Männerhaus (Zufluchtsort)

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Männerhäuser sind Einrichtungen, in denen männliche Opfer häuslicher Gewalt Zuflucht finden sollen. Sie bilden das Analogon zu den Frauenhäusern für weibliche Opfer, allerdings in wesentlich geringerer Zahl.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland werben Initiativen seit einigen Jahren für mehr Männer- bzw. Familienhäuser. Im November 2012 richtete die Initiative Maennerhaeuser.de eine Petition an den Bundestag und alle deutschen Landtage für mehr Unterstützung für Männer- bzw. Familienhäuser in Deutschland. Dies wurde im April 2017 wiederholt, mit der Bitte in allen Bundesländern ähnliche Männerhäuser wie die mittlerweile in Sachsen bestehenden zu fördern, ebenso wie ein öffentlich gefördertes Hilfetelefon auch für von Gewalt betroffenen Männer, so wie es dies für Frauen bereits gibt.[1]

In einer Stellungnahme vom 7. Juni 2017 bestätigte das Ministerium für Soziales und Integration in Baden-Württemberg, dass Bedarf an solchen Einrichtungen besteht; aus der Polizeilichen Kriminalstatistik zur Partnerschaftsgewalt gehe hervor, dass im Berichtsjahr 2015 knapp 20 Prozent der Opfer von Delikten der Partnerschaftsgewalt männlichen Geschlechtes waren.

Männerhäuser in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existieren Männerhäuser in Oldenburg[2] sowie Berlin.[3] 2014 wurde ein Männerhaus in Osterode am Harz für maximal vier Bewohner eröffnet.[4] Träger ist der Verein Gleichstark e.V. Das Haus wird vom Landkreis Osterode am Harz unterstützt und von einem angestellten Projektleiter geführt.

Am 1. Februar 2017 wurde sowohl in Leipzig als auch in Dresden ein Männerhaus für jeweils drei Bewohner, gegebenenfalls mit ihren Kindern, eröffnet.[5] Die Projekte „MännerHaus Leipzig“[6] und „Männerschutzwohnung Dresden“[7] werden durch kommunalen Sozialverband des Freistaates Sachsen gefördert. Die anonyme „Männerschutzwohnung“ in Dresden soll erwachsenen Betroffenen von Gewalt in engen sozialen Beziehungen vorübergehend Zuflucht bieten. Eine psychosoziale Anamnese, Beratung und Nachbetreuung wird durch eine angestellte Fachkraft gewährleistet.

Männerhäuser in der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kanton Aargau eröffnete der Verein Verantwortungsvoll erziehende Väter und Mütter (VeV) im November 2009 das erste Schweizer Männerhaus.[8] Zielgruppe dieser Einrichtungen sind Männer, die in ihrer Ehe physische oder psychische Gewalt erleben, die ihre Kinder gefährdet sehen oder durch eine Trennung belastet sind. Das Thema Gewalt gegen Männer wurde im Rahmen einer Pilotstudie des Bundesministeriums für Familie, Frauen, Senioren und Jugend beleuchtet.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Männerhauser - Idee / Initiative, Petition, Hintergründe. Abgerufen am 26. April 2017 (deutsch).
  2. Männerhaus Oldenburg
  3. Männerhaus Berlin
  4. http://www.maennerhaus-harz.de
  5. LVZ-Online: Hilfe für Opfer häuslicher Gewalt – Schutzwohnungen für Männer öffnen in Dresden und Leipzig – LVZ - Leipziger Volkszeitung. Abgerufen am 18. Februar 2017.
  6. Lemann e.V. Netzwerk für Jungen- und Männerarbeit in Leipzig: Männerhaus. Abgerufen am 18. Februar 2017.
  7. Männerschutzwohnung eröffnet - Männernetzwerk Dresden e.V. Abgerufen am 18. Februar 2017.
  8. Interview des Tages-Anzeigers mit dem Präsidenten des VeV zur angekündigten Eröffnung
  9. Pilotstudie Gewalt gegen Männer