louis fünf Kinder. Nach fast 15 Jahren Ehe[6] ließ er sich scheiden und heiratete 1922 die Deutsch-Amerikanerin Hedwig Leythen (1889–1967)[7], genannt Hedda. Tilly zog mit ihrer Tochter Elisabeth ins Süddeutsche, während die anderen Kinder Susanne (Mutter von Percy Adlon), Lorenz und die Zwillinge Carl und Louis junior aufs Internat geschickt wurden. Die letzten drei wanderten später nach Amerika aus.[8]

Auf einem von seiner zweiten Frau geerbten Grundstück in Neu Fahrland ließ Adlon die Villa Adlon erbauen.[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hedda Adlon: Hotel Adlon. Das Berliner Hotel, in dem die große Welt zu Gast war, Kindler-Verlag 1955[10], Heyne-Verlag, 25. Auflage, ISBN 3-453-00926-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Louis Adlon – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b [1] www.neu-fahrland.net
  2. Eine große Familie
  3. In der glanzvollen Welt des Hotel Adlon
  4. 100 Jahre Hotel Adlon: Deutschlands erste Adresse einestages.spiegel.de
  5. Hedda Adlon starb 1967
  6. Was ist wahr und was ist Erfindung im großen TV-Epos?
  7. Eine große Familie
  8. RP online: Die wahre Geschichte des Adlon
  9. Villa Adlon. Website des Ortsteils Neu Fahrland. Abgerufen am 8. Januar 2013
  10. Hedda Adlon 1955