MTW 2500

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MTW 2500
Die Azargoun
Die Azargoun
Schiffsdaten
Schiffsart Containerschiff
Entwurf Flenderwerft, Lübeck
Bremer Vulkan
Bauwerft MTW Schiffswerft, Wismar
Bauzeitraum 1997 bis 2002
Gebaute Einheiten 15
Fahrtgebiete weltweite Fahrt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
207,4 m (Lüa)
195,4 m (Lpp)
Breite 29,8 m
Seitenhöhe 16,4 m
Tiefgang max. 11,4 m
Vermessung ~25.400 BRZ
 
Besatzung 24 + 5
Maschinenanlage
Maschine 1 × DMR Zweitakt-Dieselmotor
Maschinen-
leistung
23.390 PS (17.203 kW)
Dienst-
geschwindigkeit
20,0 kn (37 km/h)
Höchst-
geschwindigkeit
20,9 kn (39 km/h)
Propeller 1 × Festpropeller
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 34.000 tdw
Container 2.474 TEU
Anschlüsse Kühlcontainer 2-300
Sonstiges
Klassifizierungen

Germanischer Lloyd

Der als MTW 2500, Baltic CS 2500 und Aker 2500 gebaute Containerschiffstyp zählt zu den meistgebauten deutschen Baureihen im 2500-TEU-Segment.

Einzelheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf ist ursprünglich eine Entwicklung der Lübecker Flender Werft. In den Jahren der Konzernzugehörigkeit zum Bremer Vulkan wurde der Entwurf als BV 2500 von anderen Werften innerhalb des Verbundes gebaut. Ab 1996 baute zunächst die Stralsunder Volkswerft den Schiffstyp als Baureihe VW 2500 für verschiedene deutsche Reedereien. Die MTW Schiffswerft baute ihn mit leichten Abwandlungen ab 1997 zunächst als MTW 2500, später als Baltic 2500 und noch später als weiterentwickelten Aker 2500. Basierend darauf entstanden bei der MTW die vergrößerten Typen Aker 2700 und später der Wadan 2800.

Die CSAV Hamburgo auf Reede

Die Schiffe sind als Mehrzweck-Trockenfrachtschiffe mit weit achterem Deckshaus ausgelegt. In der Hauptsache werden sie im Containertransport eingesetzt. Die Containerkapazität beträgt rund 2500 TEU, bei homogen beladenen 14-Tonnen-Containern sind es noch 1894 TEU. Die Schiffe besitzen drei Laderäume, die mit Pontonlukendeckeln verschlossen werden. Die Schiffe wurden zum Einsatz in Gebieten mit schlecht ausgebauter Hafeninfrastruktur entwickelt und sind daher mit jeweils drei mittschiffs angeordneten NMF-Kränen von je 45 Tonnen Kapazität ausgerüstet.

Ein Charakteristikum des 2500-TEU-Typs ist das Deckshaus, welches mit dem integrierten Schornsteinschacht eine Einheit bildet. Die Schiffe sind mit am Heck angeordneten Freifallrettungsbooten ausgerüstet.

Der Antrieb der Schiffe besteht aus einem Zweitakt-Dieselmotor des Herstellers Dieselmotorenwerk Rostock mit einer Leistungen von rund 17.200 kW. Der Motor wirkt direkt auf einen Festpropeller und besitzt keinen Wellengenerator. Der Motortyp ermöglicht rund 20 Knoten Dienstgeschwindigkeit und knapp 21 Knoten Höchstgeschwindigkeit. Weiterhin stehen drei Hilfsdiesel und ein Notdiesel-Generator zur Verfügung. Die An- und Ablegemanöver werden durch ein Bugstrahlruder unterstützt.

Bauliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MTW 2500 Containerschiffe (Auswahl)
Bauname Bauwerft/Baunummer IMO-Nummer Ablieferung Auftraggeber Umbenennungen und Verbleib
Borkum Trader MTW/431 9138276 1998 Reederei Hermann Buss, Leer Brasil Star, Borkum Trader, Brasil Star, Borkum Trader, CSAC Hamburgo, CSAV Hamburgo, Borkum Trader, Panther
Anika Oltmann MTW/432 9138288 1998 Schiffahrtsgesellschaft Oltmann, Stade Montebello, Anika Oltmann, MSC Caracas, 2016 zum Abbruch nach Alang verkauft
Juist Trader MTW/433 9138290 1998 Reederei Hermann Buss, Leer Cielo del Canada, CP Canada, Juist Trader, Maruba Orion, Juist Trader, 2017 Abbruch in Alang
Helgoland Trader MTW/434 9138305 1998 Reederei Hermann Buss, Leer Maersk Sao Paulo, ECL Rotterdam, Lykes Osprey, CSAV New York, Helgoland Trader, Niledutch Shenzhen, Helgoland Trader, Monemvasia
Baltrum Trader MTW/435 9138317 1999 Reederei Hermann Buss, Leer P&O Nedlloyd Fremantle, Baltrum Trader, Clan Challenger, Baltrum Trader
Hansa Victory Aker MTW/586 9217022 2000 Hansa Shipping, Hamburg 2000CSCL Xiamen, 2007 Cala Palos, 2008 Aliança Gavea, 2009 Hansa Victory, 2016 Devon Trader.
Hansa Liberty Aker MTW/566 9217034 2000 Hansa Shipping, Hamburg 2000 CSCL Yantian 2007 Hansa Liberty, so in Fahrt.
JPO Aquarius Aker MTW/8 9220316 2000 Schiffahrtsgesellschaft Oltmann, Stade in Fahrt als CMA CGM Chili, Libra Buenos Aires, CMA CGM Bahia, JPO Aquarius
JPO Aries Aker MTW/9 9220328 2001 Schiffahrtsgesellschaft Oltmann, Stade in Fahrt als TCL Challenger, TPL Challenger, Trade Rainbow, MOL Dream,
APL Cairo Aker MTW/10 9234109 2001 ?
APL Jeddah Aker MTW/11 9234111 2001 ?
APL Pusan Aker MTW/12 9234123 2002 ?
APL Dalian Aker MTW/13 9234135 2002 ?
P&O Nedlloyd Hunter Valley Aker MTW/14 9235816 2002 ?
Cap Ferrato Aker MTW/15 9235828 2002 ?
Nordatlantic Aker MTW/16 9241451 2003 Reederei 'Nord' Klaus E. Oldendorff, Limassol ?
Nordpacific Aker MTW/17 9241463 2003 Reederei 'Nord' Klaus E. Oldendorff, Limassol Lykes Envoy (2003) → CP Envoy (2005) → Libra Corcovado (2005) → Corcovado (2011) → so in Fahrt
Nordbaltic Aker MTW/18 9241475 2003 Reederei 'Nord' Klaus E. Oldendorff, Limassol ?
Nordmed Aker MTW/19 9241487 2003 Reederei 'Nord' Klaus E. Oldendorff, Limassol ?
Iran Piroozi Aker MTW/20 9283007 2003 IRISL, Teheran ?
Iran Zanjan Aker MTW/21 9283019 18. Dezember 2003 IRISL, Teheran 2009 Visea, 2011 Armis, 2013 Azargoun
Iran Fars Aker MTW/22 9283021 2004 IRISL, Teheran ?
Iran Yasooj Aker MTW/23 9284142 2004 IRISL, Teheran ?
Iran Ilam Aker MTW/24 9283033 2004 IRISL, Teheran ?
Iran Ardebil Aker MTW/25 9284154 2004 IRISL, Teheran ?
Frisia Kiel Aker MTW/100 9302437 2004 ?
Frisia Lissabon Aker MTW/101 9299020 2004 ?

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Strobel, Dietrich; Ortlieb, Werner: Volkswerft Stralsund. 1948-1998. 1. Auflage. Koehlers Verlagsgesellschaft, Hamburg 1998, ISBN 3-7822-0727-0.
  • Detlefsen, Gert Uwe; Abert, Hans Jürgen: Register der deutschen Kümos sowie anderer Fracht- und Containerschiffe von 500 bis 1600 BRT und bis BRZ 5000 1945-1999. 1. Auflage. Verlag Gert Uwe Detlefsen, Bad Segeberg 1999, ISBN 3-928473-54-9 (2 Bände).
  • Gert Uwe Detlefsen, Hans Jürgen Abert: Die Geschichte und Schicksale deutscher Serienfrachter. Band 1 - Die Entwicklung, deutsche Serien nach 1945 Die Schicksale der Hansa-A-Frachter. Verlag Gert Uwe Detlefsen, Bad Zwischenahn 1998, ISBN 3-928473-41-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]