Mündliche Leistung

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Die mündliche Leistung ist der Beitrag zum Schulunterricht, der mündlich erbracht wird. Diese Leistung wird meist in Form einer mündlichen Note als Zahl abgebildet, sie geht in Deutschland zusammen mit weiteren Noten, wie z. B. den Ergebnissen kurzer Leistungskontrollen, Referaten, schriftlicher Mitarbeit im Unterricht etc. in die sogenannte „sonstige Note“ ein. Diese bildet dann zusammen mit den schriftlichen Noten die Endnote (Zeugnis). Je nach Faktoren wie Bundesland, Unterrichtsfach, Jahrgangsstufe und Anlage des Unterrichts kann die Gewichtung schriftlich:sonstige sehr unterschiedlich ausfallen, wobei bei Sprachen-Fächern naturgemäß die sonstige Leistung tendenziell einen eher höheren Stellenwert hat. Die Angabe erfolgt entweder in Verhältnissen wie 2:1 oder prozentual, z. B. 60:40. Die Gewichtung der mündlichen Leistung innerhalb der sonstigen Leistungen obliegt dem Lehrer.

In der Praxis wird die sonstige Note häufig fälschlicherweise als mündliche Note bezeichnet.

In Baden-Württemberg teilt der Fachlehrer nach dem Transparenzerlass dieses Verhältnis zu Beginn des Schuljahres mit.

In der Notenbildungsverordnung des Landes Baden-Württemberg heißt es „Die allgemeinen für die Bewertung der Leistungen in den einzelnen Fächern oder Fächerverbünden maßgebenden Kriterien hat der Fachlehrer den Schülern und auf Befragen auch ihren Erziehungsberechtigten sowie den für die Berufserziehung der Schüler Mitverantwortlichen darzulegen. Grundlage der Leistungsbewertung in einem Unterrichtsfach sind alle vom Schüler im Zusammenhang mit dem Unterricht erbrachten Leistungen. Die Bildung der Note in einem Unterrichtsfach ist eine pädagogisch-fachliche Gesamtwertung der vom Schüler im Beurteilungszeitraum erbrachten Leistungen.“[1]

Ähnlich lautet der Text in Rheinland-Pfalz.[2] Die Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus über allgemeinbildende Gymnasien und die Abiturprüfung im Freistaat Sachsen regelt, dass die Kriterien „nachweislich“ darzulegen sind (§ 22 Abs. 7 SOGYA).

Für Hessen kommt die verbindliche Unterrichtung der älteren Schüler über ihre mündliche Note hinzu, wenn es heißt: „Mindestens einmal im Halbjahr werden Schülerinnen und Schüler über ihren mündlichen Leistungsstand unterrichtet.“[3]

In der Kultusministerkonferenz herrscht weitgehende Einigkeit über die verstärkte Bewertung von mündlichen Leistungen bei lese- und rechtschreibschwachen Schülern, sowie im Anfangsunterricht von Grundschulen.

Problematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mündliche Note beruht laut den Erlässen der Ministerien (z. B.[4]) auf den Beiträgen der Schüler zu einem Unterrichtsgespräch. Diese Unterrichtsform gilt jedoch als sehr wenig lernwirksam und sollte daher im Unterrichtsgeschehen nur wenig Raum einnehmen. Aus der von vielen Lehrern wahrgenommenen Verpflichtung zur Vergabe mündlicher Noten (real muss nur eine sonstige Note gegeben werden, die einen mündlichen Anteil haben kann) resultiert jedoch eine Tendenz, das Unterrichtsgespräch erheblich über das pädagogisch sinnvolle Maß auszudehnen[5].

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 3. Abschnitt Feststellung von Schülerleistung § 7 Allgemeines. Verordnung des Kultusministeriums über die Notenbildung in Baden-Württemberg.
  2. § 37 Bekanntgabe der Leistungsbeurteilung, Rückgabe von Schülerarbeiten. Schulordnung für die öffentlichen berufsbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz.
  3. § 30 Notengebung. Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses. Land Hessen.
  4. http://db2.nibis.de/1db/cuvo/datei/kc_gym_deutsch_nib.pdf
  5. Unterrichtsgespräch: Fragend entwickelnder Unterricht, sokratischer Dialog und Schülergespräche

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]