MÁV-Baureihe M63

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MÁV-Baureihe M63
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Nummerierung: M63 001–010
Anzahl: 10
Hersteller: Ganz-MÁVAG, Budapest
Baujahr(e): 1970–1975
Ausmusterung: - 1991
Achsformel: Co´Co´
Gattung: DVM 10
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: 19.540 mm
Drehzapfenabstand: 10.100 mm
Drehgestellachsstand: 4.200 mm
Gesamtradstand: 14.300 mm
Dienstmasse: 120 t
Reibungsmasse: 120 t
Radsatzfahrmasse: 20 t
Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h
Installierte Leistung: 2.000 kW (2.700 PS)
Anfahrzugkraft: 310 kN
Raddurchmesser: 1.250 mm
Motorentyp: Pielstick 18 PA 4-185
Motorbauart: Achtzehnzylinder-Viertakt-Dieselmotor
Nenndrehzahl: 1.500/min
Leistungsübertragung: dieselelektrisch
Anzahl der Fahrmotoren: 6
Lokbremse: Handbremse
Zugbremse: Druckluftbremse Bauart Knorr
Widerstandsbremse

Die MÁV-Baureihe M63 war eine 1970 entwickelte und bis 1975 in zehn Exemplaren an die Magyar Államvasutak (MÁV) ausgelieferte sechsachsige Diesellokomotive, die für den schweren Schnell- und Personenzugdienst gedacht war. Die Lokomotiven waren bis Anfang der 1990er Jahre im Einsatz und wurden danach ausgemustert. Die M63.003 ist im Bahnpark Budapest erhalten geblieben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lokomotive erschien zur gleichen Zeit wie die DR-Baureihe V 300. Da die MAV von dieser Reihe keine Fahrzeuge beschaffte, ist die Reihe M63 ebenso wie die ČSD-Baureihe T 499.0 als nationale Eigenentwicklung von Ganz-MÁVAG entgegen den Richtlinien des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe anzusehen.

Die Lokomotiven wurden mit elektrischer Zugheizung ausgestattet, sodass ihr Einsatz im Personenzugdienst möglich war. Ursprünglich war die Lokomotive für Güter- und Personenzüge auf Hauptbahnen gedacht,[1] es wird erwähnt, dass sie anfangs sehr oft vor hochwertigen Fernschnellzügen eingesetzt waren.[2] 1970 wurden zwei Prototypen geliefert, 1975 begann der Serienbau mit der M 63.003.[2] Die erhaltene M 63.003 wurde 1975 von Ganz mit der Fabriknummer 1764 gebaut, die Indienststellung erfolgte am 28. August 1975. Ausgemustert wurde sie am 13. Dezember 1990. Stationiert war sie in Budapest-Ferencváros und später in Szombathely, dort wurde eine Rekonstruktion vollzogen. Etwas länger waren die beiden Prototypen M 63.001 und M 63.002 im Betrieb, sie wurden erst 1991 ausgemustert.[2]

Technische Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vom Design her ansprechende Lokomotive besitzt zwei Endführerstände und dazwischen den Maschinenraum. Wie alle damals modernen Diesellokomotiven hat die M 63 einen vom Führerstand abgetrennten Einstiegsraum, um mehr Schallschutz für den Lokomotivführer zu erreichen. Im Maschinenraum waren Kühleranlage, Dieselmotor und elektrische Ausrüstung voneinander getrennt aufgestellt.

Als Kraftmaschine diente ein Achtzehnzylinder-Viertakt-Dieselmotor mit 2.700 PS Leistung, der von Ganz in Lizenz von der SEMT Pielstick produziert wurde. Die Zylinder besaßen eine Bohrung von 185 Millimeter und einen Hub von 210 Millimeter. Der Motor wurde mit Abgasturbolader betrieben und mit Druckluft angelassen. Die Leistungsübertragung war dieselelektrisch in Mischstromtechnik, an den Dieselmotor war eine Drehstrom-Asynchronmaschine als Hauptgenerator angeflanscht, von der über Gleichrichter die Gleichstromfahrmotoren Strom erhielten. Dabei waren die Motoren im Drehgestell parallelgeschalte Gleichstrom-Reihenschlußmotoren. Die Steuerung der Motoren erfolgte über die steuerbaren Gleichrichter über eine Brückenschaltung.[1] Im Hauptgenerator waren noch ein Hilfsgenerator und der Generator für die Zugheizung auf einem Läufer angeordnet. Zwei Lokomotiven konnten über die Vielfachsteuerung von einem Führerstand aus gesteuert werden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Mihály Kubinszky (Hrsg.): Ungarische Lokomotiven und Triebwagen. Akadémiai Kiadó, Budapest 1975, ISBN 963-05-0125-2., Seite 277
  2. a b c Internetseite über die Lok auf eisenbahnen der Welt