Mückenfledermaus

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Mückenfledermaus
Systematik
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Familie: Glattnasen (Vespertilionidae)
Gattung: Zwergfledermäuse (Pipistrellus)
Art: Mückenfledermaus
Wissenschaftlicher Name
Pipistrellus pygmaeus
Leach, 1825

Die Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus) ist eine Fledermausart. Sie ist eine Zwillingsart der Zwergfledermaus.

Sie unterscheidet sich von der Zwergfledermaus darin, dass sie etwas kleiner ist und damit die kleinste mitteleuropäische Fledermausart darstellt. Auch liegen ihre Echoortungslaute nicht bei den üblichen 45 kHz, sondern haben eine Endfrequenz von etwa 55 kHz.

Die Mückenfledermaus wurde erst 2000 von englischen Forschern entdeckt. Der nomenklatorische Name Pipistrellus pygmaeus ist derzeit nur unter dem Vorbehalt der nomenklatorischen Anerkennung durch die internationale Kommission für zoologische Nomenklatur (ICZN) zu verwenden. Aufgrund nomenklatorischer Vorrangregeln ist als Autor der Erstbeschreibung sowie als Jahr der Erstbeschreibung von Pipistrellus pygmaeus (Leach, 1825) zu verwenden. Als Synonym wird für diese Art auch Pipistrellus mediterraneus (Cabrera, 1904) verwendet.

Ernährung[Bearbeiten]

Sie bekam ihren Namen, weil sie sich vorwiegend von Mücken ernährt.

Vorkommen in Deutschland[Bearbeiten]

Die größte Population in Deutschland, mit rund 800 Tieren, wurde im August 2011 im thüringischen Gera entdeckt.[1]

Systematik[Bearbeiten]

Verbreitungsgebiet

Die Mückenfledermaus gehört zur Gattung der Zwergfledermäuse (Pipistrellus), die weltweit rund 35 Arten umfasst. In Europa leben vier weitere Arten, die Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii), die Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus), die Weißrandfledermaus (Pipistrellus kuhlii) und die Madeira-Fledermaus (Pipistrellus maderensis).

Die Population auf Zypern wurde 2007 als eigene Unterart Pipistrellus pygmaeus subsp. cyprius beschrieben.[2]

Bedrohung[Bearbeiten]

Die Mückenfledermaus steht unter Naturschutz. In großen Bereichen ihres Verbreitungsgebietes ist sie sehr viel seltener als die Zwergfledermaus, in einigen begrenzten Gebieten gilt sie jedoch sogar als eher häufig. In Griechenland ist sie sogar generell häufiger als die Zwergfledermaus. Im Bereich der Forstwirtschaft ist die Mückenfledermaus beispielsweise durch den Rückgang von Auwäldern gefährdet, in Siedlungen durch Quartierverluste bei bauverändernden Arbeiten.

Auf der Roten Liste der BRD wird die Art in der Stufe „D – defizitäre Datenlage“ geführt, in der Roten Liste der IUCN 2006 ist sie bisher noch nicht berücksichtigt worden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christian Dietz, Otto von Helversen, Dietmar Nill: Handbuch der Fledermäuse Europas und Nordwestafrikas. Biologie, Kennzeichen, Gefährdung, Seiten 290 – 295 (1. Auflage), Verlag Kosmos, Stuttgart 2007 (neues Standardwerk, wissenschaftliche Forschung), ISBN 3-440-09693-9, ISBN 978-3-440-09693-2
  • Wolf-Dieter und Ursula Burkhard: „Eine weitere Fledermaus-Art im Thurgau: Die Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus, LEACH 1825)“; Mitteilungen der Thurgauischen Naturforschenden Gesellschaft – Band 62, Seiten 75 bis 91, Frauenfeld 2007, ISBN 3-9522601-5-0.
  • Friederike Spitzelberger: Die Säugetierfauna Österreichs; Grüne Reihe des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft – Band 13, Graz 2001, ISBN 3-85333-063-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mückenfledermaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.rp-online.de/wissen/Riesiges-Fledermausnest-entdeckt_aid_1018553.html
  2. Petr Benda, Vladimír Hanák, Ivan Horáček, Pavel Hulva, Radek Lučan, Manuel Ruedi: Bats (Mammalia: Chiroptera) of the Eastern Mediterranean. Part 5. Bat fauna of Cyprus: review of records with confirmation of six species new for the island and description of a new subspecies. Acta Soc. Zool. Bohem. 71: 71–130, 2007 (online; PDF; 3,6 MB)

Quellen[Bearbeiten]