Müllverbrennungsanlage Stellinger Moor

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Die Müllverbrennungsanlage Stellinger Moor war eine Müllverbrennungsanlage (MVA) in Hamburg-Bahrenfeld, nahe der Grenze zu Stellingen. 1973 erfolgte die Inbetriebnahme der MVA in der Schnackenburgallee. 1997 wurde die MVA durch ein Blockheizkraftwerk ergänzt. Sie hat 42 Jahre per thermischer Behandlung Siedlungsabfälle beseitigt. Die Anlage trug damit zur Entsorgungssicherheit Hamburgs bei und half, die Beseitigung von Müll auf Deponien zu vermeiden. Die MVA Stellinger Moor hat sich am europäischen Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung EMAS III (1221/2009/EG) beteiligt.

Im April 2014 wurden Überlegungen seitens der Stadtreinigung Hamburg laut, die Anlage stillzulegen. Dies wurde im September 2014 bestätigt. Der Sprecher der Hamburger Umweltbehörde Volker Dumann sagte damals: "Diese einzige Anlage im Besitz der Stadt ist teuer im Unterhalt, zudem veraltet und müsste für viel Geld modernisiert werden.[1] Im Juni 2015 hat die Anlage nunmehr ihre Arbeit eingestellt. Am 16. Juni wurde die letzte Fuhre Müll geliefert. Noch in diesem Jahr soll mit dem Rückbau der Anlage begonnen werden.[2]

Gleichzeitig sollen die Müllverwertung Borsigstraße (MVB) sowie die Müllverwertungsanlage am Rugenberger Damm (MVR) von Vattenfall gekauft werden. Die Stadtreinigung verfolgt damit das Ziel, die Müllverbrennung in Hamburg zu reduzieren und gleichzeitig mehr auf Recycling zu setzen.[3][4] Die Stadtreinigung hat am 5. September 2014 bekanntgegeben, dass sie für rund 78 Millionen Euro die Müllverbrennungsanlage Borsigstraße (MVB) übernehmen will. Nach Unternehmensangaben wurde ein Kaufvertrag mit der Vattenfall Europe New Energy GmbH und der EEW Energy from Waste GmbH unterzeichnet.[5] Am 16. Dezember 2014 stimmte der Senat dem Kauf der MVB durch die SRH Verwaltungsgesellschaft mbH zu. Mit dem Kauf der MVB, der Stilllegung der MVA Stellinger Moor sowie dem Vertragsende mit der MVA Stapelfeld am 31. Dezember 2016 vermindert die Stadtreinigung die Verbrennungskapazität um etwa ein Drittel auf 640.000 Tonnen pro Jahr.[6]

Daten und Fakten zum Betriebsjahr 2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die MVA Stellinger Moor verbrannte gut 124.000 Tonnen Abfall.
  • Sie produzierte mehr als 38 Millionen Kilowattstunden elektrische Energie, von denen fast 20 Millionen Kilowattstunden an Dritte abgegeben wurden.
  • Die MVA Stellinger Moor hat zudem durch Kraft-Wärme-Kopplung mehr als 66 Millionen Kilowattstunden Fernwärme gewonnen – Energie, mit der die Imtech Arena, die O2-World Arena sowie etwa 14.000 Hamburger Haushalte versorgt werden.
  • Die angefallenen 27.100 Tonnen Schlacke wurden als Baustoff weitervermarktet.[7]
  • Alle Sekundärabfälle wurden umweltgerecht verwertet.
  • Die Schadstoffgehalte der kontinuierlich überwachten Abgase liegen weit unter den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerten.

Die bei der Verbrennung und Abgasreinigung entstehende Stoffe werden entweder deponiert oder, falls es sich um wertvolle Rohstoffe wie Salzsäure, Gips oder Altmetall handelt, weiterverkauft.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hamburger Morgenpost S. 17, 2. September 2014
  2. Hamburger Morgenpost S. 18/19, 17. Juni 2015
  3. Hamburger Morgenpost S. 17, 3. April 2014
  4. Hamburger Morgenpost S. 17, 2. September 2014
  5. https://www.welt.de/regionales/hamburg/article131955653/Stadtreinigung-kauft-Muellverbrennungsanlage-fuer-rund-78-Millionen.html
  6. Hiev Op - Mitarbeiterzeitung der Stadtreinigung Hamburg, Seite 1, Ausgabe 03/2015
  7. Die Produzenten der emvau-schlacke. emvau-schlacke.de. Abgerufen am 31. März 2014.
  8. Feuer und Flamme für die Umwelt - MVA Stellinger Moor. Stadtreinigung Hamburg. Abgerufen am 31. März 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 53° 35′ 6″ N, 9° 54′ 42″ O